| Stückzahlen:
Bei den Angaben hinter der Peus-Nr. (z.B. 240/75) gibt die erste Zahl die von Peus genante Stückzahl an, die zweite Zahl die von dem Veranstalter gezählte Menge. Die Angaben sind ohne Gewähr, Irrtum beim Zählen ausdrücklich vorbehalten.
Los 2170 Schätzwert 400 € (1 Posten, ca. 380 Stück)
Hamburg Leipzig Lebensversicherungsbank AG Leipzig
Namensaktie Lit. A 1.000 RM 1.9.1924 (Auflage 1000)
(ex Lot 116 BARoV 3, Peus 5629, 750/380, II/III)
Gründung 1924 als Hamburg Leipzig Lebensversicherungsbank, von 1928 bis 1930: Aachen-Leipzig Lebensversicherungsbank, bis 1937: Deutscher Lloyd Lebensversicherungsbank, danach Deutscher Lloyd Lebensversicherung AG. 1947 verlagert nach München, 1998 Zusammenführung der Deutscher Lloyd Versicherungen und der Generali Versicherungen zu den Generali Lloyd Versicherungen, 2000 Eingliederung in die AMB-Gruppe.
Los 2171 Schätzwert 1.000 € (1 Posten, ca. 2100 Stück)
Handelsvereinigung Dietz & Richter - Gebrüder Lodde AG, Leipzig
Aktie 100 RM 12.8.1925 (Auflage 2750).
(ex Lot 3541 BARoV 1, Peus 962, 1750/2100, II/III)
Die Firma Dietz & Richter wurde bereits 1807 gegründet, 1920 Vereinigung mit der Drogengroßhandlung Gebr. Lodde. Großhandel in Drogen, Chemikalien und Pharmazeutika. 1922 Umwandlung in AG, zugleich Übernahme der seit 1835 bestehenden Firma Frölich & Co. in Münster (Westf.), die 1928 eine weitere Niederlassung in Hagen errichtete. 1934 Übernahme der Firma C. F. Cyriax & Co. und Pharmagotha in Gotha. Börsennotiz im Freiverkehr Leipzig. Nach Enteignung der mitteldeutschen Betriebe 1953 Sitzverlegung nach Münster (Westf.). Die Niederlassung Hagen wurde 1954 im Zuge der vermögensrechtlichen Auseinandersetzung der Familienaktionäre der Familie Lodde übertragen. Mehrheitsaktionär ist danach der Apotheker Wiljelm Flach, später die Pharca GmbH in Essen, die am Ende fast 99 % der Aktien besitzt (gehört zum Pharmagroßhändler Noweda eG). Die von rd. 100 Mitarbeitern erzielten Umsätze steigen rasant, wobei vor allem 1983/84 ein Sprung von 60 auf 93 Mio. DM in’s Auge fällt. 1975 vollständig in die Noweda eG eingegliedert. Kleines Firmensignet mit Davidstern.
Los 2172 Schätzwert 800 € (4 Posten, ca. 420 Stück)
Handwerksbau AG Thüringen, Weimar
Namens-Aktie Serie 1 200 RM April 1937
(ex Lot 120 BARoV 3, Peus 5646, 150/50, III)
Namens-Aktie Serie 3 200 RM Nov. 1944
(ex Lot 120 BARoV 3, Peus 5648, 380/150, II/III)
Handwerksbau AG, Magdeburg
Namens-Aktie 200 RM 2.10.1937
(ex Lot 118 BARoV 3, Peus 5644, 180/70, II/III)
Handwerksbau AG Regierungsbezirk Merseburg, Halle a. S.
Namensaktie 200 RM Dez. 1938
(ex Lot 118 BARoV 3, Peus 5645, 300/150, II/III)
Los 2173 Schätzwert 750 € (1 Posten, ca. 200 Stück)
Harmonie-Gesellschaft e. V., Mannheim
Schuldschein 100 RM 1.4.1926 (Auflage 1500)
(ex Lot 99 BARoV 3, Peus 5670, 250/200, II/III)
1803 Gründung der Lesegesellschaft “Casino” durch 134 Mannheimer Bürger und Adlige um in geselliger Runde Literatur, Kunst und Musik zu pflegen. 1813 Vereinigung mit der “Museums-Gesellschaft” unter dem bis heute bestehenden Namen “Harmonie-Gesellschaft”. 1951/52 Wiederaufbau mit rund 90 Mitgliedern.
Los 2174 Schätzwert 500 € (1 Posten, ca. 610 Stück)
Heinrich Dietel AG, Wilkau
Aktie 1.000 RM 2.1.1928 (Auflage 3000)
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 3252, 1000/610, II)
Gegründet am 12.9.1927 unter Übernahme und Fortführung der KG gleichen Namens. Betrieb einer Kammgarnspinnerei und Wollkämmerei. Firmenmantel: 1965 verlagert nach Stuttgart, seit 1969 GmbH. Betrieb: ab 1946 VEB Zwickauer Kammgarnspinnerei Wilkau-Haßlau, Werk Silberstraße. Heute Zwickauer Kammgarn GmbH.
Los 2175 Schätzwert 3.000 € (1 Posten, ca. 1160 Stück)
Hennen-Brauerei AG vormals Adolf Schröder Henne b. Naumburg a.S.
