Der Reichsbankschatz reloaded II
Sonderveranstaltung am 2. Oktober 2009 in Frankfurt/Main
ab 14:00 Uhr im Fleming’s Deluxe, Eschenheimer Tor 2

Firmen-Großlots
(Lose 2278-2388)

Stückzahlen:

Bei den Angaben hinter der Peus-Nr. (z.B. 240/75) gibt die erste Zahl die von Peus genante Stückzahl an, die zweite Zahl die von dem Veranstalter gezählte Menge. Die Angaben sind ohne Gewähr, Irrtum beim Zählen ausdrücklich vorbehalten.

Los 2278 Schätzwert 400 € (2 Posten, ca. 110 Stück)
Reudener Ziegelwerke vormals Clemens Dehnert AG, Reuden bei Zeitz
Aktie 1.000 Mark 1.11.1899 (Auflage 200)
(ex Lot 118 BARoV 3, Peus 6460, 140/50, III/IV)
Aktie 1.000 Mark 30.3.1905 (Auflage 200)
(ex Lot 118 BARoV 3, Peus 6461, 140/60, III/IV)
Gründung 1899. Fabrikation von Dach- und Mauersteinen. Börsennotiz Leipzig. Die Firma bestand bis nach 1945.

Los 2279 Schätzwert 800 € (3 Posten, ca. 820 Stück)
Reußengrube AG, Kretzschwitz bei Gera
Aktie 100 RM 22.8.1924 (Auflage 4100)
(ex Lot 152 BARoV 2, Peus 4068, 1000/650, II/III)
Aktie 100 RM 8.5.1928 (Auflage 800)
(ex Lot 120 BARoV 3, Peus 6462, 210/80, II/III)
Aktie Lit. C 1.000 RM 8.5.1928 (Auflage 500)
(ex Lot 120 BARoV 3, Peus 6463, 220/90, III)
Gründung 1890 unter der Firma Reussengrube AG, Erdfarben- und Verblendsteinfabrik, 1920 umbenannt wie oben. Hergestellt wurden Dachziegeln und feine Tonwaren, seit 1916 ausschließlich Dachsteine.

Los 2280 Schätzwert 1.000 € (2 Posten, ca. 650 Stück)
Reußische Elektrizitäts-Gesellschaft AG, Gera (Reuß)
Aktie 1.000 Mark 11.4.1923 (Auflage 10000)
(ex Lot 152 BARoV 2, Peus 4069, 1000/160, II/III)
Namens-VZ-Aktie 1.000 Mark 11.4.1923 (Auflage 900)
(ex Lot 120 BARoV 3,Peus 6464, 400/490, II/III)
Gründung 1923. Zweck: Ausnutzung der Licht- und Krafttechnik, insbesondere Einrichtung, Betrieb und Verwertung elektrischer Anlagen. Im Okt. 1925 wurde das Konkursverfahren eröffnet, die Aktionäre gingen leer aus.

Los 2281 Schätzwert 2.500 € (1 Posten, ca. 4000 Stück)
Rheinisch-Westfälische Kalkwerke, Dornap
Aktie 1.000 RM Sept. 1921 (Auflage 12000)
(ex Lot 3422 BARoV 1, Peus 1582, 7500/4000, III)
Gründung 1887 als „Dornap-Angerthaler AG für Kalkstein- und Kalkindustrie“, 1888 umbenannt wie oben. Ausbeutung von Kalkstein- und Dolomitfeldern im ganzen niederrheinisch-westfälischen Industriegebiet. Die Steinbrüche in Dornap, Hochdahl, Neanderthal, Gruiten, Elberfeld, Wülfrath, Barmen-Rittershausen, Hofermühle, Ober-Hagen, Letmathe und Hönnethal waren durch fast 30 km lange normal- und schmalspurige Werkseisenbahnen verbunden. Beliefert wurden vor allem die niederrheinisch-westfälischen Eisen- und Stahlwerke mit Hüttenkalk, folgerichtig wurde die RWK in den 30er Jahren Teil der Vereinigten Stahlwerke. Nach Beschlagnahme durch die Alliierten wurde das Betriebsvermögen bei Entflechtung der Vereinigte Stahlwerke 1953 auf eine neu gegründete AG gleichen Namens übertragen. Maßgebliche Aktionäre waren dann lange Zeit die Stahlwerke an der Ruhr als Hauptabnehmer (zuletzt die Hoesch-Werke AG mit über 75 %), heute gehört die 1999 in RWK Kalk AG umbenannte Ges. zum britischen Baustoffkonzern Readymix. Großformatig, mit wunderschöner Umrahmung im Historismus-Stil.

Los 2282 Schätzwert 750 € (1 Posten, ca. 250 Stück)
Rheinische Elektrizitäts-AG, Mannheim
Sammelaktie Ser. S 10.000 Mark 1.9.1923
(ex Lot 545 BARoV 3, Peus 6470, 300/250, III)
Gründung 1897 als Rheinische Schuckert-Gesellschaft für elektrische Industrie AG durch die Elektrizitäts-AG vorm. Schuckert & Co. in Nürnberg. Schnell übernahm die Gesellschaft eine führende Rolle in der Stromversorgung Südwestdeutschlands und des Rheinlandes. 1917 Umfirmierung in „Rheinische Elektrizitäts-AG“. In Berlin, Frankfurt und Mannheim börsennotiert. 1940 wurde das jahrzehntelang wichtigste Aktivum erworben: die Schnellpressenfabrik AG Heidelberg (heute Heidelberger Druckmaschinen). Später wurde die Rheinelektra eine wichtige Zwischenholding im RWE-Konzern. 1997 mit der in gleicher Funktion tätigen Lahmeyer AG, Frankfurt/M. verschmolzen.

Los 2283 Schätzwert 2.500 € (1 Posten, ca. 5200 Stück)
Rheinische Hypothekenbank, Mannheim
Aktie 100 RM März 1929
(ex Lot 3529 BARoV 1, Peus 1558, 6000/5200, II)
Gegründet 1871 durch die Rheinische Creditbank in Mannheim (welche später in der Deutschen Bank aufging). Nach der 1886 erfolgten Gründung der Pfälzischen Hypothekenbank in Ludwigshafen lange Zeit weitgehende Personalunion in den Verwaltungsorganen. 1935 Verschmelzung mit der bis 1866 zurückreichenden Berliner Hypothekenbank. 1974 Verschmelzung mit der Westdeutschen Bodenkreditanstalt, Köln und Sitzverlegung nach Frankfurt/Main (Großaktionär ist inzwischen die Commerzbank). 2002 bei der Verschmelzung der Hypothekenbank-Töchter der Deutschen, Dresdner und Commerzbank in der EUROHYPO aufgegangen.

Los 2284 Schätzwert 1.500 € (1 Posten, ca. 2800 Stück)
Rheinische Spiegelglasfabrik, Eckamp bei Ratingen
Aktie 1.000 Mark 24.10.1922 (Auflage 16000)
(ex Lot 3525 BARoV 1, Peus 1567, 7500/2800, III)
Gründung 1889. Herstellung von Spiegel- und Fensterglas. Nach 1945 als „Glasfabrik Eckamp-Altwasser AG“ firmierend. Börsennotiz Berlin und Düsseldorf. Feine Zierumrandung.

Los 2285 Schätzwert 5.000 € (2 Posten, ca. 16740 Stück)
Riquet & Co. AG, Markkleeberg bei Leipzig
Aktie 100 Goldmark 26.7.1924 (Auflage 28800)
(Lot 3427 der 1. BARoV-Auktion, Zuschlag 3.200 €, Peus 1607, 15000/16030, II/III)
Aktie Lit. A 100 RM April 1938 (Auflage 28800)
(Lot 591 der 2. BARoV-Auktion, Zuschlag 1.800 €, Peus 4094, 700/710, II/III)
Gründung 1745, AG seit 1905. Handel mit und Herstellung von Tee, Kakao, Schokolade, Pralinen, Bonbons, China- und Japanwaren.

Los 2286 Schätzwert 400 € (1 Posten, ca. 200 Stück)
Rud. Ley Maschinenfabrik AG, Arnstadt
Aktie 100 RM 25.3.1926 (Auflage 6250)
(ex Lot 152 BARoV 2, Peus 4114, 300/200, II/III)
Gegründet 1856 von Rudolf Ley im thüringischen Arnstadt, AG seit 22.6.1909. Hergestellt wurden zunächst Nähmaschinen, dann Maschinen für die Schuhfabrikation (1886 Vorstellung der ersten patentierten Schuhnagelmaschine) sowie für die elektrische Branche. 1905 überraschte Alfred Ley, der älteste Sohn von Rudolf Ley, die Automobilbranche mit der Vorstellung eines Vierzylinder-Motorwagens. Ebenso mutig war die Erprobung eines Sechszylinders, der 1908 vorgestellt wurde, mit 2,6 Liter Hubraum ein ungewöhnlich kleines, kompaktes und dabei laufruhiges Aggregat. Sportliche Erfolge, u.a. bei Langstreckenrennen in Russland, bewiesen die Belastbarkeit der Ley-Motoren. Die Automobile wurden unter der Marke Loreley verkauft. Nach 1920 wurde die PKW-Produktion nur noch auf Sparflamme fortgesetzt, 1927 Umstellung auf Nutzfahrzeugbau (Schnelllastwagen). In der Weltwirtschaftskrise 1933 Umstellung der Produktion auf Kraftfahrzeugteile. Nach 1945 enteignet.

Los 2287 Schätzwert 1.000 € (1 Posten, ca. 3100 Stück)
Ruhrchemie AG, Oberhausen-Holten
4 % Teilschuldv. 500 RM Mai 1942
(ex Lot 3521 BARoV 1, Peus 1623, 3000/3100, II)
Gründung 1927 als Kohlechemie AG zur Bündelung der Chemie-Interessen der großen Ruhrgebietszechen. Auf einem von der GHH erworbenen großen Gelände bei Sterkrade wurde zunächst eine Stickstofffabrik, ein Kraftwerk sowie eine Salpetersäure-, eine Sulfat- und eine Ammon-Fabrik gebaut. Heute ein Werk von Hoechst (bzw. neuerdings Celanese), nicht zu übersehen kurz vor Oberhausen, wenn man auf der A 2 Richtung Westen fährt. G & D-Druck.

Los 2288 Schätzwert 1.500 € (1 Posten, ca. 4500 Stück)
Ruhrgas AG, Essen
5 % Teilschuldv. 500 RM Dez. 1939 (Auflage 8000)
(ex Lot 3433 BARoV 1, Peus 1625, 4400/4500, II/III)
Gründung 1926 als AG für Kohleverwertung, Gründer waren fast alle der im Rheinisch-Westfälischen Kohlensyndikat vereinigten Zechen. 1928 in Ruhrgas umfirmiert. Die Gesellschaft ermöglichte eine wirtschaftliche Nutzung der riesigen Mengen an Kokereigas (seinerzeit 2 Mrd. cbm im Jahr), welches in Ringleitungen gesammelt und an die Abnehmer weiterverteilt wurde. Neben den Sammelleitungen waren mit Dortmund-Siegen-Niederschelden-Wissen, Hamm-Hannover und Duisburg-Köln auch bereits Ferngasleitungen in Betrieb. G&D-Druck.

Los 2289 Schätzwert 250 € (1 Posten, ca. 100 Stück)
Saccharin-Fabrik AG vorm. Fahlberg, List & Co., Magdeburg-Südost
Aktie 100 RM April 1928 (Auflage 15000)
(ex Lot 118 BARoV 3, Peus 6552, 250/100, II/III)
Gründung 1902 als „Saccharin-Fabrik AG vorm. Fahlberg, List & Co.“ unter Übernahme der seit 1886 bestehenden Fabrik von Dr. Constantin Fahlberg, dem Entdecker des Süßstoffs Saccharin. 1926 Übernahme der Mitteldeutsche Superphosphatwerke GmbH mit Werken in Köthen und Doderdorf, außerdem Neubau einer Superphosphatfabrik auf dem Gelände der Glashütte A. Grafe Nachf. in Westerhüsen. 1932 Umfirmierung in Fahlberg-List AG Chemische Fabriken. Der von Kriegsschäden fast völlig verschont gebliebene Magdeburger Betrieb wurde am 1.7.1946 entschädigungslos in Volkseigentum überführt. Die AG verlegte 1950 ihren juristischen Sitz nach Hamburg und erwarb die “Dr. Goeze & Co. GmbH” in Wolfenbüttel (sogleich umfirmiert in Fahlberg-List GmbH), wo nach den Fahlberg-List-Patenten weiter Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmittel hergestellt wurden. Zwei Randvignetten mit Signet: Frau mit Handspiegel zwischen den beiden Türmen des Magdeburger Doms.

Los 2290 Schätzwert 2.500 € (1 Posten, ca. 5300 Stück)
Sachsenwerk, Licht- und Kraft-AG, Dresden
Aktie 100 RM Juli 1935 (Auflage 7500)
(ex Lot 3542 BARoV 1, Peus 1650, 6000/5300, II)
Gegründet 1903 zur Übernahme der Aktiven der in Konkurs gegangenen „AG Elektrizitätswerke (vorm. O. L. Kummer & Co.)“ in Dresden. Erzeugnisse: Generatoren, Elektromotoren, Transformatoren, Hoch- und Niederspannungsschaltgeräte, Rundfunkgeräte. 1930 Übernahme der Pöge Elektricitäts-AG in Chemnitz, gleichzeitig übernahm die AEG die Aktienmehrheit beim Sachsenwerk. Börsennotiz Berlin und Leipzig. Ab 1949 Sitz in München. 1966 in die AEG eingegliedert und 1983 nach Regensburg verlagert. Später Umfirmierung in Sachsenwerk AG, Regensburg, ab 1992 GmbH. G & D-Druck. Mit Firmenlogo.