Aktie 1.000 Mark 1.4.1923 (Auflage 2900)
(Lot 3314 BARoV 1, Zuschlag 3.100 €, Peus 988, 1200/1160, I/II)
Bei der Gründung 1913 brachte Frau Charlotte Schröder folgende Immobilien ein: Grüner Baum, Deutsche Schenke, Turnvater Jahn (Naumburg, Wasserstr. 27). Betrieb der Hennenbrauerei, Herstellung von Selters und Limonade. 1917 wurde die Brückner’sche Brauerei in Kösen hinzuerworben. Erst 1990 wurde die Brauerei stillgelegt. Großformatig. Ausgesprochen dekorativ mit Abb. von Hopfen und Gerste. Schöne Zierumrandung.
Los 2176 Schätzwert 600 € (1 Posten, ca. 1100 Stück)
Hermann E. Maeder AG, Cottbus
Aktie 5.000 Mark 7.4.1923 (Auflage 1700)
(ex Lot 3532 BARoV 1, Peus 990, 1500/1100, II)
Gründung unter Übernahme der Hermann E. Maeder OHG, Cottbus. Betrieb eines Baugeschäfts, z.B. auch für Schornsteinbauten. Feine Zierumrandung.
Los 2177 Schätzwert 600 € (1 Posten, ca. 1000 Stück)
Hermann Herzog & Co. AG, Neugersdorf
Aktie 1.000 RM Juni 1934 (Auflage 1800)
(ex Lot 3542 BARoV 1, Peus 991, 1350/1000, II)
Bereits 1844 gründet Christian Friedrich Herzog als drittälteste in der Stadt seine Textilfabrik. AG seit 1911. Produktion u.a. von Verdeckstoffen, Futterstoffen u. Schonstoffen für die Automobilindustrie, Regenmantel- und Tropenanzugsstoffen. Noch heute als “Heytex Neugersdorf GmbH” bestehender Betrieb. G & D-Druck. Mit Firmensignet.
Los 2178 Schätzwert 600 € (3 Posten, ca. 510 Stück)
Hermann Köhler AG, Altenburg
Aktie 1.000 RM Mai 1942 (Auflage 750)
(ex Lot 152 BARoV 2, Peus 3263, 700/370, II)
Aktie 100 RM 9.8.1934 (Auflage 2280)
(ex Lot 120 BARoV 3, Peus 5704, 245/100, II/III)
Aktie 100 RM Nov. 1939 (Auflage 200)
(ex Lot 120 BARoV 3, Peus 5705, 115/40, II/III)
Gründung 1921. Herstellung von Nähmaschinen. 1923 Angliederung der Möbelfabrik AG Pößneck. Börsennotiz: Freiverkehr Leipzig. 1945 Fusion der Firmen Hermann Köhler AG, Dietrich & Co. und Winselmann zum Nähmaschinenwerk Altenburg. Nach der Verstaatlichung in der DDR VEB Nähmaschinenwerk Altenburg, nach der Privatisierung 1990 ALTIN Nähtechnik GmbH.
Los 2179 Schätzwert 500 € (1 Posten, ca. 490 Stück)
Hermann Schmidt & Sohn AG Schwarzenberg-Neuwelt
Aktie 100 RM 26.6.1927 (Auflage 2000)
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 3264, 900/490, II/III)
Gründung 1892, AG seit 1923. Betrieb eines Emaillier- und Stanzwerkes für Haus- und Küchengeräte sowie Herstellung und Vertrieb von Blech- und Metallwaren aller Art. Ab 1972 VEB Stanz- und Emaillierwerk Neuwelt, ab 1975 Betriebsbereich V des VEB Schwerter-Emaillierwerk Lauter. 1990 Auflösung.
Los 2180 Schätzwert 500 € (1 Posten, ca. 1000 Stück)
Hermann Stärker AG, Chemnitz
Aktie 500 RM 15.12.1940 (Auflage 2700)
(ex Lot 3542 BARoV 1, Peus 992, 1250/1000, II)
Gründung 1852 als KG, AG seit 1921. Betrieb von Textil-Unternehmen in Chemnitz und Gornau.
Los 2181 Schätzwert 750 € (3 Posten, ca. 490 Stück)
Holzstoff- und Lederpappen-Fabriken vormals Gebr. Fünfstück AG, Zoblitz
Aktie 1.000 Mark 20.7.1901 (Auflage 1000)
(ex Lot 115 BARoV 3, Peus 5728, 325/150, II/III)
Namensaktie 1.000 Mark 8.8.1920 (Auflage 1000)
(ex Lot 115 BARoV 3, Peus 5729, 330/150, II/III)
Aktie 500 RM 4.2.1929 (Auflage 1000)
(ex Lot 116 BARoV 3, Peus 5730, 325/140, II/III)
Fortbetrieb der 1873 gegründeten Fa. Gebr. Fünfstück mit Fabriken in Penzig, Nieder-Neundorf, Zoblitz (Kreis Rothenburg O.-L.) und Holzkirch. AG seit 1901. Herstellung aller Art von Waren aus Holzstoff, Haupterzeugnis waren Maschinenlederpappen. Die AG erwirtschaftete teils ungewöhnlich hohe Dividenden. 1907 auch Beteiligung an der Nebenbahn Horka-Rothenburg-Priebus.
Los 2182 Schätzwert 500 € (2 Posten, ca. 260 Stück)
Hotel-AG Chemnitzer Hof, Chemnitz
Aktie 100 RM 3.12.1930
(ex Lot 116 BARoV 3, Peus 5733, 220/80, II/III) Gründung 1927; Betrieb des „Chemnitzer Hof“ und eines Weingroßhandels. Zwischenzeitlich in der DDR ein Haus der Interhotel-Gruppe; die AG wurde nach der Wende reaktiviert. Heute ist der Chemnitzer Hof ein 4-Sterne Guennewig-Hotel. Sehr dekorativ, großflächiger Unterdruck des Hotels mit seiner Umgebung.
Hotel-AG Glauchau, Glauchau
Aktie 200 RM 10.12.1925 (Auflage 1400)
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 3298, 350/180, III)
Gegründet am 27.3.1924. Bau und Betrieb eines Hotels in Glauchau, am Bahnhof gelegen. Ein für seine Zeit hochmodernes Hotel mit Schwimmbad, Bäckerei usw. Seit 1945 dient das Gebäude als Polizeirevier.
Los 2183 Schätzwert 1.000 € (1 Posten, ca. 3400 Stück)
Hugo Schneider AG, Leipzig
Aktie 1.000 RM Jan. 1943 (Auflage 9200)
(ex Lot 3542 BARoV 1, Peus 1027, 5000/3400, II)
Gründung 1863, AG seit 1899. Die “Hasag” war einer der ältesten Industriebetriebe in Leipzig. Der ehemals handwerkliche Betrieb, in dem Lampen hergestellt wurden, entwickelte sich in Leipzig-Paunsdorf zu einer riesigen Fabrik. 1898 wurde beim Bahnhof Schönefeld ein eigenes Messingwalzwerk errichtet. Hergestellt wurden Messing-, Kupfer- und Aluminiumerzeugnisse, Beleuchtungs-, Heiz- und Kochartikel, Emaillewaren und Isolierflaschen sowie Autobeleuchtung. In den 40er Jahren arbeiteten zwei Hauptwerke in Leipzig-Paunsdorf und Berlin-Köpenick, außerdem Betriebsstätten in Altenburg, Meuselwitz, Thermos-Langewiesen, Glashütte Großbreitenbach, Schwachstromlampenfabriken Eisenach und Oberweißbach (alle Thüringen) sowie Taucha bei Leipzig und Rhönglashütte Dernbach. Börsennotiz Berlin und Leipzig, Mehrheitsaktionär war zuletzt die Dresdner Bank (weshalb die AG noch heute im Verzeichnis des Anteilsbesitzes der Allianz-Versicherung mit 25,1 % aufgeführt ist).
Los 2184 Schätzwert 600 € (1 Posten, ca. 710 Stück)
Hupfeld-Zimmermann AG, Böhlitz-Ehrenberg bei Leipzig
Aktie 1.000 RM 9.3.1938 (Auflage 900)
(Lot 438 BARoV 2, Zuschlag 600 €, Peus 3305, 600/710, II/III)
Gründung 1895 als „Leipziger Pianofortefabrik Gebr. Zimmermann AG“, 1926 Angliederung der „Ludwig Hupfeld AG“ mit Werken in Dresden, Böhlitz-Ehrenberg, Johanngeorgenstadt und Gotha. Börsennotiz Berlin und Leipzig. Heute nach Reprivatisierung nach der Wende die Pianofortefabrik Leipzig GmbH & Co. KG mit Sitz in Böhlitz-Ehrenburg.
Los 2185 Schätzwert 600 € (1 Posten, ca. 290 Stück)
Ihagee Kamerawerk AG, Dresden
Aktie 1.000 RM Jan. 1942 (Auflage 750)
(Lot 439 BARoV 2, Zuschlag 1.200 €, Peus 3313, 500/290, II)
Gegründet 1941 unter Übernahme der Ihagee Kamerawerk Steenbergen & Co. OHG (gegr. 1912) in Dresden. Herstellung und Vertrieb von photographischen und optischen Geräten. Bekannteste Kamera: Exakta. Firmenmantel verlagert 1960 nach Frankfurt a.M., 1965 Verschmelzung der Ihagee-Exakta Photo AG auf die Ihagee Kamerawerk AG, Berlin. 1976 in Berlin (West) von Amts wegen gelöscht. In der DDR Bestellung 1951 der Optik VEB zum Treuhänder der Dresdner Ihagee AG i.V. in das Kombinat VEB Pentacon. Die heutige Pentacon GmbH wurde 1997 gegründet und ist aus dem VEB Pentacon Dresden hervorgegangen (bekannteste Marke: Practica). Gehört heute zu Jos. Schneider Optische Werke, Bad Kreuznach.
Los 2186 Schätzwert 1.250 € (1 Posten, ca. 3100 Stück)
Industriewerke AG, Plauen i.V.
Aktie 100 RM 30.6.1933 (Auflage 5000)
(ex Lot 3542 BARoV 1, Peus 1051, 3500/3100, II/III)
Gründung 1910 als „Deutsche Gardinenfabrik AG“. 1918 Umfirmierung wie oben, gleichzeitig Errichtung einer Filiale in St. Gallen. Herstellung von Tüll-Gardinen, Dekorations- und Möbelstoffen. Angekauft wurden 1920 die Ausrüstungs-AG in Plauen i.V. und die Carl Hesse Kunstgewerbe-Werkstätten sowie 1923 die Gardinen- und Tüllwerke in St. Gallen/Schweiz. Auch der “Georgenhof” in Plauen, ein Hotel mit großem Saalbau, gehörte der AG. Börsennotiz Berlin und Dresden/Leipzig.
Los 2187 Schätzwert 1.000 € (1 Posten, ca. 1400 Stück)
J. A. John AG, Erfurt-Ilversgehofen
Aktie 1.000 Mark 6.3.1923 (Auflage 4000)
(ex Lot 3545 BARoV 1, Peus 1054, 2500/1400, II/III)
Dekorativ, schöne Umrahmung im Historismus-Stil. Zur Firmengeschichte siehe bitte das Los 2303.