Los 2291 Schätzwert 400 € (1 Posten, ca. 440 Stück)
Sächsische Gußstahl-Werke Döhlen AG, Freital
Aktie 100 RM März 1931 (Auflage 2500)
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 4153, 850/440, II/III)
Gründung 1855, ab 1862 AG. Die Gräflich Einsiedelschen Eisenwerke in Berggießhübel wurden 1871 übernommen. Im Laufe der Jahre mehrere Übernahmen. 1943 Werke in Freital-Döhlen, Cainsdorf und Pirna. 1949 Sitzverlagerung nach Düsseldorf, ab 1955 GmbH.

Los 2292 Schätzwert 800 € (1 Posten, ca. 490 Stück)
Sächsische Malzfabrik, Dresden-Plauen
Aktie 100 RM 1.3.1929 (Auflage 500)
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 4176, 350/170, II/III)
Aktie 1.000 RM 1.3.1929 (Auflage 850)
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 4177, 600/320, II/III)
Gründung 1889. In der Fabrik in Dresden-Plauen auf einem ca. 14.000 qm großen Grundstück wurde mit ca. 60 Mitarbeitern reine Lohnmälzerei betrieben. Eigenes großes Anschlussgleis an die Staatsbahn. Börsennotiz Dresden. 1949 nicht verlagert.

Los 2293 Schätzwert 2.000 € (1 Posten, ca. 4400 Stück)
Sächsische Maschinenfabrik vorm. Rich. Hartmann AG, Chemnitz
Aktie 1.000 RM 1.3.1929 (Auflage 6000)
(ex Lot 3541 BARoV 1, Peus 1756, 4000/4400, II/III)
1832 kam Richard Hartmann, geb. am 8.11.1809 in Barr im Elsaß, auf seiner Gesellenwanderung nach Chemnitz. Er arbeitete zuerst bei Carl Gottlob Haubold, dem Vater der Chemnitzer Maschinenbauindustrie und machte sich dann 1839 mit 3 Arbeitern mit einer Maschinenbauwerkstätte selbständig. Sein Betätigungsfeld war der Spinnereimaschinenbau, dem er mit einer Vielzahl von Erfindungen neue Impulse verlieh und dem die Chemnitzer Textilindustrie einen Großteil ihres Erfolges verdankte. In der Nähe des Schlossteiches entstand eine Dampfmaschinenbauanstalt, dort wurde 1845 - die Arbeiterzahl war inzwischen auf 350 gestiegen - der gesamte Betrieb konzentriert. Bei Umwandlung in eine Aktiengesellschaft im Jahre 1870 - 8 Jahre vor Richard Hartmanns Tod - zählte die Firma 3.000 Beschäftigte. Die Produktionsschwerpunkte blieben die gleichen: hergestellt wurde in Chemnitz und im Zweigwerk Dresden die gesamte Palette von Textilmaschinen aller Art. Aus der Dampfmaschinenbauanstalt wurde einer der bedeutendsten Betriebe im Lokomotivbau.

Los 2294 Schätzwert 2.000 € (1 Posten, ca. 4200 Stück)
Sächsische Textilmaschinenfabrik vorm. Rich. Hartmann AG, Chemnitz
Aktie 100 RM 15.11.1935 (Auflage 7000)
(ex Lot 3542 BARoV 1, Peus 1757, 5000/4200, II)
Gründung 1930 unter Übernahme der im April 1930 in Abwicklung getretenen, 1870 gegründeten Sächs. Maschinenfabrik vorm. Rich. Hartmann AG Chemnitz. Starke Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg. Durch die im Rahmen der Reparationsleistungen an die Sowjetunion abzugebenden Anlagen verblieb nur rund ein Zehntel der Anlagen für den Neustart als VEB Spinnereimaschinenbau im Jahre 946. Dieser betrieb wurde 1990 durch die Treuhandgesellschaft liquidiert, womit auch die Reste der traditionsreichen Firma endgültig verschwanden. Abb. Firmensignet Arbeiter mit Vorschlaghammer, vom Zahnrad umrandet.

Los 2295 Schätzwert 800 € (2 Posten, ca. 420 Stück)
Sächsische Versicherungs-AG, Dresden
Namensaktie 500 RM Febr. 1925 (Auflage 1334)
(ex Lot 116 BARoV 3, Peus 6586, 500/310, III)
Namensaktie 500 RM Sept. 1928 (Auflage 666)
(ex Lot 116 BARoV 3, Peus 6587, 200/110, III)
Gründung 1863 als „Sächsische Rückversicherungs-Gesellschaft“ durch die „Allgemeine Versicherungs-Gesellschaft für See-, Fluß- und Landtransport“ in Dresden. Zweck: Rück-Versicherung in allen Zweigen, Versicherung gegen die Gefahren des Transportes und Versicherung gegen die Gefahren des Aufruhrs und der Plünderung.

Los 2296 Schätzwert 800 € (2 Posten, ca. 880 Stück)
Sächsische Webstuhlfabrik AG, Chemnitz
Aktie 5.000 Mark 24.1.1923 (Auflage 1200)
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 4183, 650/340, III/IV)
Aktie 800 RM Juli 1928 (Auflage 6000)
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 4184, 1000/540, II/III)
Gründung 1872 mit Übernahme der seit 1851 bestehenden Firma Louis Schönherr mit 20 Arbeitern zum Bau mechanischer Webstühle für die verschiedensten Tuch-Arten sowie anderer Maschinen. Seit 1872 AG. 1935/36 Übernahme der Sächsischen Textilmaschinenfabrik vorm. Richard Hartmann AG. Höchste Auszeichnungen auf allen beschickten Ausstellungen, eigene Erfindungen mit Patenten und Musterschutz geschützt. Börsennotiz Berlin und Dresden/Leipzig. 1951 Firma nach Erlangen verlagert, 1965 erloschen. Großformatiges Papier.

Los 2297 Schätzwert 1.200 € (1 Posten, ca. 2600 Stück)
Scheidemandel-Motard-Werke AG, Berlin
Aktie 1.000 RM Juli 1941 (Auflage 2480)
(ex Lot 3445 BARoV 1, Peus 1774, 2300/2600, II)
Unternehmer aus Landshut (Bayern) und Frankfurt (Main) brachten bei der Gründung der “AG für chemische Produkte vormals H. Scheidemandel” mit Sitz in Landshut drei süddeutsche Fabriken ein, von denen die Scheidelmann’sche Kunstdünger- und chem. Produktenfabrik in Landshut die bedeutendste war. Hergestellt wurden vor allem tierische Leime, Futter- und Düngemittel. Nach Erwerb weiterer Fabriken in Norddeutschland 1904 Sitzverlegung nach Berlin. 1937 Verschmelzung zur Scheidemandel-Motard-Werke AG. Nach 1945 verblieben die Werke Lüneburg, Minden und Wiesbaden (Leimsektor) sowie Berlin, Mannheim, Neuss und Offenbach (Fettsektor). 1970 Umfirmierung in Scheidemandel AG, 1980 Sitzverlegung nach Wiesbaden und Beherrschungsvertrag mit der Deutsche Gelatine-Fabriken Stoess & Co.; 1987 Sitzverlegung nach Eberbach/Baden, 1999 komplett in die Stoess-Gruppe eingegliedert.

Los 2298 Schätzwert 750 € (1 Posten, ca. 900 Stück)
Schiess AG, Düsseldorf
Aktie 100 RM Juni 1942 (Auflage 4500)
(ex Lot 3539 BARoV 1, Peus 1783, 1800/900, II)
Der Magdeburger Ernst Schiess (1840-1915) machte eine Karriere, wie sie nur in der Gründerzeit möglich war: Nach Besuch der Technischen Hochschulen in Hannover, Karlsruhe und Zürich durchlief er Wanderjahre in Deutschland, Belgien und England. Als Lehrling in Manchester erkannte er, daß die Werkzeugmaschine als “Mutter aller Maschinen” eine Schlüsselposition bei der Industrialisierung einnehmen wird - dafür wollte er eine Fabrik bauen. Der Schwerindustrielle Ernst Poensgen erkannte das Talent von Schiess und überzeugte ihn davon, sich in Düsseldorf anzusiedeln. So entstand 1866 mit der „Ernst Schiess Werkzeugmaschinenfabrik und Eisengießerei“ die älteste Werkzeugmaschinenfabrik Deutschlands. 1891 betrieb Schiess die Gründung der “Vereinigung deutscher Werkzeugmaschinenfabriken” VDM, deren Gründungsvorsitzender er wurde. 1906 wandelte Schiess sein Unternehmen in eine AG um, Mitbegründer war sein Schwiegersohn, der Essener Bankier Aug. von Waldthausen. 1925 Fusion mit der vormaligen Defrieswerke AG in Düsseldorf-Heerdt zur Schiess-Defries AG (ab 1939 wieder Schiess AG). Von 1945-48 Demontage aller fünf Werke. Der Wiederaufbau erfolgte auf einem wesentlich größeren Gelände im Stadtteil Lörick. In den 50-er Jahren Gründung von Zweigwerken in New York und Pittsburgh sowie in Stamford (GB). 1993 vom Bremer Vulkan übernommen und in Dörries Scharmann AG umfirmiert, dann mit dem Bremer Vulkan untergegangen.

Los 2299 Schätzwert 2.500 € (1 Posten, ca. 4700 Stück)
Schimmel & Co. AG, Miltitz b. Leipzig
Aktie 1.000 RM 11.7.1927 (Auflage 5600)
(ex Lot 3521 BARoV 1, Peus 1785, 4000/4700, II)
Gründung bereits 1832. AG seit 1927. Herstellung von ätherischen Ölen, Riechstoffen, chem. u. pharmazeut. Produkten, Extrakten, Essenzen und Farben. 1929 Kauf der Fa. Anton Deppe Söhne in Hamburg. 1939 Erwerb der Anlagen der Dekfa-Kulör-Fabrik in Fredersdorf bei Berlin. In der DDR Teil eines Kombinates, zu dem fast alle kosmetischen Betriebe des Landes gehörten. 1993 privatisiert als Miltitz Aromatics GmbH mit Sitz in Wolfen (Sachsen-Anhalt). Mit Abb. eines großen Firmensignets (u.a. Löwen mit Krone). G&D-Druck.

Los 2300 Schätzwert 1.800 € (1 Posten, ca. 310 Stück)
Schlesische Gas-AG, Breslau
Aktie 200 Thaler 28.4.1874 (Auflage 1750)
(Lot 618 BARoV 2, Zuschlag 3.600 €, Peus 4222, 600/310, III/IV)
1898 Umfirmierung in „Schlesische Elektricitäts- und Gas-AG“. Stromlieferant für die oberschlesischen Berg- und Hüttenwerke und Bahnhöfe sowie die Städte und Kreise Beuthen, Hindenburg, Gleiwitz und Schönwald. Letzte Großaktionäre: AEG, Reichswerke Hermann Göring. Börsennotiz Berlin und Breslau. Sehr dekorativ, mit vielen Bezugsrechts-Stempeln.

Los 2301 Schätzwert 1.500 € (1 Posten, ca. 650 Stück)
Schlosshotel AG, Gotha
Aktie 1.000 Mark 29.6.1923 (Auflage 771)
(Lot 619 BARoV 2, Zuschlag 1.500 €, Peus 4251, 500/650, II)
Gründung 1911. Das Schloßhotel wurde auf den Grundstücken Karolenplatz 1 und Siebleber Wall 1 - 3.a errichtet, das Areal für den Garten von der Herzogl. Hofkammer dazu gepachtet. Im Schloßhotel residierte u.a. der “Baron Korff”, der Hochstapler Harry Domela (1927 festgenommen). Das Gebäude wurde 1945 durch Bomben schwer beschädigt. Nach 1945 entstand an der Stelle ein Bürogebäude.

Los 2302 Schätzwert 1.500 € (1 Posten, ca. 4600 Stück)
Schluchseewerk-AG, Freiburg i.Br.
4 % Teilschuldv. 1.000 RM Dez. 1941 (Auflage 14000)
(ex Lot 3529 BARoV 1, 1941 Peus 1816, 5000/4600, II)
Gründung 1928 durch Badenwerk, RWE und Kraft Rheinfelden. Durch eine 30 m hohe Talsperre wurde der Schluchsee zu einem Speicherbecken mit 108 Mio. Kubikmeter Nutzinhalt aufgestaut, das Kraftwerk hatte zunächst 118 MW Leistung.