Los 2188 Schätzwert 2.000 € (6 Posten, ca. 2040 Stück)
Jenaer Elektricitätswerke AG, Berlin
Aktie 1.000 Mark 1.1.1909 (Auflage 1200)
(ex Lot 447 BARoV 2, Peus 3343, 400/220, II/III)
Aktie 1.000 Mark 1.7.1921 (Auflage 2000
(ex Lot 447 BARoV 2, Peus 3344, 800/410, II/III)
Aktie 400 RM Febr. 1927 (Auflage 3000)
(ex Lot 447 BARoV 2, Peus 3345, 950/690, II/III)
Aktie 500 RM Febr. 1927 (Auflage 1100)
(ex Lot 447 BARoV 2, Peus 3346, 400/250, II/III)
Aktie 400 RM Juli 1929 (Auflage 855)
(ex Lot 447 BARoV 2, Peus 3347, 300/120, II)
Aktie 500 RM Juli 1929 (Auflage 1316)
(ex Lot 447 BARoV 2, Peus 3348, 550/350, II)
(Lot 447 BARoV 2, Zuschlag 4.000 €)
Gegründet 1902 in Berlin, wobei die AG von der Eisenbahnbau-Gesellschaft Becker & Co. GmbH die Straßenbahn, das schon in Betrieb befindliche E-Werk und die 1899 von der Stadt Jena erteilte Konzession übernahm. 1916 Sitzverlegung nach Jena. 1926 Aufnahme der Thüringische Elektricitätsversorgungs-AG in Jena durch Fusion. Neben der Stromversorgung von Jena und Umgebung auch Betrieb der 16,9 km langen elektrischen Straßenbahnen in und um Jena (u.a. nach Zwätzen und Lobeda), die bis zu 2 Mio. Fahrgäste jährlich beförderten. Großaktionäre waren zuletzt die Elektrische Licht- und Kraftanlagen AG, Berlin mit 51,94% und die Stadt Jena mit 41,8%.
Los 2189 Schätzwert 350 € (1 Posten, ca. 350 Stück)
Jul. Bernhardt & Co. AG, Thum (Erzgeb.)
Aktie 10.000 Mark 23.6.1923 (Auflage 1000)
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 3353, 700/350, II)
Gründung am 9.6.1923. Fabrikation von Wirkwaren aller Art. Firma 1936 aufgelöst.
Los 2190 Schätzwert 1.000 € (2 Posten, ca. 840 Stück)
Julius Römpler AG, Zeulenroda
Aktie 100 RM Juni 1929 (Auflage 500)
(ex Lot 449 BARoV 2, Peus 3359, 200/190, III)
Aktie 1.000 RM Juni 1929 (Auflage 1550)
(ex Lot 449 BARoV 2, Peus 3360, 600/650, II/III)
(Lot 449 BARoV 2, Zuschlag 1.100 €)
Gründung 1870, AG seit 1911. Herstellung und Vertrieb von gummielastischen und unelastischen Wirk-, Strick- und Webwaren, von Bandagen, Miedern und Verbandmitteln aller Art. Verkaufsstelle in Wien, Zweigstelle in Schönlind (Egerland). 1953 Enteignung, danach VEB elastic-mieder Zeulenroda, 1993 Fortsetzung der Gesellschaft als Julius Römpler AG, Zeulenroda. 1994 Umwandlung in eine GmbH, 1997 Umfirmierung in EXCELLENT DESSOUS GmbH, 2000 Excellent Intimates GmbH.
Los 2191 Schätzwert 400 € (1 Posten, ca. 240 Stück)
Jung & Dittmar AG, Bad Salzungen
Aktie 1.000 RM Dez. 1941 (Auflage 590)
(ex Lot 152 BARoV 2, Peus 3361, 500/240, II)
Gegründet am 11.3.1922, eingetragen am 12.10.1922. Herstellung und Vertrieb von Metallwaren, Betrieb eines Kaltwalzwerks. Ab 1946 VEB Kaltwalzwerk Salzungen (2002 abgerissen).
Los 2192 Schätzwert 400 € (2 Posten, ca. 240 Stück)
Just & Co. AG, Geraberg i.Thür.
Aktie 500 RM 2.9.1929 (Auflage 500)
(ex Lot 120 BARoV 3, Peus 5816, 180/60, II/III)
VZ-Aktie 100 RM 2.9.1929 (Auflage 600)
(ex Lot 152 BARoV 2, Peus 3362, 350/180, II)
Gründung 1874 als oHG. 1879 wird die Bahnlinie Arnstadt-Ilmenau eröffnet, 1895 baut der Fabrikbesitzer Just auf einem Grundstück mit großem Waldbestand am Bahnhof Geraberg eine Kofferfabrik. 1909 Umwandlung in eine GmbH, seit 1923 AG. Etwa 300 Mitarbeiter waren mit der Herstellung von Koffern, Taschen und Lederwaren beschäftigt.
Los 2193 Schätzwert 400 € (1 Posten, ca. 360 Stück)
Kaliwerke Weimar, Berlin
Anteil-Schein 19.10.1910 (Auflage 1000)
(ex Lot 120 BARoV 3, Peus 5829, 750/360, II/III)
Die Kaliwerke übernahmen die Ausübung eines Konzessionsvertrages, den die deutsche Tiefbohr-AG 1905 mit der weimarischen Staatsregierung abgschlossen hatte. Danach wurde der Gesellschaft das ausschließliche Recht verliehen, innerhalb eines etwa 250 preußische Maximalfelder großen Gebietes im Hauptlandesteil im weiteren Umkreis um Weimar auf Kalisalze zu schürfen und Bergwerkseigentum zu erwerben. Es sind Kalilager in einer Mächtigkeit bis über 20 m nachgewiesen worden. Es wurden Carnallite, hochprozentige Sylvinite sowie Hartsalze festgestellt.
Los 2194 Schätzwert 400 € (1 Posten, ca. 410 Stück)
Kammgarnspinnerei Meerane, Meerane i.S.
Aktie 100 RM 4.5.1927 (Auflage 4000)
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 3378, 750/410, II/III)
Gründung 1892. Herstellung und Vertrieb von Garnen, Zwirnen und verwandten Waren. In der DDR ab 1946 bis 1976 als VEB Kammgarnspinnerei Meerane weitergeführt. 1991 Fortsetzung der Gesellschaft als Vermögensverwaltung Meerane AG, Meerane. Die seltene Variante der Entwertung durch Stempel des BAROV (mit dem Bundesadler).
Los 2195 Schätzwert 2.000 € (1 Posten, ca. 4900 Stück)
Kammgarnspinnerei Stöhr & Co. AG, Leipzig
Aktie 1.000 RM 9.8.1932 (Auflage 8600)
(ex Lot 3541 BARoV 1, Peus 1092, 5000/4900, II)
Gründung 1880 als KGaA, AG seit 1911. Eigene Werke in Plagwitz, Markkleeberg und Wüstegiersdorf. außerdem mit Mehrheit beteiligt an: Leipziger Wollkämmerei AG; C.F. Solbrig Söhne AG, Chemnitz; Elberfelder Textilwerke AG; Ohligser Leinen- und Baumwollweberei AG; Konkordia Spinnerei Stöhr & Co. KG, Politz (Sudetengau); Vaterländische Kammgarnspinnerei und Weberei AG, Budapest; Corona Kammgarnspinnerei R.A.G. Weidenbach (Rumänien). Bereits 1889 Gründung der Botany Worsted Mills in New York, welche Kämmerei, Kammgarn- und Streichgarnspinnerei sowie Herren- und Damenstoffweberei umfasste und sich zur größten Kammgarnspinnerei der USA entwickelte. 1918 wurde diese Beteiligung von den Amerikanern sequestiert, 1923 unbeschadet der Freigabeforderungen aus den Händen der Alian Property Custodian zurückerworben. Nach 1945 Sitzverlegung nach Mönchengladbach, die Stöhr & Co. AG ist bis heute börsennotiert.
Los 2196 Schätzwert 500 € (1 Posten, ca. 1200 Stück)
Kammgarnspinnerei zu Leipzig, Leipzig
Aktie 1.000 RM April 1942 (Auflage 3000)
(ex Lot 3542 BARoV 1, Peus 1096, 1500/1200, II/III)
Gründung 1830, bereits seit 1836 AG als „Kammgarnspinnerei zu Pfaffendorf“. Vollstufiger Betrieb mit Wäscherei, Kämmerei, Färberei, Spinnerei und Zwirnerei. Börsennotiz Leipzig. 1950 Sitzverlegung nach Wiesbaden, 1953 nach Stuttgart und 1966 nach München. Nach der Enteignung nur noch Verwaltung des Gesellschaftsvermögens.
Los 2197 Schätzwert 1.400 € (1 Posten, ca. 910 Stück)
Kant Chocoladenfabrik AG, Wittenberg
Aktie Lit. B 100 RM 14.5.1928 (Auflage 5000)
(Lot 457 BARoV 2, Zuschlag 1.450 €, Peus 3384, 950/910, II/III)
Gründung 1886 in Hamburg als “AG für automatischen Verkauf”, 1902 Sitzverlegung nach Berlin, im Mai des gleichen Jahres Inbetriebnahme der Schokoladenfabrik, 1922/23 Sitzverlegung nach Wittenberg und Umfirmierung wie oben. Börsennotiz Hamburg, Großaktionär war die Rabbethge & Giesecke AG in Kleinwanzleben (heute KWS Kleinwanzlebener Saatzucht AG mit Sitz in Einbeck). Der Wittenberger Betrieb wurde 1945 enteignet, 1949/50 Fusion mit der 1910 in Dresden gegründeten Hartwig & Vogel AG (Herstellung von Schokolade und Zuckerwaren, Handel mit Kaffee, Tee und Tabakwaren), Sitzverlegung der Kant-Hartwig & Vogel AG nach Einbeck und Neuaufbau eines Produktionsbetriebes, allerdings ohne dauernden Erfolg: 1957 im Handelsregister gelöscht.
Los 2198 Schätzwert 250 € (1 Posten, ca. 180 Stück)
Keramag Keramische Werke AG, Meiningen
Aktie 1.000 RM 29.5.1928 (Auflage 2000)
(ex Lot 152 BARoV 2, Peus 3395, 350/180, III)
Gründung 1917 als Keramische Werke AG. 1918 Änderung in „Keramag“ Keramische Werke AG. 1926 kaufte die britische Walker-Familie die Mehrheit der Aktien. 1935 Sitzverlegung von Meiningen nach Bonn. 1998 Sitzverlegung nach Ratingen.
Los 2199 Schätzwert 600 € (1 Posten, ca. 340 Stück)
Kleinbahn Horka-Rothenburg-Priebus AG Rothenburg O/L.
Aktie 100 RM 13.6.1929 (Auflage 5965)
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 3404, 650/340, II/III)
Gründung am 24.1.1907, eingetragen am 30.3.1907. Firma ab 7.7.1939: Kleinbahn Wehkirch-Rothenburg-Priebus. Streckenlänge 25,7 km (1933), Spurweite 1.435 mm, Bahnbetrieb ab 1907. Die Strecke wurde bis zur Wiedervereinigung als militärische Umgehungsbahn durch NVA und die Sowjetarmee genutzt.