Los 2303 Schätzwert 2.000 € (8 Posten, ca. 1260 Stück)
Schornsteinaufsatz- und Blechwaren-Fabrik J. A. John AG, Ilversgehofen bei Erfurt
Aktie 1.000 Mark 1.1.1902 (Auflage 400)
(ex Lot 120 BARoV 3, Peus 6643, 300/140, III/IV)
Aktie 1.000 Mark 5.11.1904 (Auflage 200)
(ex Lot 120 BARoV 3, Peus 6644, 145/70, III/IV)
Aktie 1.000 Mark 30.12.1905 (Auflage 400)
(ex Lot 120 BARoV 3, Peus 6645, 300/150, III)
Aktie 1.000 Mark 13.4.1907 (Auflage 300)
(ex Lot 120 BARoV 3, Peus 6646, 200/70, III)
Aktie 1.000 Mark 30.4.1910 (Auflage 350)
(ex Lot 120 BARoV 3, Peus 6647, 260/110, III)
Aktie 1.000 Mark 5.6.1912 (Auflage 350)
(ex Lot 120 BARoV 3, Peus 5794, 250/120, III)
Aktie 1.000 Mark 23.4.1920 (Auflage 1500)
(ex Lot 152 BARoV 2, Peus 3332, 800/470, III)
Aktie 1.000 RM April 1927 (Auflage 2000)
(ex Lot 152 BARoV 2, Peus 3333, 250/130, III)
Die schon länger bestehende Maschinen- und Blechwarenfabrik J. A. John wurde 1902 in die “Schornsteinaufsatz- und Blechwaren-Fabrik J. A. John AG” umgewandelt, seit 1911 nur noch kurz als J. A. John AG firmierend. Grundlage des Unternehmens waren die Schornsteinaufsätze des genialen Ingenieurs John, bei denen sich die Auslaßöffnung durch den Wind automatisch in die windabgewandte Richtung dreht, es kann also niemals in den Schornstein regnen. Sie sind noch heute in aller Welt zu finden (nur in Deutschland nicht, da sind sie feuerpolizeilich verboten, weil sie ja evtl. einrosten können und sich dann nicht mehr drehen). Auch die Abteilung für Wäscherei-Maschinen, Heizungs- und Lüftungs- sowie sonstige gesundheitstechnische Anlagen hat einen Höhepunkt zu bieten: John war der Erfinder der Trommelwaschmaschine! Eine weitere Spezialität waren Anlagen und Apparate für Kellereien. Zuletzt in Berlin (zuvor auch Dresden) börsennotiert, nach 1945 enteignet und als VEB weitergeführt, später einer der größten Maschinenbaubetriebe der DDR.

Los 2304 Schätzwert 1.000 € (1 Posten, ca. 1200 Stück)
Schramm Lack- und Farbenfabriken AG Offenbach
Aktie 100 RM 1.11.1927 (Auflage 5200)
(ex Lot 3452 BARoV 1, Peus 1823, 1250/1200, II)
Gründung 1902 durch Zusammenschluß der Offenbacher Firmen „Chemische Fabriken in Farben und Firnissen Christoph Schramm“ (gegr. 1810) und „Schramm & Hörner GmbH“ (gegr. 1863), Werk Mühlheimer Str. 164 (zuletzt Kettelerstr. 100). Herstellung von Lacken, Farben, Druckerschwärzen, Ölen und Chemikalien. 1922/23 Verschmelzung mit den „Lackfabriken und Rivalinwerken“ in Friedberg, 1924 Umfirmierung in Schramm & Megerle Lack- und Farbenfabriken AG, weiter umbenannt 1926 in Schramm Lack- und Farbenfabriken AG, 1977 in Schramm AG und 1978 in Reichhold Chemie AG. 1982 Liquidationsvergleich. Das Hauptwerk Offenbach wurde an die Weilburger Lackfabrik verkauft. 1984 Reaktivierung und Umbenennung in Beta Systems Computer AG, Sitzverlegung 1989 nach Frankfurt und 1992 nach Kriftel. 1994 dann endgültig pleite gegangen. Schöne Umrandung.

Los 2305 Schätzwert 2.000 € (1 Posten, ca. 4200 Stück)
Schubert & Salzer Maschinenfabrik AG, Chemnitz
Aktie 100 RM Juni 1932 (Auflage 35000)
(ex Lot 3541 BARoV 1, Peus 1826, 4000/4200, II/III)
Gründung 1883, AG seit 1904 als “Chemnitzer Wirkwaren-Maschinen-Fabrik vorm. Schubert & Salzer”. Herstellung von Flachmaschinen, ab 1889 auch von Strumpfwirkmaschinen, Strickmaschinen und Fahrrädern in den vier Chemnitzer Werken Lothringer Straße, Fürstenstraße, Zwichauer Straße und Scheffelstraße. Das Zweigwerk in Hohenstein-Ernstthal, das ebenfalls Flachwirkmaschinen produzierte, wurde 1930 stillgelegt. 1938 Übernahme der Aktienmehrheit der „Deutsche Spinnereimaschinenbau AG“ in Ingolstadt, was sich im Nachhinein als Garant für’s Überleben herausstellen sollte. 1946 vom Land Sachsen enteignet. Sitzverlegungen 1949 nach Stuttgart, 1955 nach Ingolstadt. 1988 von der Schweizer Rieter AG übernommen und 1992 Umfirmierung in Rieter Ingolstadt Spinnereimaschinenbau AG. Faksimile-Unterschrift Paul Millington-Herrmann (Deutsche-Bank-Vorstand).

Los 2306 Schätzwert 350 € (1 Posten, ca. 280 Stück)
Schubert & Salzer Maschinenfabrik AG, Chemnitz
Aktie 500 RM Juni 1932 (Auflage 9500)
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 4259, 600/280, II/III)

Los 2307 Schätzwert 600 € (1 Posten, ca. 490 Stück)
Schuhfabrik Hess AG, Erfurt
Aktie 100 RM 24.11.1933 (Auflage 4500)
(ex Lot 152 BARoV 2, Peus 4261, 950/490, II)
Gründung am 10.2.1913. Die Schuhfabrik lag an der Moltkestr. 91 und der Leipziger Str. 80. Daneben Beteiligungen an Unternehmen, die Leisten und Schuhkartons herstellten. 1919 ging das gesamte bewegliche Betriebsvermögen an die Schuhfabrik Hess KG in Erfurt über und die AG beschränkte ihre Tätigkeit auf die Verwaltung von Grundstücken und Beteiligungen. Ab 1927 übernahm die AG wieder das gesamte bewegliche Betriebsvermögen. 1933 Umbenennung in Grundstücks-AG Moltkestraße. Im gleichen Jahr Zahlungseinstellung und Vergleichsverfahren. 1935 in Liquidation.

Los 2308 Schätzwert 1.200 € (1 Posten, ca. 2300 Stück)
Schuhfabrik Luwal AG, Luckenwalde
Aktie 100 RM 31.8.1938 (Auflage 3900)
(ex Lot 3532 BARoV 1, Peus 1830, 2500/2300, II)
Gründung 1921. Produktion von Schuhwaren, bes. Hausschuhe. Die Fa. lautete bis 1924 Schuhfabrik Dulbergt AG, danach Schuhfabrik Luwal AG. Nach 1946 VEB Luwal. G & D-Druck.

Los 2309 Schätzwert 1.000 € (1 Posten, ca. 640 Stück)
Schwarzburgische Landesbank, Sondershausen
Aktie 1.000 Mark 20.8.1921 (Auflage 2500)
(ex Lot 152 BARoV 2, Peus 4264, 1000/640, II/III)
Gründung 1878. 1918 erwarb die „Bank für Thüringen vorm. B.M. Strupp“ in Meiningen eine 99 %ige Beteiligung, wurde aber ihrerseits kurz darauf von der „Deutsche Bank und Disconto-Gesellschaft“ übernommen. 1929 Übertragung des Geschäfts auf den Hauptaktionär Deutsche Bank. Erste und einzige Kapitalerhöhung. Dekorative Umrahmung mit Reichsadler in allen vier Ecken.

Los 2310 Schätzwert 1.600 € (1 Posten, ca. 3300 Stück)
Seidel & Naumann AG, Dresden
Aktie 100 RM Juni 1942 (Auflage 5000)
(ex Lot 3542 BARoV 1, Peus 1839, 3750/3300, II)
Gründung 1868 im Stadtinneren als Nähmaschinenfabrik durch Bruno Naumann, 1883 Neubau einer größeren Fabrik in der Hamburger Str. 19. Anläßlich der Produktionsaufnahme von Fahrrädern 1886 Umwandlung in eine AG “Nähmaschinenfabrik und Eisengießerei vorm. Seidel & Naumann”. 1899 in einem besonderen Neubau Produktionsaufnahme der Ideal- und später der Erika-Schreibmaschine, später zusätzlich Bau von Rechenmaschinen. Außerdem wurden Lokomotiv-Geschwindigkeitsmesser hergestellt. 1911 Verlagerung der Gießerei in ein neues Werk in Heidenau. 1914 Übernahme der Biesolt & Locke Nähmaschinenfabrik GmbH in Meißen. Die Werke gingen nach der Verstaatlichung überwiegend im bekannten VEB Robotron auf. Dort wurde die (im Westen u.a. über Neckermann vertriebene) Erika-Schreibmaschinen ein wichtiger Devisenbringer. Die AG selbst verlegte ihren Sitz nach Düsseldorf und trat in Liquidation, sie ist aber als AG i.L. noch heute im Verzeichnis des Anteilsbesitzes der Allianz-Versichgerung mit 13,2 % aufgeführt.

Los 2311 Schätzwert 2.000 € (1 Posten, ca. 2500 Stück)
Siegen-Solinger Gussstahl-Aktien-Verein Solingen
VZ-Aktie 1.200 Mark Febr. 1923 (Auflage 12500)
(ex Lot 3538 BARoV 1, Febr. 1923 Peus 1844, 4500/2500, II/III)
Gründung 1872. Gussstahlfabriken in Solingen-Wald sowie (wegen der günstigeren Energiekosten durch die mitteldeutsche Braunkohle) in Frankleben und Groß-Kayna bei Merseburg, wo ein neues Elektrostahlwerk errichtet wurde. 1922 Übernahme der Weyersberg, Kirschbaum & Cie. AG mit 2 Werken in Solingen und Wald, wo Fahrräder, Motorräder, Haarschneidemaschinen und blanke Waffen hergestellt wurden. 1924 Sitzverlegung nach Berlin (dort auch börsennotiert). 1932 als Folge der Weltwirtschaftskrise in Konkurs gegangen. Dekorativ, Signet mit gekreuzten Degenklingen.

Los 2312 Schätzwert 800 € (2 Posten, ca. 810 Stück)
Simonius’sche Cellulosefabriken AG Fockendorf (Thür.)
Aktie 100 RM 26.7.1928 (Auflage 1000)
(ex Lot 152 BARoV 2, Peus 4282, 700/420, II)
Aktie 1.000 RM 26.7.1928 (Auflage 1400)
(ex Lot 152 BARoV 2, Peus 4283, 950/390, II)
Gründung 1894 unter Übernahme der KG A. Simonius & Co. in Wangen i.Allgäu. 1926 Sitzverlegung nach Fockendorf. 1935 Umfirmierung in Papierfabrik Fockendorf AG. Auch Besitz des Braunkohlenwerkes „Grube Augusta“, Pahna bei Fockendorf. Hergestellt wurden Papier und Holzschliff. Großaktionär: Zellstofffabrik Waldhof, Mannheim. Betrieb nach 1946 VEB Zellstoff- und Papierfabrik Trebsen, BT Fockendorf, 1990 geschlossen.

Los 2313 Schätzwert 600 € (1 Posten, ca. 1000 Stück)
Spamer AG, Leipzig
Aktie 1.000 RM 25.1.1933 (Auflage 1400)
(ex Lot 3522 BARoV 1, Peus 1855, 1250/1000, II)
Gründung 1847. AG seit 1932. Übernahme und Ausführung aller Arbeiten des graphischen Gewerbes, insbes. Fortführung der Spamerschen Buchdruckerei u. der Spamerschen Buchbinderei in Leipzig. 1949 Verlagerung nach München. 1952 erfolgte die amtl. Löschung. G & D-Druck.

Los 2314 Schätzwert 1.000 € (1 Posten, ca. 6760 Stück)
Speicherei- und Speditions-AG, Riesa
Aktie 100 RM Juni 1928 (Auflage 28800)
(Lot 3461 BARoV 1, Zuschlag 1.100 €, Peus 1856, 9500/6760, II/III)
Gründung 1897. Zweigstelle in Dresden. Betrieb der Speicherei, Spedition, Kommission, Lombardierung und Handel mit Waren aller Art. Börsennotiz Leipzig, Großaktionär war die Hamburg-Amerika-Linie (HAPAG). Die AG überlebte wundersamer Weise die ganze DDR-Zeit und stand 1989/90 mit kapitalistischen Aktionären wieder auf. G & D-Druck. Nicht lochentwertet, die seltene Variante mit BAROV-Stempel.

Los 2315 Schätzwert 2.700 € (2 Posten, ca. 600 Stück)
Spinnerei Deutschland, Gronau i.W.
Actie 1.000 Mark 17.12.1921 (Auflage 2200)
(ex Lot 629 BARoV 2, Peus 4297, 250/310, III)
Aktie 300 RM 15.12.1927 (Auflage 1700)
(ex Lot 629 BARoV 2, Peus 4298, 275/290, III)
(Lot 629 BARoV 2, Zuschlag 2.700 €)
Gründung 1896 durch holländische Textilfabrikanten. Betrieb von Baumwoll-Spinnereien und Zwirnereien. Der Betrieb überstand den 2. Weltkrieg völlig unbeschadet, weshalb 1949 das Kapital 1:1 von RM auf DM umgestellt werden konnte. Großaktionär war lange Zeit die D. Jordaan F. J. Zoon in Monte Carlo (schon die Gründeraktie trägt die Originalunterschrift von Dr. Jordaan als Vorstand), in den 60er Jahren ging die Majorität auf die J. Bierbaum & Söhne in Borken über; die wenigen freien Aktien notierten im ungeregelten Freiverkehr Düsseldorf. 1971 in eine GmbH umgewandelt.

Los 2316 Schätzwert 450 € (1 Posten, ca. 230 Stück)
Spinnerei Sachsenburg AG, bei Frankenberg i.Sa.
Aktie 1.000 RM Jan. 1929 (Auflage 500)
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 4299, 450/230, II)
Gründung 1926 als Nachfolgegesellschaft der G. G. Reichelt AG i. Konkurs. Bereits 1930 mußte auch diese neue Gesellschaft ihre Zahlungen einstellen und wurde danach liquidiert. Auf dem Betriebsgelände wurde bereits im Mai 1933 eines der ersten Konzentrationslager eingerichtet, in dem zwischen 1933 und 1937 durchschnittlich 2000 Regimegegner inhaftiert waren. Der Prügelblock, der in alle Konzentrationslager Eingang gefunden hat, wurde hier entwickelt. 1968 wurde ein Mahnmal errichtet, die Gedenkstätte wurde 1990 mit Rückübertragung des Geländes geschlossen.

Los 2317 Schätzwert 400 € (1 Posten, ca. 1000 Stück)
Staatliche Kreditanstalt Oldenburg, Oldenburg
4,5 % Pfandbrief 100 RM 2.1.1937
(ex Lot 3537 BARoV 1, Peus 1861, 4500/1000, II)
Gründung 1883 als “Bodenkreditanstalt” zur Förderung des Realkredits im Herzogtum Oldenburg, umbenannt 1906 in Staatliche Kreditanstalt für das Herzogtum Oldenburg und 1922 in Staatliche Kreditanstalt Oldenburg. Zugleich wurden die Landesteile Lübeck und Birkenfeld in das Geschäftsgebiet einbezogen. 1932 Erweiterung der Aufgaben auf die einer echten Staatsbank, nun auch Pflege des Einlagen- und privaten Kreditgeschäfts. 1937 Fusion der Staatsbanken in Oldenburg und Bremen zur “Staatliche Kreditanstalt Oldenburg-Bremen” mit Sitz in Bremen, in Oldenburg i.O. blieb eine Zweigniederlassung bestehen. Dieses Institut beschränkte sich erneut auf das langfristige Geschäft, für das kurzfristige Geschäft wurde zum 1.1.1938 die in Personalunion geführte “Bremer Landesbank” neu gegründet. 1983 wurden beide Institute aufgrund eines Staatsvertrages zwischen den Bundesländern Bremen und Niedersachsen wieder in der “Bremer Landesbank Kreditanstalt Oldenburg - Girozentrale” vereinigt. Oldenburger Wappen im Unterdruck.

Los 2318 Schätzwert 500 € (1 Posten, ca. 1300 Stück)
Staatliche Kreditanstalt Oldenburg, Oldenburg
4,5 % Pfandbrief 1.000 RM 2.1.1937
(ex Lot 3537 BARoV 1, Peus 1861, 4500/1300, II/III)

Los 2319 Schätzwert 1.200 € (1 Posten, ca. 2300 Stück)
Stader Lederfabrik AG, Stade
Aktie 100 RM Juli 1942 (Auflage 10000)
(ex Lot 3537 BARoV 1, Peus 1865, 2300/2300, II)
1896 Gründung des Unternehmens unter der Fa. Norddeutsche Lederfabrik GmbH. Bis 1906 Fabrikation von Sohlleder, ab 1907 Vacheleder. 1915 Umwandlung in eine AG. 1949 Gründung der Frankfurter Niederlassung. 1955 Neubau eines eigenen Hauses in Köln. Verkaufsstellen in Berlin und Köln. 1960 Liquidation.

Los 2320 Schätzwert 300 € (1 Posten, ca. 600 Stück)
Stadt Bochum
8 % Schuldv. 1.000 RM 1.2.1929
(ex Lot 3538 BARoV 1, Peus 293, 2200/600, II)

Los 2321 Schätzwert 250 € (1 Posten, ca. 400 Stück)
Stadt Duisburg
8 % Schuldv. 500 RM 31.5.1928
(ex Lot 3538 BARoV 1, Peus 668, 1100/400, II/III)
Für gemeinnützige Zwecke ausgegeben. Stadtwappen im Unterdruck sowie in allen vier Ecken.

Los 2322 Schätzwert 1.200 € (1 Posten, ca. 120 Stück)
Stadtbrauerei Wurzen vorm. F. A. Richter Wurzen
Actie 1.000 Mark 11.5.1888 (Auflage 400)
(Lot 631 BARoV 2, Zuschlag 2.400 €, Peus 4309, 250/120, III/IV)
Gründung 1887. Die Firma lautete zunächst Stadtbrauerei Wurzeb vorm. F.A. Richter. Kleine Brauerei mit einem jährlichen Bierabsatz von kaum mehr als 10.000 hl. Zum Verlustausgleich beschloß die Generalversammlung 1894 die Umwandlung von 200 Aktien in 5 %ige Vorzugsaktien gegen eine Zuzahlung von 40 % des Nennwertes. Die Börsennotiz in Leipzig wurde 1922 eingestellt, nachdem die Riebeck-Brauerei als Großaktionär Ende 1921 einen Umtausch der Wurzen-Aktien in Riebeck-Aktien durchgebracht hatte. 1946 in Volkseigentum überführt, 1965 wurde der VEB Brauerei Wurzen geschlossen. Äußerst dekorativ, ornamentreiche Umrahmung mit Putten.

Los 2323 Schätzwert 500 € (1 Posten, ca. 1300 Stück)
Stadtgemeinde Chemnitz
Ablösungs-Schuldv. Lit. B 25 RM 18.11.1929
(ex Lot 3541 BARoV 1, Peus 416, 1500/1300, II/III)

Los 2324 Schätzwert 900 € (2 Posten, ca. 300 Stück)
Steigerbrauerei AG vorm. Gebrüder Treitschke, Erfurt
Aktie 1.000 Mark 1.10.1908 (Auflage 600)
(ex Lot 635 BARoV 2, Peus 4321, 200/150, III)
Aktie 1.000 Mark 1.7.1922 (Auflage 950)
(ex Lot 635 BARoV 2, Peus 4322, 250/150, III)
(Lot 635 BARoV 2, Zuschlag 1.800 €)
Gründung 1908 unter Übernahme der Brauerei der Gebrüder Treitschke in der Steigerstr. 24. Jährlicher Ausstoß ca. 45.000 hl. Außerdem an der Arnoldi’schen Bierbrauerei GmbH in Gotha beteiligt. Dekorativer G&D-Druck.

Los 2325 Schätzwert 1.200 € (1 Posten, ca. 2100 Stück)
Steingutfabrik Colditz AG, Colditz i.Sa.
Actie 1.000 Mark 24.4.1923 (Auflage 10000)
(ex Lot 3525 BARoV 1, Peus 1870, 6000/2100, III)
Gründung 1907 zwecks Fortbetrieb und wesentlicher Vergrößerung der Steingutfabrik von Carl August Zschau. Hergestellt wurden Wasch- und Küchengarnituren sowie Tafelgeschirr. Werke in Colditz, Strehla und Oschatz (letzteres 1938 verkauft). Übernommen wurden 1927 die Steingutfabrik Staffel GmbH bei Limburg/Lahn und 1931/32 die Edelstein-Porzellanfabrik AG in Küps (Bayern). Nur diese beiden Beteiligungen blieben erhalten, nachdem in der Ostzone die Werke Colditz und Strehla 1946 enteignet worden waren. Folglich Sitzverlegungen nach Limburg/Lahn (1949) bzw. Staffel (1956). 1973 Umfirmierung in “Colditz Industrieholding AG” und zugleich Sitzverlegung nach Frankfurt/Main. 1976 wurde die hochdefizitäre Tochter “Heinrich Porzellan GmbH” in Selb an Villeroy & Boch verkauft. Anfang der 80er Jahre Sitzverlegung nach Mönchengladbach und 1982 Verschmelzung mit der Alleinaktionärin “Wickrather Handels- und Beteiligungs-AG”.

Los 2326 Schätzwert 1.500 € (4 Posten, ca. 670 Stück)
Stickereiwerke Plauen AG, Plauen i.V.
Aktie 1.000 Mark Dez. 1910 (Auflage 1250)
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 4348, 350/200, III)
Aktie 1.000 Mark 30.11.1921
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 4349, 225/130, III/IV)
Aktie 5.000 Mark 30.11.1921
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 4350, 250/130, III/IV)
Aktie 5.000 Mark 22.3.1923 (Auflage 5000)
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 4351, 350/210, III)
Gründung am 5.3.1910. Herstellung von Stickereien, Spitzen und Kunstseidentrikot-Wäsche. 1933 Aufnahme der Fabrikation von Charmeuse- und Interlock-Wäsche mit modernen Wirk- und Wäsche-Spezialmaschinen. Die Firma wurde nach dem Krieg nicht verlagert.

Los 2327 Schätzwert 600 € (2 Posten, ca. 380 Stück)
Strelow AG für Elektrotechnik, Elterlein i. Erzgeb.
Aktie 10.000 Mark 2.1.1923 (Auflage 800)
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 4358, 500/300, II/III)
(VZ-)Aktie 10.000 Mark 2.1.1923 (Auflage 200)
(ex Lot 115 BARoV 3, Peus 6735, 180/80, II/III)
Herstellung von Fabrikaten auf den Gebieten Elektrotechnik, Feinmechanik, Metallwarenfabrikation, Gastechnik und Maschinenbau. 1927 Umbenennung in Strelow AG. 1928 Sitzverlegung nach Berlin, in Elterlein verblieb eine produzierende Zweigniederlassung. Nachdem der Betrieb gegen Ende der Weltwirtschaftskrise fast zwei Jahre lang still lag, wurde 1936 der Konkurs eröffnet. Mit Umstellungsstempel auf 100 Goldmark.

Los 2328 Schätzwert 750 € (1 Posten, ca. 200 Stück)
Süddeutsche Grosshandels-AG für Getreide und Mühlenfabrikate, Mannheim
Aktie 1.000 Mark Juli 1923 (Auflage 25000)
(ex Lot 99 BARoV 3, Peus 6741, 230/200, III)
Gründung 1923. Handel mit Getreide, Mühlenfabrikaten und Futtermitteln sowie die Erzeugung, Be- und Verarbeitung dieser Waren und der Betrieb von Mühlen. 1925 Beschluß der Liquidation.

Los 2329 Schätzwert 400 € (1 Posten, ca. 230 Stück)
Talsperren-AG Crimmitschau, Crimmitschau
Aktie 1.000 RM 18.4.1929 (Auflage 800)
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 4370, 400/230, III/IV)
Gründung am 31.3.1926. Hintergrund des auf privatwirtschaftlicher Basis betriebenen Talsperrenbaus waren ständige Streitereien zwischen den Betrieben des hochindustrialisierten Pleißentals und den Bewohnern, die sich über Wasserverschmutzung (im Tal waren u.a. einige Textilfärbereien ansässig) beklagten. Die Talsperre wurde unter Führung der Industriellen-Familie Wolf gebaut, um die Wasserversorgung der Gemeinden und der Industrie zu verstetigen, ferner zwecks Erhöhung des Hochwasserschutzes und des Feuerschutzes.

Los 2330 Schätzwert 1.000 € (3 Posten, ca. 560 Stück)
Teppich- und Textilwerke AG, Adorf i.V.
Aktie 1.000 RM 6.7.1927 (Auflage 596)
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 4376, 550/330, II/III)
Aktie 1.000 RM 1.11.1928 (Auflage 564)
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 4377, 300/160, II)
Aktie 100 RM 1.11.1928 (Auflage 350)
(ex Lot 116 BARoV 3, Peus 6763, 190/70, II/III)
Gegründet 1900 als Sächsische Kunstweberei Claviez AG nach Übernahme der Firma Kunstweberei Claviez & Co. GmbH in Leipzig. Fabriziert wurden Teppiche und Möbelstoffe. 1916 umbenannt in Textilosewerke und Kunstweberei Claviez AG, dann ab 1927 Teppich- und Textilwerke AG.

Los 2331 Schätzwert 350 € (1 Posten, ca. 200 Stück)
Textil-Industrie Niederrhein AG, Mönchengladbach
Aktie 1.000 Mark 23.1.1922 (Auflage 20000)
(ex Lot 142 BARoV 2, Peus 4388, 600/200, II/III)
Gegründet am 23.1.1922. Herstellung und Vertrieb von Baumwollgarnen, Imitat- und Mungogarnen. Konkursverfahren 1929, 1936 aufgehoben. Großformatiges Papier, dekorativ gestaltet.

Los 2332 Schätzwert 2.000 € (1 Posten, ca. 4800 Stück)
Thode’sche Papierfabrik AG, Hainsberg, Bez. Dresden
Aktie 100 RM 11.4.1925 (Auflage 8850)
(ex Lot 3522 BARoV 1, Peus 1909, 4800/4800, II/III)
Gründung 1836 durch C. Michael und G. F. Thode. 1856 erwarb die Leipziger Credit-Anstalt die Fabrik und wandelte das Unternehmen in eine AG um. Mit zuletzt ca. 450 Mitarbeitern und 4 Papiermaschinen sowie 4 Holzschleifern wurden in Hainsberg (Dresdner Str. 36) Schreib- und Druckpapiere hergestellt. Börsennotiz Dresden/Leipzig. Nach 1945 enteignet. Heute Papierfabrik Hainsberg GmbH. Farbenfroher Druck.