Los 2200 Schätzwert 900 € (1 Posten, ca. 260 Stück)
Kleinbahn-AG Grünberg-Sprottau, Grünberg i.Schl.
Aktie 1.000 Mark 1.8.1911 (Auflage 2550)
(Lot 460 BARoV 2, Zuschlag 900 €, Peus 3405, 250/260, III/IV)
Bis Kriegsende konnten seit der Gründung insgesamt ganze 2 % Dividende verteilt werden. Das hatte seinen Grund: auf der 50,7 km langen Strecke in Niederschlesien wurden zuletzt gerade noch 35 Personen und 90 t Fracht am Tag befördert. Originalunterschriften.
Los 2201 Schätzwert 400 € (1 Posten, ca. 80 Stück)
Kleinbahn-AG Könnern-Rothenburg, Könnern (Saale)
Aktie 500 RM 25.2.1929 (Auflage 234)
(Lot 433 BARoV 3, Zuschlag 1.100 €, Peus 5868, 220/80, II)
Gründung 1915 in Könnern, ab 1943 Eisenbahn-AG Könnern-Rothenburg. Strecke Könnern-Rothenburg (5,4 km). 1949 Übernahme durch die Reichsbahn.
Los 2202 Schätzwert 900 € (1 Posten, ca. 230 Stück)
Kleinbahn-AG Stendal-Arendsee, Stendal
Namensaktie 200 Mark 1.10.1911 (Auflage 360)
(ex Lot 436 BARoV 3, Peus 5874, 330/230, III) Gründung 1906 als „Kleinbahn-AG Stendal-Arendsee“. Normalspurige Nebenbahnen von insgesamt 83 km Länge. Ursprungsstrecke Stendal-Peulingen-Kl. Rossau-Arendsee (48 km), ferner 1916/21 eröffnet Peulingen-Bismarck (22 km). Durch Fusion 1924 mit der Kleinbahn-AG Stendal-Arneburg kam noch die Strecke Stendal-Arneburg (12 km) dazu.
Los 2203 Schätzwert 1.200 € (1 Posten, ca. 320 Stück)
Kleinbahn-AG Stendal-Arneburg, Arneburg
Aktie Lit. A 1.000 Mark 10.10.1913 (Auflage 772)
(Lot 462 BARoV 2, Zuschlag 2.300 €, Peus 3407, 650/320, II)
Gründung am 17.3.1898. Die 12,6 km lange Bahn Stendal-Arneburg wurde in 1.000-mm-Spur eröffnet am 8.8.1899, 1913/14 Umspurung auf 1.435 mm und Neueröffnung am 2.5.1914. 1924 fusionsweise Übernahme der Gesellschaft durch die Stendaler Kleinbahn-AG. Ab 1942: Stendaler Eisenbahn-AG. 1946 Enteignung, 1949 Übernahme durch die Deutsche Reichsbahn.
Los 2204 Schätzwert 1.250 € (1 Posten, ca. 80 Stück)
Kleinbahn-AG Wallwitz-Wettin, Wettin
Aktie 1.000 Mark 3.9.1903 (Auflage 1040)
(Lot 463 BARoV 2, Zuschlag 4.250 €, Peus 3408, 250/80, III/IV)
Auf der 9,9 km langen normalspurigen Nebenbahn (eröffnet am 5.7.1903) zuckelten 3 Lokomotiven mit 3 Personen- und 17 Güterwagen hin und her - dafür reichten knapp 20 Mann Belegschaft. Gründer und Großaktionäre waren der Staat Preußen, die Provinz Sachsen und der Saalkreis. Seit Anfang der 30er Jahre führte die Kleinbahnabteilung der Provinzialverwaltung von Sachsen in Merseburg die Vorstandsgeschäfte der Bahn. Noch 1943 umfirmiert in „Eisenbahn-AG Wallwitz-Wettin“. 1949 in die Deutsche Reichsbahn eingegliedert. Der Personenverkehr, der sich schon während der Weltwirtschaftskrise mehr als gezehntelt hatte (zuletzt wurden nicht einmal mehr 40 Fahrgäste am Tag befördert) wurde bald darauf eingestellt, der letzte Güterzug rollte 1966 über die Geleise. Großes farbiges Wettiner Wappen (sogar mit Golddruck), aparte breite Umrahmung mit Blumenrankwerk in lila.
Los 2205 Schätzwert 750 € (4 Posten, ca. 490 Stück)
Kleinwohnungsbau Halle AG, Halle (Saale)
Namens-Aktie 100 RM 7.5.1938 Auflage 930)
(ex Lot 118 BARoV 3, Peus 5877, 500/300, II/III)
Namens-Aktie 1.000 RM 7.5.1938 (Auflage 381)
(ex Lot 118 BARoV 3, Peus 5878, 200/80, II/III)
Namens-Aktie 1.000 RM 28.9.1939 (Auflage 180)
(ex Lot 118 BARoV 3, Peus 5879, 115/40, III)
Namens-Aktie 1.000 RM Dez. 1941 (Auflage 400)
(ex Lot 118 BARoV 3, Peus 5880, 210/70, II/III)
Gegründet 1922 unter maßgeblicher Beteiligung der Stadt Halle a.S. zur Schaffung gesunder Kleinwohnungen in Halle und Umgebung für die minderbegüterte Bevölkerung. 1925 Anerkennung der Gemeinnützigkeit. Anfang der 30er Jahre wurden auf dem Gelände westlich der Merseburger Straße an der Kasseler Bahn 280 Einfamilienhäuder als Doppelhaushälften errichtet. Ende 1941 befanden sich 929 Häuser mit 3.486 Wohnungen im Bestand. Großaktionäre waren die Stadtgemeinde Halle, der Wohnungsverein Halle-Süd eGmbH, der Wohnstätten-Spar- und Bauverein Halle und der I.G.Farben-Konzern mit dem Ammoniakwerk Merseburg (Leunawerke).