Los 2333 Schätzwert 350 € (1 Posten, ca. 3700 Stück)
Thüringer Elektricitäts-Lieferungs-Gesellschaft AG, Gotha
Aktie 100 RM Mai 1929 (Auflage 16000)
(ex Lot 3545 BARoV 1, Peus 1910, 7000/3700, II/III)
Gründung 1904 als „Elektrizitätswerk und Straßenbahn Gotha AG“, 1912 im Zuge der Erweiterung zu einem Überlandunternehmen umbenannt wie oben. Elektrische Versorgung von Teilen von Sachsen-Meiningen und Sachsen-Weimar-Eisenach sowie der preußischen Kreise Herrschaft Schmalkalden und Schleusingen, außerdem Betriebsführung der Überlandwerk Rhön GmbHin Mellrichstadt sowie Bau und Betrieb der Straßenbahn Gotha und der Thüringerwaldbahn (elektrische Fernbahn Gotha-Friedrichroda-Großtabarz, noch heute in Betrieb, rumpelt in straßenbahnähnlicher Aufmachung durch den Wald). Damals in Frankfurt börsennotiert, gehörte zum Einflußbereich der A.E.G.

Los 2334 Schätzwert 350 € (1 Posten, ca. 400 Stück)
Thüringer Elektricitäts-Lieferungs-Gesellschaft AG, Gotha
5% Teilschuldv. 1.000 RM April 1937 (Auflage 5000)
(ex Lot 152 BARoV 2, Peus 4400, 750/400, II/III)
Gründung 1904 als „Elektrizitätswerk und Straßenbahn Gotha AG“, 1912 im Zuge der Erweiterung zu einem Überlandunternehmen umbenannt wie oben. Elektrische Versorgung von Teilen von Sachsen-Meiningen und Sachsen-Weimar-Eisenach sowie der preußischen Kreise Herrschaft Schmalkalden und Schleusingen, außerdem Betriebsführung der Überlandwerk Rhön GmbHin Mellrichstadt sowie Bau und Betrieb der Straßenbahn Gotha und der Thüringerwaldbahn (elektrische Fernbahn Gotha-Friedrichroda-Großtabarz, noch heute in Betrieb, rumpelt in straßenbahnähnlicher Aufmachung durch den Wald). Damals in Frankfurt börsennotiert, gehörte zum Einflußbereich der A.E.G.

Los 2335 Schätzwert 2.500 € (1 Posten, ca. 4900 Stück)
Thüringer Gasgesellschaft, Leipzig
Aktie 1.000 RM 23.12.1924 (Auflage 19500)
(ex Lot 3545 BARoV 1, Peus 1913, 9000/4900, II/III)
Gründung 1867 in Gotha, 1872 Sitzverlegung nach Leipzig. Zunächst Gasbeleuchtung in thüringischen Städten. Ab 1904 erstmals Gasfernversorgung, seit 1902 auch Betätigung in der Elektrizitätswirtschaft. Nach der Enteignung in der Ostzone 1948 Sitzverlegung nach Köln. 1979 Verschmelzung mit der „AG für Licht- und Kraftversorgung“ und Sitzverlegung nach München. Noch heute als ThüGa bestehende bedeutende Holding für Energieversorgungsunternehmen. G & D-Druck.

Los 2336 Schätzwert 300 € (1 Posten, ca. 250 Stück)
Thüringer Rohstoff AG, Weimar
Na.-Aktie 1.000 RM 22.12.1936 (Auflage 1000)
(ex Lot 120 BARoV 3, Peus 6785, 500/250, II/III)
Gründung 1936 zwecks Erforschung, Gewinnung und Verwertung von Bodenschätzen und die Erfüllung wirtschaftlicher Aufgaben, insbesondere im Rahmen des zweiten Vierjahresplanes. Die Ges. besaß sämtliche Kuxe der Gew. Ottlar. Nachdem ein Versuch zur Wiederbelebung des Ilmenauer Kupfererzbergbaus scheiterte, konzentrierte sich die Ges. auf den Abbau von Mangan- und Antimonerz in Geraberg bzw. Lobenstein. Bei bewußter Inkaufnahme der Unwirtschaftlichkeit des Abbaues lieferte die Ges. bis einschließlich 1944 über 8.100 t Manganerz und rund 1.400 t Antimonerz den rüstungswirtschaftlichen Stahlveredlern zur Weiterverhütung ab.

Los 2337 Schätzwert 1.000 € (1 Posten, ca. 1560 Stück)
Thüringer Uhrenfabrik Edmund Herrmann AG Berlin
Aktie 1.000 Mark 30.11.1923 (Auflage 60000)
(Lot 3469 BARoV 1, Zuschlag 1.100 €, Peus 1915, 1600/1560, I/II)
Gründung 1917. Als Zweigniederlassungen wurden die Uhrenfabriken J. Assmann, Glashütte i.Sa., Chronos-Werk Schwenningen und Schwarzwälder Uhrenfabrik, Villingen geführt. 1920 Sitzverlegung nach Berlin. 1925 Liquidation wegen „unkaufmännischer Leitung durch den Vorstand Generaldirektor Edmund Herrmann“.

Los 2338 Schätzwert 600 € (1 Posten, ca. 1000 Stück)
Thüringische Elektrizitäts- und Gas-Werke AG Apolda
Aktie 100 RM Nov. 1928 (Auflage 6000)
(ex Lot 3545 BARoV 1, Peus 1918, 2200/1000, II/III)
Gründung 1901 unter Übernahme der Gasanstalt Apolda und des Elektrizitätswerks Ilmenau von der Elektra AG in Dresden. 1903 wurde das Elektrizitätswerk Apolda erbaut. Der Konzessionsvertrag mit der Stadt Apolda für das Elektrizitäts- und Gaswerk Apolda lief zuletzt bis 1952. Großaktionäre waren die Stadt Apolda und die Elektrizitäts-AG vorm. Schuckert & Co. in Nürnberg.

Los 2339 Schätzwert 1.500 € (1 Posten, ca. 2560 Stück)
Thüringische Glasinstrumentenfabrik Alt, Eberhardt & Jäger AG, Ilmenau
Aktie 100 RM 8.12.1934 (Auflage 5860)
(Lot 3470 BARoV 1, Zuschlag 1.500 €, Peus 1920, 2500/2560, II/III)
AG seit 1907. Herstellung von Glasinstrumenten, Thermometern und chemisch-pharmazeutischen Glaswaren. 1948 wurde der Betrieb verstaatlicht und in VEB Glaswerke Ilmenau umgewandelt. 1976 in dem neuen Großkombinat VEB Werk für technisches Glas Ilmenau am Vogelherd in Ilmenau als dessen Hauptbestandteil aufgegangen.

Los 2340 Schätzwert 300 € (1 Posten, ca. 310 Stück)
Toga Vereinigte Webereien AG, Gera
Aktie 1.000 RM März 1929 (Auflage 12000)
(ex Lot 152 BARoV 2, Peus 4407, 600/310, II)
Gründung Mai 1926 als Ernst Fr. Weissflog AG. 1928 Zusammenschluss mit den Firmen Gebr. Aschaffenburg Tuchfabrik in M.Gladbach, Bautzner Tuchfabrik in Bautzen, C. Delius Tuchfabrik in Aachen, Joh. Erckens Söhne GmbH Tuchfabrik in Aachen und Wm. Focke & Co. Kammgarnweberei in Gera sowie Umfirmierung wie oben. 1932 wurde Auflösung beschlossen.

Los 2341 Schätzwert 2.800 € (3 Posten, ca. 1930 Stück)
Triptis AG, Triptis
VZ-Aktie 1.000 Mark 30.9.1922 (Auflage 1000). (ex Lot 654 BARoV 2, Peus 4413, 850/830, II/III)
Aktie 100 RM April 1938 (Auflage 1000)
(ex Lot 654 BARoV 2, Peus 4414, 650/690, II/III)
Aktie 1.000 RM April 1938 (Auflage 570)
(ex Lot 654 BARoV 2, Peus 4415, 400/410, II/III)
(Lot 654 BARoV 2, Zuschlag 2.800 €)
Gründung 1896 unter Übernahme der Porzellanfabrik Unger & Gretschel, Triptis als “Porzellanfabrik Triptis”, ab 1912 Triptis AG. Fabrikation von Porzellan (weißes und dekoriertes Porzellangeschirr) und Glaswaren. In der DDR VEB Triptis Porzellan, nach der Privatisierung 1990 Triptis Porzellan GmbH & Co. KG.

Los 2342 Schätzwert 1.000 € (1 Posten, ca. 1400 Stück)
Triumph Werke Nürnberg AG, Nürnberg
Aktie 100 RM 28.7.1933 (Auflage 4000)
(ex Lot 3473 BARoV 1, Peus 1936, 3000/1400, II/III)
Gründung 1896 durch die englische „Triumph Cycle Company“ in Coventry. Zunächst Herstellung von Fahhrrädern, ab 1903 auch von Motorrädern (Zweiradfertigung bis 1957!) Mit der Aufnahme der Schreibmaschinen-Produktion 1909 wird der Grundstein für den später jahrzehntelang bedeutenden Büromaschinen-Hersteller Triumpf-Adler gelegt. 1913 werden die Bindungen zur englischen Mutterfirma gelöst. 1928/30 Aufnahme der Produktion von Buchungsmaschinen. Ab 1954/55 Produktion des Contessa-Motorrollers und des Fips-Mopeds, wodurch Verkaufsrückgänge bei Fahrrädern und Motorrädern aufgefangen werden können. 1957 verkauft die Dresdner Bank die Aktienmehrheit an Max Grundig, im gleichen Jahr Einstellung der Zweiradproduktion. 1968 veräußert Grundig seine Anteile an den US-Konzern Litton Industries, 1979 übernimmt die Volkswagenwerk AG die Aktienmehrheit. Bald darauf Umfirmierung in TA TRIUMPH-ADLER AG, die Produktion der traditionsreichen, schon 1880 gegründeten Adlerwerke vorm. Heinrich Kleyer AG in Frankfurt/M. (an der Triumph schon lange die Aktienmehrheit hielt) wird integriert. Die Produktion elektronischer Baugruppen sowie von Büro-, Text- und Personal Computern wird aufgenommen. Für VW erweist sich das Engagement als Desaster, die Verluste bei TA steigen dramatisch: 1986 ist man froh, TA an den italienischen Erzkonkurrenten Ing. C. Olivetti & C. SpA abgeben zu können, der aber mit der Beteiligung ebensowenig glücklich wird. Nach Abgabe der Aktien an branchenfremde Investoren ist TA heute mit rd. 4.500 Mitarbeitern Deutschlands führender Anbieter von Druck-, Kopier- und Präsentationstechnik und in Frankfurt als SMAX-Wert börsennotiert. Zweites Standbein ist das Geschäftsfeld Spiel + Freizeit. Eine der bemerkenswertesten Geschichten über Aufstieg und zwischenzeitlichen Niedergang eines der einst glanzvollsten deutschen Industrieunternehmen.

Los 2343 Schätzwert 1.800 € (1 Posten, ca. 3300 Stück)
Tschoepelner Werke AG, Tschoepeln
Aktie 1.000 Mark Sept. 1920 (Auflage 4650)
(ex Lot 3474 BARoV 1, Peus 1940, 3200/3300, II)
Braunkohlenbergbau sowie Verarbeitung u. Verwertung aller durch Abbau gewonnenen Produkte, Erzeugung, Abgabe u. Verwertung elektr. Energie. Außerdem Herstellung von Ton sowie Betrieb von Land- u. Forstwirtschaft. 1928 wurden die Grubenfelder Huss und Hela in Quolsdorf erworben. Großaktionär war die Osram GmbH. Nach dem Krieg nicht verlagert, Tschoepeln gehört heute zu Polen.

Los 2344 Schätzwert 750 € (1 Posten, ca. 1200 Stück)
Tuchfabrik Aachen vorm. Süskind & Sternau AG Aachen
Aktie 100 RM Sept. 1929 (Auflage 5000)
(ex Lot 3538 BARoV 1, Peus 1941, 3500/1200, II)
Gründung 1889 nach Übernahme der Tuchfabrik von Süskind und Sternau in Aachen-Burtscheid. Die Fabrik bestand aus Spinnerei, Weberei und Appretur. Erzeugt wurden Damen- und Herrenstoffe. 1939 Umbenennung in Tuchfabrik Aachen. Börsennotiz Berlin und Düsseldorf. 1952 Liquidation.

Los 2345 Schätzwert 1.200 € (1 Posten, ca. 1900 Stück)
Überlandwerk Mainfranken AG, Würzburg
Aktie 100 RM 1.6.1938 (Auflage 15800)
(ex Lot 3528 BARoV 1, Peus 1943, 6000/1900, II)
Gründung 1920 auf Initiative des unterfränkischen Kreistages als Kreis-Elektrizitätsversorgung Unterfranken AG, Firmenname ab 1937 wie oben, später Überlandwerk Unterfranken AG. Eigene Wasserkraftwerke an der Fränkischen Saale (Gräfendorf, Aura und Aschach), ansonsten Strombezug vom Bayernwerk zur Versorgung von rd. 50 Weiterverteilern, knapp 1.000 Sonderabnehmern und über 120.000 Tarifkunden. Der Ges. gehörten auch 99,88 % der der Säge- und Überlandwerk Hofheim AG. Großaktionäre waren die Württ. Elektrizitäts-AG und das Bayernwerk (2000 mit der PreußenElektra zur E.ON Energie AG verschmolzen), 2001 in der E.ON Bayern AG aufgegangen.

Los 2346 Schätzwert 850 € (2 Posten, ca. 300 Stück)
„UNION“ Leipziger Presshefe-Fabriken u. Korn- branntweinbrennereien AG, Mockau bei Leipzig
Aktie 1.000 Mark 15.6.1900 (Auflage 500)
(ex Lot 659 BARoV 2, Peus 4433, 200/110, II/IV)
Aktie 1.000 Mark 29.4.1914 (Auflage 500)
(ex Lot 659 BARoV 2, Peus 4434, 300/190, II/IV)
(Lot 659 BARoV 2, Zuschlag 1.700 €)
Gründung 1900, eingebracht wurde die Presshefe- und Kornspiritus-Fabrik Saxonia Horn & Co. in Leipzig-Mockau sowie die Presshefefabrik und Kornbranntweinbrennerei C. Koelitz-Giani in Leipzig. Der Betrieb in Leipzig-Mockau (Mockauerstr. 76) wurde bei der AG-Gründung vollständig neu eingerichtet und wesentlich erweitert. 1913 zwecks Vergrößerung der Hefeproduktionsrechte mehrheitlicher Erwerb der Presshefefabrik Osterland AG in Gera.

Los 2347 Schätzwert 700 € (3 Posten, ca. 690 Stück)
Valencienne AG, Dresden-Leuben
Aktie 100 RM Aug. 1928 (Auflage 2700)
(ex Lot 3541 BARoV 1, Peus 1964, 2000/40, II/III)
Aktie 100 RM Jan. 1929 (Auflage 3300)
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 4442, 700/360, II/III)
Aktie 1.000 RM Jan. 1929 (Auflage 750)
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 4443, 500/290, II/III)
Gründung 1920 unter Fortführung der früher von der „Valencienne“ Spitzenfabrik GmbH in Leuben betriebenen Spitzenfabrik. Herstellung von gewebten baumwollenen und seidenen Spitzen und Spitzenstoffen. 100 % Beteiligung an der Mechanische Weberei Dresden GmbH. Nach 1949 nicht verlagert.

Los 2348 Schätzwert 450 € (1 Posten, ca. 250 Stück)
Vereinigte Berliner Mörtelwerke, Berlin
Aktie 1.000 Mark o.D., Ersatzstück für 1889er Aktie
(Lot 622 BARoV 3, Zuschlag 460 €, Peus 6860, 300/250, II/III)
Gründung 1889 durch Zusammenschluß mehrerer Mörtelwerke in Gross-Berlin. Die Werke Niederlehme, Phöben, Gosen und Zernsdorf fanden sich nach dem Krieg in der SBZ wieder. Im Westsektor verblieben der Ges. Werke in Berlin (Schleusenufer 5/6), Charlottenburg und Spandau sowie eine Kies- und Sandgrube in Staaken. 1973 Konkurs. Wegen Rückgabeansprüchen für Ost-Grundbesitz wurde die Gesellschaft nach der Wende wieder reaktiviert.

Los 2349 Schätzwert 1.500 € (1 Posten, ca. 2700 Stück)
Vereinigte Deutsche Metallwerke AG, Frankfurt a.M.
Aktie 1.000 RM 22.9.1939 (Auflage 10425)
(ex Lot 3479 BARoV 1, Peus 1973, 2400/2700, II)
Gründung 1930 durch Vereinigung mehrerer NE-Metall-Fabriken, u.a. der Heddernheimer Kupferwerke. 1934 Sitzverlegung von Einsal bei Altena, Westf. nach Frankfurt a.M. Eine der bedeutendsten Firmen auf dem Gebiet der NE-Metallhalbzeugproduktion in der BRD. Heute ThyssenKrupp VDM GmbH, Werdohl.

Los 2350 Schätzwert 2.000 € (1 Posten, ca. 7000 Stück)
Vereinigte Elektrizitätswerke Westfalen AG, Dortmund
4,5 % Teilschuldv. 1.000 RM Sept. 1940
(ex Lot 3539 BARoV 1, Peus 1984, 12500/7000, II)
Ursprung ist die Elektrizitätswerk Westfalen AG, gegr. 1906 durch die Kommunen Bochum, Recklinghausen und Gelsenkirchen mit Unterstützung der Bergwerksgesellschaft Hibernia und der Berliner Handels-Gesellschaft als Gegengewicht zum als bedrohlich empfundenen RWE unter Hugo Stinnes und August Thyssen. 1925 Zusammenschluß mit der Westfälische Verbands-Elektrizitätswerk AG in Dortmund und dem Städtischen Elektrizitätswerk Dortmund zu einer in Kommunalbesitz befindlichen GmbH. Ab 1926 auch Erwerb bedeutender Steinkohlenzechen. AG seit 1930, Großaktionär war mit über 30 % die Stadt Dortmund. 1966 durch Ausgabe von Inhaberaktien auch dem breiteren Anlegerpublikum geöffnet. 2000 durch Fusion im RWE aufgegangen.

Los 2351 Schätzwert 400 € (2 Posten, ca. 440 Stück)
Vereinigte Holzstoff- und Papierfabriken AG, Niederschlema i.Sa.
7 % Teilschuldv. 500 RM 29.4.1927 (Auflage 800)
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 4467, 300/160, II)
7% Teilschuldv. 1.000 RM 29.4.1927 (Auflage 1500)
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 4468, 500/280, II/III)
Gründung 1871 als „Holzstoff- und Papierfabrik zu Schlema bei Schneeberg“, 1924 Umfirmierung in “Vereinigte Holzstoff- und Papierfabrik AG zu Schlema bei Schneeberg” anläßlich der Übernahme der Holzstoff- und Papierfabrik C.F. Leonhardt in Niederschlema. Erzeugt wurden insbesondere Kunstdruckpapiere und -karton. 1961 Konkursverfahren über das Westvermögen.

Los 2352 Schätzwert 3.000 € (1 Posten, ca. 7600 Stück)
Vereinigte Holzstoff- und Papierfabriken AG Niederschlema i.Sa.
Aktie 100 RM 10.1.1934 (Auflage 10800)
(ex Lot 3522 BARoV 1, Peus 1992, 7500/7600, II)
Schöner G&D-Druck, Vignette mit Stapel von Papier und Papierrollen.

Los 2353 Schätzwert 300 € (1 Posten, ca. 250 Stück)
Vereinigte Rumpuswerke AG, M.-Gladbach
Aktie 1.000 RM Nov. 1941 (Auflage 1750)
(ex Lot 143 BARoV 2, Peus 4479, 1000/250, II/III)
Gründung 1923. Gliederung in 6 Betriebe: Dreizylinder-Baumwollspinnerei, Baumwoll-Weißweberei, Baumwoll-Stückausrüstung und Rauherei, Bleicherei und Färberei in Mönchengladbach, Leinen- und Halbleinenweberei in Waldniel und Zweizylinder- und Vigognespinnerei in Rheydt-Giesenkirchen. Bis 1976 Herstellung von Streichgarnen aus Chemiefaser, ab 1977 nach Übergabe der Werke und Betriebsanlagen an die 1976 gegründete Vereinigte Rumpuswerke AG & Co. KG nur noch Vermögensverwaltung und Geschäftsführung der Tochter.

Los 2354 Schätzwert 1.000 € (3 Posten, ca. 1000 Stück)
Vereinigte Textilwerke Wagner & Moras AG, Zittau
Aktie 100 RM 25.9.1930 (Auflage 12000)
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 4484, 500/260, II)
Aktie 300 RM 25.9.1930 (Auflage 16000)
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 4485, 550/280, II)
Aktie 1.000 RM 11.6.1931 (Auflage 1000)
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 4486, 900/460, II)
Gründung 1911 als “Wagner & Moras AG” zur Übernahme des bereits großen Textilbetriebes (fast 100.000 qm Fläche überbaut!) am Haberkornplatz 2. 1917 Übernahme der Baumwollspinnerei F. Schmitt Nachf. Anton Lehrer in Zittau. 1923 Gründung der “Vereinigte Deutsche Textilwerke AG” zwecks Zusammenfassung der eigenen Interessen mit denen der Hermann Wünsches Erben AG in Ebersbach i.Sa. und der KG Wagner & Co. in Zittau sowie (1927 dazugekommen) der S. Heymann AG in Ostritz, Sa. 1930 wurden alle diese Gesellschaften miteinander fusioniert zur “Vereinigte Textilwerke Wagner & Moras AG”. 1931 Übernahme der Aktienmehrheit der Baumwollspinnerei Speyer und Anpachtung des Betriebes. Mit knapp 200.000 Spindeln, 4.000 Webstühlen und fast 5.000 Mitarbeitern damals einer der größten deutschen Textilbetriebe. Als Folge der Weltwirtschaftskrise 1931 in Zahlungsschwierigkeiten geraten, 1933 wurde die AG aufgelöst.

Los 2355 Schätzwert 1.200 € (1 Posten, ca. 2000 Stück)
Vereinigte Zünder- und Kabelwerke AG, Meissen
Aktie Lit. C 200 RM 15.5.1928 (Auflage 11625)
(ex Lot 3541 BARoV 1, Peus 2022, 1500/2000, II/III)
Gründung 1872 als „Vereinigte Fabriken englischer Sicherheitszünder, Draht- und Kabelwerke“. 1915 Umbenennung in Vereinigte Zünder- und Kabelwerke AG. Herstellung von Zündschnüren, Drähten, Stark- und Schwachstromkabeln, Fernsprech-, Telegraphen- und Signalanlagen, Sprengkapseln und elektrischen Minenzündern. Fabriken in Meissen, Siebenlehn und Lage (Lippe). Börsennotiz Dresden/Leipzig. 1947 wurde das Unternehmen unter Anschluss an die IKA Vereinigung volkseigener Betriebe für Installation, Kabel und Apparat in Halle enteignet. 1948 Demontage der Zündschnurfabrik in Lage (Lippe) und Stilllegung. 1951 Sitzverlegung von Meissen nach Lage und 1974 nach Hamburg. 1982 von Amts wegen gelöscht.

Los 2356 Schätzwert 1.000 € (2 Posten, ca. 500 Stück)
Vereinsbank Kirchberg AG, Kirchberg / Sa.
Aktie 100 RM 19.6.1924 (Auflage 1000)
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 4504, 450/210, II/III)
Aktie 100 RM 5.7.1926 (Auflage 780)
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 4505, 550/290, II)
Gründung als AG am 11.4.1924, eingetragen am 21.6.1924. Übernahme und Weiterbetrieb des von dem 1870 gegründeten Vorschußvereins zu Kirchberg eGmbH betriebenen Bankgeschäfts. Großaktionär (1943): Sächsische Staatsbank.

Los 2357 Schätzwert 1.000 € (2 Posten, ca. 300 Stück)
Vogtländisch-Erzgebirgische Treuhand-AG Plauen i.V.
Aktie 1.000 Mark 8.10.1921 (Auflage 500)
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 4522, 300/180, III)
Aktie 5.000 Mark 5.3.1923 (Auflage 300)
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 4523, 225/120, II/III)
Gegründet 1921 zum Zwecke der Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Buchführung und Unternehmensberatung, außerdem Vermögensverwaltung und Übernahme von Treuhand-Geschäften. Die Ges. stand der Plauener Bank nahe. Mit 10 Mitarbeitern bestand sie bis nach 1945.

Los 2358 Schätzwert 750 € (1 Posten, ca. 1300 Stück)
Vogtländische Tüllfabrik AG, Plauen i.V.
Aktie 100 RM 1.8.1938 (Auflage 2500)
(ex Lot 3542 BARoV 1, Peus 2028, 1750/1300, II/III)
Gründung 1906. Hergestellt wurden Tülle aller Art für Spitzen, Gardinen, Brautschleier und Kleider. Börsennotiz Berlin, später Leipzig. G & D-Druck.

Los 2359 Schätzwert 1.200 € (1 Posten, ca. 2100 Stück)
Vomag Maschinenfabrik AG, Plauen i.V.
Aktie 1.000 RM 18.8.1938 (Auflage 4000)
(ex Lot 3542 BARoV 1, Peus 2030, 2500/2100, II/III)
Gründung 1895 nach Übernahme einer Stickmaschinen-Fabrik von J.C. & H. Dietrich. Zuerst Herstellung und Verkauf von Hand- und Schiffchen-Stickmaschinen, Vorbereitungsmaschinen für die Webereien engl. Gardinen, Wiederdruckmaschinen für endloses Papier, u.a. Rotationsmaschinen für Zeitungsdruck. Ab 1916 Herstellung von Lastwagen, Benzin- u. Dieselmotoren, Spezialfahrzeuge, Wiegegeräte, Grau- u. Stahlguß. 1932 zahlungsunfähig und Konkursverfahren. Zur Weiterführung des Betriebes wurde eine Auffanggesellschaft gegründet: Vomag-Betriebs-AG, 1938-1942 Vomag Maschinenfabrik AG, ab September 1942 Vomag Vogtländische Maschinenfabrik AG. Ab 1942 auch Panzermontage. Nach dem 2. WK wurde das Werk in Plauen von den Russen komplett demontiert und die VOMAG-Gebäude gesprengt, so daß im Vogtland nie wieder Nutzfahrzeuge gebaut werden konnten.