Los 2206 Schätzwert 500 € (1 Posten, ca. 300 Stück)
Kloster-Ziegelei Eisenach-Gerstungen AG Eisenach
Aktie 100 Mark 28.5.1932 (Auflage 2000)
(ex Lot 152 BARoV 2, Peus 3411, 550/300, II)
Gründung am 19.1.1909. Sitz bis 27.4.1929 in Eisenach, danach in Gerstungen. Am 9.6.1934 umbenannt in Kloster-Ziegelei Gerstungen AG. Im Mai 1942 nach amtlicher Anordnung Werksanlagen stillgelegt.
Los 2207 Schätzwert 1.200 € (2 Posten, ca. 400 Stück)
Koch & te Kock AG, Oelsnitz i.V.
Namensaktie 1.000 RM 14.3.1939 (Auflage 2407)
(ex Lot 439 BARoV 3, Peus 5885, 480/200, II/III) Genußschein 1.000 RM 14.3.1939
(ex Lot 439 BARoV 3, Peus 5886, 480/200, II/III)
(Lot 439 BARoV 3, Zuschlag 2.600 €)
Gründung 1938 mit Wirkung ab 1.1.1939 zwecks Fortführung des seit 1880 bestehenden Teppich-Fabrikations- und Handelsgeschäfts Koch & te Kock in Oelsnitz. Nach 1945 enteignet, 1953 zusammen geführt mit den “Adoros”-Teppichwerken zum VEB Halbmond Teppiche, bis 1989 größter Teppichproduzent im mittel- bzw. osteuropäischen Raum. 1996 ging das privatisierte Unternehmen in der Gruppe “Allied Textiles” auf.
Los 2208 Schätzwert 500 € (3 Posten, ca. 340 Stück)
Köllmann Werke AG, Leipzig
Aktie 1.000 RM 1.1.1933 (Auflage 330)
(ex Lot 470 BARoV 2, Peus 3431, 250/100, II/III)
VZ-Aktie 1.000 RM 1.1.1941 (Auflage 400)
(ex Lot 470 BARoV 2, Peus 3432, 250/110, II/III)
Aktie 1.000 RM 9.10.1941 (Auflage 400)
(ex Lot 470 BARoV 2, Peus 3433, 275/130, II/III)
(Lot 470 BARoV 2, Zuschlag 1.050 €)
Gründung 1904 in Leipzig durch Gustav Köllmann. Seit 1907 Zahnräderfabrik Köllmann GmbH, 1912 in eine AG umgewandelt, 1928 Umfirmierung wie oben. In Leipzig börsennotiert. Die Fabrik in der Torgauer Str. 74 produzierte mit knapp 500 Mitarbeitern Zahnräder, Getriebe für Eisenbahntriebwagen, Hinterachsen und Wechselgetriebe für die Automobilindustrie sowie Langfräsmaschinen. 1946 Demontage und Enteignung des Leipziger Werkes, das in der DDR als VEB Fahrzeuggetriebewerke Joliot Curio weiterbestand, 1991 als Zahnradwerke Leipzig GmbH reprivatisiert (seit 1999 Neue Zahnradwerk Leipzig GmbH). Die AG selbst verlegte ihren Sitz 1949 nach Langenberg/Rhld. (wo schon seit 1911 die Tochter Köllmann Maschinenbau GmbH ansässig war) und 1951 nach Düsseldorf. Einrichtung eines neuen Werkes in Düsseldorf-Heerdt. 1955 Übernahme durch die Maschinenfabrik Ernst Thielenhaus, die die Produktion 1964 in einem neuen großen Werk in Wuppertal konzentrierte. Im Zuge der Neuorganisation der Gruppe wurde die Zahnradfabrik Köllmann GmbH 2002 als Koellmann Airtec und Koellmann Gear Teil der Thielenhaus Technologies GmbH.
Los 2209 Schätzwert 4.000 € (3 Posten, ca. 2310 Stück)
Königsberg-Cranzer Eisenbahn-Gesellschaft Königsberg i.Pr.
Aktie 500 Mark 20.5.1885 (Auflage 2884)
(ex Lot 475 BARoV 2, Peus 3465, 950/1280, III)
Aktie 1.000 Mark 1.3.1900 (Auflage 588)
(ex Lot 475 BARoV 2, Peus 3466, 300/330, III/IV)
Aktie 1.000 Mark 30.11.1920 (Auflage 1000)
(ex Lot 475 BARoV 2, Peus 3467, 600/700, II/III)
Lot 475 BARoV 2, Zuschlag 4.100 €)
Gründung am 13.8.1884 zum Bau der Sommerfrischler-Bahn Königsberg-Groß Raum-Bad Cranz (28 km) mit Verlängerung nach Cranzbeek (2 km, eröffnet 1895) und Neukuhren (18 km, eröffnet 1901). Außerdem Bau und Betriebsführung der Groß Raum-Ellerkruger Kleinbahn GmbH (10 km, eröffnet 1916). Der Königsberger Nordbahnhof wurde gemeinsam mit der Reichsbahn und der Samlandbahn genutzt.