Los 2360 Schätzwert 1.250 € (1 Posten, ca. 2300 Stück)
von Poncet Glashüttenwerke AG Friedrichshain N.-L.
Aktie 1.000 Mark 13.7.1922 (Auflage 3900)
(ex Lot 3490 BARoV 1, Peus 2035, 2100/2300, II)
Bei der Gründung der AG 1905 wurden eingebracht: das von der bisherigen offenen Handelsgesellschaft von Poncet Glashüttenwerke zu Friedrichshain (Niederlausitz) betriebene Handels- u. Fabrikationsgeschäft einschl. der den Teilhabern an dieser Ges. gehörigen Grundbesitze in Friedrichshain, Wolfshain u. Horlitza, bes. das Rittergut Wolfshain u. Friedrichshain, die Reuthener Haide, die Julius-Grube u. die drauf betriebene Land- u. Forstwirtschaft. Die Ges. unterhält Zweigniederlassungen in Berlin, Duisdorf bei Bonn und Wiesau (Kr. Sprottau).

Los 2361 Schätzwert 350 € (3 Posten, ca. 150 Stück)
Vorschuß-Verein zu Alsleben Baumeier, Otto, Kieling & Co. KGaA, Alsleben a.S.
Namensaktie Serie A 100 RM 1.7.1924 (Auflage 500)
(ex Lot 118 BARoV 3, Peus 6929, 150/50, III)
Namensaktie Serie C 100 RM 1.7.1927 (Auflage 466)
(ex Lot 118 BARoV 3, Peus 6930, 150/50, II/III)
Namensaktie Serie E 100 RM 1.7.1929 (Auflage 500)
(ex Lot 118 BARoV 3, Peus 6931, 150/50, II/III)
Gründung 1872 als Genossenschafts-Bank, seit 1889 KGaA.

Los 2362 Schätzwert 500 € (1 Posten, ca. 200 Stück)
Vorwohler Portland-Cement-Fabrik Planck & Co. AG, Hannover
Aktie 1.200 Mark 22.11.1921 (Auflage 1696)
(ex Lot 110 BARoV 3, Peus 6933, 250/200, III/IV)
1872 gegründet als Vorwohler Portland-Cement-Fabrik Prüssing, Planck & Co. (Kommenditgesellschaft), 1875 Umwandlung in eine KGaA. 1888 fiel der Name Prüssing aus der Firmierung fort. AG seit 1907. 1928 umbenannt in Vorwohler Portland-Cement-Fabrik AG. Hergestellt wurde Portland-Cement und die daraus hergestellten Baustoffe. Interessengemeinschaftsvertrag mit der Norddeutschen Portlandfabrik Misburg AG, Hannover.

Los 2363 Schätzwert 400 € (1 Posten, ca. 210 Stück)
VULKAN Gummiwarenfabrik Weiss & Baessler Leipzig-Lindenau
Aktie 500 RM 28.12.1926 (Auflage 1000)
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 4533, 450/210, II)
Gegründet 1896, AG seit 27.6.1921. Herstellung und Vertrieb von Weich- und Hartgummiwaren, speziell nahtlose und chirurgische Gummiwaren. Firmenmantel 1959 verlagert nach Köln, Betrieb ab 1949 volkseigen, produzierte Igelit (in Westdeutschland als PVC bekannt).

Los 2364 Schätzwert 750 € (2 Posten, ca. 530 Stück)
W. Hirsch AG für Tafelglasfabrikation, Radeberg
Aktie 1.000 Mark 27.4.1923 (Auflage 12000)
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 4534, 250/110, II/III)
Aktie 1.000 Mark 8.11.1923 (Auflage 22000)
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 4535, 800/420, III)
Gründung 1899. In Betrieb befanden sich 2 Sandbläsereien und 8 Glasöfen. Börsennotiz Berlin und Dresden.

Los 2365 Schätzwert 600 € (1 Posten, ca. 250 Stück)
Walther & Cie. AG, Köln-Dellbrück
Aktie 1.000 Mark 10.8.1920 (Auflage 1000)
(ex Lot 638 BARoV 3, Peus 6942, 280/250, II/III)
Gründung 1874. Bau von Kesselanlagen, Wanderrosten, Entstaubungsanlagen, Feuerlöschanlagen. In letzterer Branche als Total-Walther-Feuerschutz noch heute tätiges Unternehmen. Börsennotiz Düsseldorf.

Los 2366 Schätzwert 2.500 € (1 Posten, ca. 10070 Stück)
Wanderer-Werke AG, Siegmar-Schönau
Aktie 100 RM Mai 1942 (Auflage 10000)
(ex Lot 3496 BARoV 1, Peus 2050, 7500/3440, II)
Aktie 1.000 RM Mai 1942 (Auflage 14636)
(ex Lot 3496 BARoV 1, Peus 2051, 11000/6630, II)
(Lot 3496 BARoV 1, Zuschlag 2.600 €)
Gründung 1885 als „Chemnitzer Velocipedfabrik Winklhofer & Jaenicke“, seit 1896 „Wanderer Fahrradwerke AG“. Ab 1902 auch Bau von Motorrädern, 1904 Produktionsbeginn der legendären Continental Schreib-, Rechen- und Buchungsmaschinen. Der 1912 aufgenommene Kraftfahrzeugbau wurde 1932 in die neu gegründete Auto Union AG eingebracht (gemeinsam mit Zschopauer Motorenwerke, Audi und Horch). 1949 Sitzverlegung nach München. Noch heute börsennotierte Gesellschaft.

Los 2367 Schätzwert 1.500 € (1 Posten, ca. 2800 Stück)
Wasserwerk für das nördliche westfälische Kohlenrevier, Gelsenkirchen
Aktie 1.000 RM Dez. 1941
(ex Lot 3539 BARoV 1, Peus 2056, 5000/2800, II)
Gründung 1887 mit Sitz in Castrop, gleich darauf Sitzverlegung nach Schalke und 1892 nach Gelsenkirchen. 1973 Umfirmierung in Gelsenwasser AG. Die noch heute börsennotierte und in seiner Art größte Gesellschaft besitzt 13 Wasserwerke und ein Rohrnetz von 6415 km Länge. 1/3 der Erlöse werden im Erdgasgeschäft erwirtschaftet. Seit der Wende sind Versorgungsgebiete in Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern hinzugekommen.

Los 2368 Schätzwert 600 € (2 Posten, ca. 410 Stück)
Weidaer Jute-Spinnerei und Weberei, Weida
Aktie 100 RM 24.6.1942 (Auflage 650)
(ex Lot 152 BARoV 2, Peus 4562, 300/180, II/III)
Aktie 1.000 RM 24.6.1942 (Auflage 3235)
(ex Lot 152 BARoV 2, Peus 4563, 400/230, II/III)
Gründung 1897. Verarbeitung von Jute und anderen Faserstoffen zu Erzeugnissen aller Art und der Handel damit. 1929 Übernahme der Geraer Jute-Spinnerei und Weberei in Triebes. 1931 Beteiligung an der Braunschweigischen AG für Jute- und Flachs-Industrie, Braunschweig. Außerdem Beteiligungen an: Thüringer Rohstoff-AG, Weimar und Kurmärkische Zellwolle- und Zellue-AG, Wittenberge.

Los 2369 Schätzwert 600 € (1 Posten, ca. 570 Stück)
Weißthaler Spinnerei und Weberei AG Mittweida (Sa.)
Aktie Lit. A 100 RM 22.8.1928 (Auflage 2000)
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 4565, 1000/570, II)
Gründung 1875 als Weissthaler Aktien-Spinnerei, 1919 umbenannt wie oben. Die Fabrik mit 600 Webstühlen produzierte jährlich bis zu 2,5 Mio. Pfund engl. Garn und 7 Mio. Meter Stoffe. 1916 Sanierung der Gesellschaft. 1921 Interessengemeinschaft mit der Dresdner Gardinen- und Spitzenmanufaktur AG (diese war dann auch Großaktionär). Notierte im Freiverkehr der Börsen Leipzig, Dresden und Chemnitz. 1932 als eines der unzähligen Opfer der Weltwirtschaftskrise in Konkurs gegangen Ab 1934 führte als Auffanggesellschaft die Weißthaler Spinnerei AG den Betrieb weiter. Die Weberei wurde zunächst verkauft, aber 1937 zurückerworben und 1942 dann stillgelegt. 1946 enteignet.

Los 2370 Schätzwert 400 € (1 Posten, ca. 210 Stück)
Wesselmann-Bohrer-Co. AG, Gera-Zwötzen
Aktie 1.000 RM Dez. 1941 (Auflage 600)
(ex Lot 152 BARoV 2, Peus 4569, 400/210, II)
Gründung 1895. Herstellung von Spiralbohrern, Gewindebohrern, Fräsern, Drehbankfuttern und Bohrmaschinen. 1899 Sitzverlegung von Gera nach Zwöten. Bis 1919 lautete die Fa. Wesselmann-Bohrer-Compagnie Co. AG. 1952 erfolgte Sitzverlegung nach München und 1958 nach Neu-Ulm. Die Fa. lautete nun Wisselmann-Bohrer Co. GmbH.

Los 2371 Schätzwert 3.700 € (1 Posten, ca. 3940 Stück)
Westafrikanische Pflanzungs-Gesellschaft „VICTORIA“, Berlin
Aktie 500 RM 4.11.1926 (Auflage 12000)
(Lot 3499 BARoV 1, Zuschlag 3.700 €, Peus 2066, 3500/3940, II)
Gründung 1897 u.a. durch den Bergwerksbesitzer Sholto Douglas, Prinz Loewenstein-Wertheim und den Dürener Papierfabrikanten Hermann Hoesch. Die „Victoria“ besaß Kakao-, Palmfrucht- und Kautschuk-Pflanzungen in Westafrika, außerdem ein Kraftwerk und eine 118 km langen Schmalspurbahn. Nachdem der Kolonialbesitz als Folge der Weltkriege längst verlorengegangen war, wurde die noch bis Ende der 90er Jahre börsennotierte Gesellschaft zuletzt ständiger Spielball übler Spekulationen. Gutgläubige Kleinanleger wurden 1997 über Strukturvertriebe zu Aktionären gemacht (für ein angeblich großartiges Hotel-Projekt in Brasilien); der Initiator ist mit dem Geld über alle Berge. Ausgesprochen dekorativ, Umrahmung mit Palmen und Küstenlandschaft. Gestaltet von dem Künstler Ernst Poche (in der Platte signiert).

Los 2372 Schätzwert 800 € (1 Posten, ca. 1000 Stück)
Westfälische Drahtindustrie, Hamm (Westf.)
Aktie 1.000 RM Dez. 1924 (Auflage 5027)
(ex Lot 3538 BARoV 1, Peus 2078, 3000/1000, II)
Gründung 1872 unter Übernahme der seit 1856 bestehenden Fa. Hobrecker, Witte & Herbers. Die Fa. lautete bis Ende 1890 Westfälischer Drahtindustrie-Verein in Hamm“, anschließend Westfäl. Drahtindustrie. 1911 wurde ein Interessenvertrag mit der Friedr. Krupp AG abgeschlossen. 1967 Namensänderung in Klöckner Draht und 1987 in Westfälische Drahtindustrie GmbH.

Los 2373 Schätzwert 600 € (1 Posten, ca. 500 Stück)
Wilhelmsburger Wollkämmerei AG, Harburg-Wilhelmsburg
Namensaktie 1.000 RM Nov. 1932 (Auflage 2000)
(ex Lot 107 BARoV 3, Peus 6979, 500/500, II)
Gegründet 1932. In die Ges. wurde die Hamburger Wollkämmerei der zusammengebrochenen Bremer Nordwolle eingebracht. 1938 umbenannt in Hamburger Wollkämmerei AG.

Los 2374 Schätzwert 850 € (1 Posten, ca. 1200 Stück)
Wohnungsbaugesellschaft Leipzig-West AG Leipzig
Aktie Ser. A 100 RM 20.5.1928 (Auflage 4500)
(ex Lot 3541 BARoV 1, Peus 2093, 1150/1200, I/II)
Gründung 1926 vor allem durch Leipziger Handwerker zur Beschaffung gesunder Wohnungen für minderbemittelte Familien. Bestand 1942: 97 Häuser mit 771 Wohnungen, 24 Läden und einer Polizeiwache. Nach der Wende wurde die Gesellschaft unter der Regie des Nürnberger Immobilien-Tycoons Axtmann (seinerzeit auch Präsident des 1. FC Nürnberg) zu neuem Leben erweckt und das Kapital 10:1 auf DM umgestellt. Neben dem eigenen Immobilienbestand auch Mehrheitsbeteiligungen an der Wohnungsbaugesellschaft Leipzig-Wahren GmbH (gegr. 1925) und der Wohnungsbaugesellschaft Leipzig-Möckern GmbH (gegr. 1926). Außergewöhnliche Ornamentumrandung.

Los 2375 Schätzwert 750 € (1 Posten, ca. 1100 Stück)
Wollgarnfabrik Tittel & Krüger und Sternwoll-Spinnerei AG, Leipzig
Aktie 1.000 RM 18.5.1942 (Auflage 4670)
(ex Lot 3542 BARoV 1, Peus 2096, 1500/1100, II)
Die Gesellschaft wurde 1932 in Leipzig gegründet und besaß Textilbetriebe in Leipzig und Hamburg-Bahrenfeld. Sie ging aus den Überresten des in der Weltwirtschaftskrise zusammengebrochenen berühmt-berüchtigten Bremer NORDWOLLE-KONZERNS hervor. Dabei konnte die “Sternwoll-Spinnerei” auf eine eigene, bis 1651 (!) zurückreichende Tradition blicken. 1940 wurde zur Sicherstellung des eigenen Kohlenbedarfs die Braunkohlengrube “Gottes Segen” erworben. 1951 infolge Enteignung Sitzverlegung von Leipzig nach Hamburg, wo das im Krieg zerstörte Werk Bahrenfeld gerade wiederaufgebaut wurde. 1963 Umfirmierung in “Schwanenwolle Tittel & Krüger AG”, 1964 übernahm eine britische Firma die Aktienmehrheit, 1967 wurde die Gesellschaft aufgelöst und die Produktion schrittweise eingestellt. 1969 Einstellung der Börsennotiz in Berlin und Hamburg. Nicht ganz salonfähig, aber trotzdem eine nette Randnotiz: Der Börsenname, den die für ihre prägnanten Kurznamen bekannten Aktienhändler in den Banken verwendeten, lautete kurz und bündig “Wolltitten”.

Los 2376 Schätzwert 600 € (1 Posten, ca. 210 Stück)
Wollversteigerungs-AG, Reichenbach i.Vogtl.
Aktie 1.000 Mark 14.3.1922 (Auflage 1000)
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 4611, 500/210, III)
Gründung am 14.3.1922. Versteigerung und Einlagerung von Wolle, Kämmlingen, Abgängen und Textilien aller Art und Handel damit. Ein für diese Zeit ungewöhnlich dekoratives Papier mit großer Abbildung der Lagerhäuser und Versteigerungshallen.

Los 2377 Schätzwert 850 € (1 Posten, ca. 1100 Stück)
Württembergische Elektrizitäts-AG, Stuttgart
Aktie 1.000 RM 1.3.1928 (Auflage 2000)
(ex Lot 3529 BARoV 1, Peus 2106, 1200/1100, I/II)
Gründung 1906 in Mannheim-Rheinau als „Neue Rheinau AG“, 1920/21 Übernahme der 1917 gegründeten oHG “Württembergische Elektrizitäts-Gesellschaft”, Sitzverlegung nach Stuttgart und Umfirmierung wie oben. Seit 1921 war die Hauptaufgabe die Nutzbarmachung von Wasserkräften, vor allem alpiner Wasserkraftwerke in Bayern und Österreich (u.a. 1927-30 Projektierung des Tauernkraftwerks). Die WEAG übernahm auch den Vollausbau und seit 1922 die Betriebsführung der Städt. Elektrizitäts-Werke Salzburg. Wegen besonderer Erfahrung im alpinen Stollenbau zudem Mitarbeit bei der Erbauung der bayer. Zugspitzbahn in Garmisch. Beteiligungen bei Kriegsende: Überlandwerk Unterfranken AG, Würzburg (37 %), Traunkraftwerke AG, Traunstein (97 %, verkauft 1964/65), Ges. für elektrische Anlagen AG, Fellbach (57 %), Speicherkraftwerk Egg GmbH, Säckingen (50 %, liquidiert 1966) und Salzburger AG für Elektrizitätswirtschaft (25 %, von der Rep. Österreich 1947 entschädigungslos verstaatlicht). Großaktionär war seit 1928 die Allg. Lokalbahn- und Kraftwerke AG in Frankfurt/M. (die spätere AGIV). Nach dem Krieg bekam die AG für Licht- und Kraftversorgung, München (später in der ThüGa aufgegangen) als Aktionär immer größeres Gewicht, 1996 hielt die ThüGa schließlich 100 % der Aktien und wandelte die WEAG in eine GmbH & Co. KG um.

Los 2378 Schätzwert 150 € (1 Posten, ca. 200 Stück)
Württembergische Hypothekenbank, Stuttgart
8 % Gold-Hypothekenpfandbrief 5.000 Goldmark 1.2.1926
(ex Lot 648 BARoV 3, Peus 6993, 275/200, II/III)
Gründung 1867 durch Stuttgarter Kaufleute und Bankiers. 1989 Einführung der Kurzbezeichnung “Württemberger Hypo”. Bis heute bestehendes Realkreditinstitut.

Los 2379 Schätzwert 800 € (1 Posten, ca. 900 Stück)
Württembergisches Portland-Cement-Werk Lauffen am Neckar
Aktie 1.000 RM Dez. 1941 (Auflage 2100)
(ex Lot 3529 BARoV 1, Peus 2111, 1000/900, I/II)
Gründung 1888 auf Initiative des bekannten Berliner Zementforschers Dr. Michaelis. 1980 Umfirmierung in ZEAG Zementwerk Lauffen - Elektrizitätswerk Heilbronn AG. Neben dem Rohstoffvorkommen spielte bei der Standortwahl die Wasserkraft des Neckars bei Lauffen eine entscheidende Rolle. Ein herausragendes Ereignis war 1891 die erste Übertragung von Drehstrom aus dem Wasserkraftwerk des Zementwerks nach Frankfurt durch Oskar von Miller. Als Folge dieser Pioniertat wurde ab 1892 Heilbronn als erste Stadt der Welt mit elektrischem Drehstrom versorgt. Unter dem Namen ZEAG Zementwerk Lauffen Elektriziätswerk Heilbronn AG ist die Fa. noch heute börsennotiert.

Los 2380 Schätzwert 900 € (2 Posten, ca. 480 Stück)
Wurzener Bank, Wurzen
Aktie 100 RM 14.7.1924 (Auflage 3000)
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 4634, 400/240, III)
Aktie 100 RM 14.3.1927 (Auflage 3500)
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 4635, 450/240, II/III)
Gründung 1889. Betrieb von Bankgeschäften aller Art, insbesondere die Vermittlung des Kapital- und Kreditverkehrs im Gewerbe, Handel, in der Industrie und Landwirtschaft. Gesellschaftskassen in Wurzen, Grimma, Mügeln und Oschatz, Sächsische Bank Filiale Leipzig, Zweigniederlassungen bestanden in Grimma, Mügeln und Oschatz.

Los 2381 Schätzwert 650 € (1 Posten, ca. 260 Stück)
Wurzener Kunstmühlenwerke und Biscuit-fabriken vorm. F. Krietsch, Wurzen i/Sa.
Aktie 1.000 RM 10.4.1931 (Auflage 500)
(Lot 703 BARoV 2, Zuschlag 650 €, Peus 4637, 250/260, II/III)
Gründung 1886 unter Übernahme der Firma F. Krietsch. Betrieb der Müllerei, der Graupenfabrikation, Hirse- und Erbsenschälerei, Herstellung von Teigwaren, Keksen, Waffeln, Pfefferkuchen. Die Stadtmühle (eine Weizenmühle) wurde 1917 durch Großfeuer völlig zerstört, anschließend wiederaufgebaut. Die 1902 zur Roggenmühle umgebaute am Bahnhof gelegene Schönertmühle brannte 1924 völlig ab, eine neue Roggenmühle wurde dann auf dem Gelände der Stadtmühle errichtet. Nach der Enteignung 1953 der VEB Nahrungsmittelkombinat „Albert Kunz“. Eine der bekanntesten Lebensmittelfabriken der früheren DDR, produziert heute noch.

Los 2382 Schätzwert 600 € (1 Posten, ca. 310 Stück)
Zimmermann-Werke AG, Chemnitz
Aktie 20 RM 16.12.1926 (Auflage 1500)
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 4644, 600/310, II/III)
Gegr. 1844, AG seit 1871. Firma bis 1914: Chemnitzer Werkzeugmaschinen-Fabrik vorm. Joh. Zimmermann, bis 8.4.1929: Zimmermann-Werke AG, danach: Industrie-Verwaltungs-AG. Sitz bis 1931 in Chemnitz, danach in Düsseldorf.

Los 2383 Schätzwert 450 € (2 Posten, ca. 160 Stück)
Zittauer Maschinenfabrik AG, Zittau
Aktie 100 RM 6.3.1925 (Auflage 250)
(ex Lot 116 BARoV 3, Peus 7028, 100/30, III)
Aktie 1.000 RM 6.3.1925 (Auflage 375)
(ex Lot 116 BARoV 3, Peus 7029, 250/130, III)
Gründung 1873 als Zittauer Maschinenfabrik und Eisengiesserei AG (früher Albert Kiesler & Co.) Dem Bedarf der Lausitzer Textilindustrie entsprechend war die Fa. auf den Bau von vollständigen Anlagen und einzelnen Maschinen für die Bleicherei, Mercerisation, Färberei und Druckerei von Textilien spezialisiert.

Los 2384 Schätzwert 1.500 € (1 Posten, ca. 2400 Stück)
Zuckerfabrik Fraustadt, Fraustadt
Aktie 1.000 Mark Juli 1921 (Auflage 5400)
(ex Lot 3527 BARoV 1, Peus 2126, 3000/2400, II/III)
Gründung am 12.7.1880. Fabrikation von weißem Zucker in Fraustadt und Raffinade in Glogau. 1910 Erwerb eines großen Rübengutes in Ober-Pritschen. Mit Dividenden bis zu 30 % eine der rentabelsten deutschen Zuckerfabriken. Börsennotiz Berlin und Breslau. Die Zuckerfabrik wird heute von der Cukrownia Wschowa S.A. betrieben. Großformatig.

Los 2385 Schätzwert 400 € (1 Posten, ca. 230 Stück)
Zuckerfabrik Weferlingen GmbH, Weferlingen
Namens-Anteil 500 RM 6.8.1924
(ex Lot 118 BARoV 3, Peus 7057, 450/230, II/III)
Rohzuckerfabrik, eingerichtet 1877 von der Braunschweigische Maschinen-Bauanstalt, umgebaut 1910 von F. Dippe, Schladen.

Los 2386 Schätzwert 500 € (3 Posten, ca. 200 Stück)
Zuckerraffinerie Genthin AG, Genthin
Aktie 200 RM Febr. 1926 (Auflage 7332)
(ex Lot 118 BARoV 3, Peus 7059, 130/60, II/III)
Aktie 100 RM Aug. 1938 (Auflage 1016)
(ex Lot 118 BARoV 3, Peus 7060, 150/50, II/III)
Aktie 100 RM April 1943 (Auflage 544)
(ex Lot 118 BARoV 3, Peus 7061, 240/90, II)
Gründung 1901 durch 24 Schokolade-Fabrikanten als “AG für Verwertung landwirtschaftl. Produkte”, 1903 Umfirmierung wie oben. Seit 1922 auch Eigenanbau von Zuckerrüben auf den 5.000 Morgen großen Besitzungen Schönaich und Eichenkranz des Fürsten von Carolath-Beuthen. 1935 Übernahme der Zuckerfabriken Calbe und Frankenstein. In der Kampagne beschäftigten die Werke 800 (Genthin), 350 (Calbe) bzw. 350 (Frankenstein) Leute. Börsennotiz Magdeburg, ab 1934 Freiverkehr Berlin.

Los 2387 Schätzwert 250 € (1 Posten, ca. 100 Stück)
Zwirnerei Max Schwalbe AG, Stein (Bez. Leipzig)
Aktie 1.000 Mark Mai 1922 (Auflage 3400 bzw. 280 nach Herabsetzung des AK auf 280.000 RM im Jahre 1932)
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 4680, 200/100, II/III)
Gegründet am 28.3.1922, eingetragen am 1.8.1922. Betrieb einer Zwirnerei, ferner Beteiligung an fremden Unternehmungen und Textilindustrie. Großaktionär war Carl Starke, Chemnitz (95%).

Los 2388 Schätzwert 1.700 € (1 Posten, ca. 1060 Stück)
Zwitterstocks-AG, Altenberg i. Erzgeb.
Aktie 100 RM April 1939 (Auflage 1896)
(Lot 710 BARoV 2, Zuschlag 1.700 €, Peus 4681, 1000/1060, II)
Gegründet 1923 als Nachfolger der mehrhundertjährigen Altenberger Zwitterstocksgewerkschaft, die in ihrer Lebensdauer von keiner anderen deutschen Gewerkschaft übertroffen worden war. Abgebaut wurden in der riesigen, durch verheerende Bergbrüche bis 1620 entstandenen “Pinge” (einem mehrere 100 Meter tiefen Krater mit fast 400 m Durchmesser) Zinn-, Wolfram-, Molybdän- und Arsen-Erze. Seit 1937 wurden die Erze in einer eigenen Zinnhütte in Freiberg verhüttet. 1944 Anschluss an die Sachsenerz-Bergbau AG. Nach 1945 deckte der nunmehrige “Betrieb Zinnerz Altenberg” des VEB Bergbau- und Hüttenkombinat “Albert Funk” 90 % des Zinnverbrauchs der DDR. Der alte, seit 1837 nahezu unverändert gebliebene Römerschacht wurde 1964 durch den vollautomatischen Arno-Lippmann-Schacht abgelöst. Der 1971 erfundene “Vibrationsrost” steigerte die Mann-Schicht-Leistung von 44 auf 150 Tonnen Erz, was mit dem Vaterländischen Verdienstorden in Gold gewürdigt wurde. Noch 1986 wurde die Aufbereitungsanlage vollkommen neu errichtet, in der weltweit erstmals das Flotationsverfahren auch für Zinnerze eingesetzt wurde (für das Verfahren vergab man weltweit Lizenzen, sogar in die USA). Nur wenige Jahre darauf setzte die “Wende” dem Altenberger Bergbau ein Ende: Am 28.3.1991, auch unter dem Druck eines dramatischen Verfalls der Zinnpreise an der Londoner Metallbörse, legte die “Zinnerz GmbH Altenberg” das Bergwerk still. Bauwürdige Erze, die noch weitere 40 Jahre Betriebsdauer ermöglicht hätten, bleiben vorerst unabgebaut.