Los 2210 Schätzwert 1.200 € (1 Posten, ca. 3000 Stück)
Kötitzer Ledertuch- und Wachstuch-Werke AG Coswig, Bez. Dresden
Aktie 100 RM Juli 1942 (Auflage 5000)
(ex Lot 3542 BARoV 1, Peus 1116, 3500/3000, II/III)
Gründung 1897 als „Deutsche Pluviusin AG“, umbenannt 1910 in „Deutsche Kunstleder-AG“, ab 1923 Firma wie oben. Herstellung von Kunstleder, Ledertuch, Wachstuch und Lederersatzprodukten. Werke in Kötitz, Gummersbach (1910 Übernahme der Kunstleder-Fabriken Carl Bockhacker, 1918 übernahme der Rheinische Kaliko-Fabrik C. Bockhammer in Burscheid als Werk II, in der Weltwirtschaftskrise 1930 stillgelegt), Berlin (1927 Übernahme der Ketschendorfer Kunstlederfabrik AG, 1929 stillgelegt), Zweenfurth bei Leipzig (1929 Übernahme der Kunstlederfabrik Alexander Schumann) und Siebenlehn bei Nossen. 1938 Gründung der “Göppinger Kaliko- und Kunstleder-Werke vorm. Netter und Eisig GmbH” in Göppingen und Eislingen. Börsennotiz Berlin und Dresden/Leipzig. 1946 Enteignung der in der Ostzone liegenden Fabriken Kötitz, Zweenfurth und Siebenlehn, 1950 Sitzverlegung nach Düsseldorf. Als einziges Aktivum verblieb die Beteiligung an der Göppinger Kaliko, die sich 1977 der Großaktionär (Continental-Gummiwerke AG in Hannover) einverleibte. Die zugleich beschlossene Auflösung der AG wurde 1978 durch den neuen Großaktionär Adolf Merckle, Blaubeuren, rückgängig gemacht, außerdem Sitzverlegung nach Berlin. Ab 1984 Ausbau zu einer Kapitalanlagegesellschaft.
Los 2211 Schätzwert 1.000 € (1 Posten, ca. 1190 Stück)
Kohle AG, Magdeburg
Aktie 1.000 Mark 7.1.1922 (Auflage 12000)
(Lot 3340 BARoV 1, Zuschlag 1.000 €, Peus 1113, 1200/1190, I/II, ca. 300 St. mit Eckabriss)
Gründung 1921. Handel mit Brennstoffen, Vertrieb mineralischer Öle und Fette. Zweigniederlassungen in Braunschweig, Hamburg, Hannover, Salzwedel. Großaktionär waren mit ca. 87 % die Braunschweigische Kohlen-Bergwerke in Helmstedt. Großformatig. Feine Zierumrandung.
Los 2212 Schätzwert 1.500 € (1 Posten, ca. 3200 Stück)
Kraftwerk Thüringen AG, Gispersleben
Aktie 100 RM Okt. 1929 (Auflage 9600)
(ex Lot 3545 BARoV 1, Peus 1119, 6000/3200, II/III)
Gründung 1901 als Privatunternehmen durch den aus Leipzig zugezogenen Ingenieur Max Lange. Umwandlung 1907 in eine GmbH und 1909 in die „Elektrizitätswerk Gispersleben AG“. 1915 Fusion mit der „Elektrizitätswerk Oberweimar Ueberlandzentrale GmbH“, dabei Umfirmierung wie oben. Neben dem Kohlekraftwerk (das 1918 einen eigenen Gleisanschluß an die Eisenbahn Erfurt-Nordhausen erhielt) besaß die Ges. auch eine kleine Wasserkraftanlage. Über 1200 km Hochspannungsleitungen wurden die Überlandzentrale Saaletal GmbH in Saalfeld, die Städte Ilmenau, Arnstadt, Weimar und Sömmerda und über 300 kleinerei Gemeinden mit Strom beliefert. Börsennotiz Berlin und München; Großaktionär war bis in die 30er Jahre die Elektrizitäts-AG vorm. Schuckert & Co. in Nürnberg (Siemens-Konzern), später die Thüringenwerk AG in Weimar (33,7 %), die Elikraft AG in Berlin (26,7 %) und die Thür. Elektrizitäts- und Gas-Werke AG in Apolda (27,5 %).
Los 2213 Schätzwert 500 € (1 Posten, ca. 900 Stück)
Kurmärkische Zellwolle und Zellulose AG Wittenberge Bez. Potsdam
Namensaktie 1.000 RM Juli 1939 (Auflage 7000)
(ex Lot 105 BARoV 3, Peus 5954, 180/900, II/III)
Gründung 1937 durch mehrere Textilfirmen, die im Gegenzug als Aktionäre das Recht zum Bezug von Zellwolle im Rahmen der Kriegsmangelwirtschaft besaßen.
Los 2214 Schätzwert 500 € (1 Posten, ca. 530 Stück)
Landesbank Westsachsen AG, Plauen i.V.
Aktie 100 RM Aug. 1927 (Auflage 3200)
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 3546, 1000/530, II/III)
Gegründet am 16.5.1922 als Staats- und Bezirksbank Obervogtland AG, umbenannt am 23.4.1924. Firmensitz bis 1.4.1927 in Auerbach (Vogtl.), danach in Plauen i.V.
Los 2215 Schätzwert 1.500 € (1 Posten, ca. 4300 Stück)
Landkraftwerke Leipzig AG, Kulkwitz bei Leipzig
Aktie 100 RM 1.4.1941 (Auflage 7500)
(ex Lot 3542 BARoV 1, Peus 1153, 5000/4300, II/III)
Gründung 1910 zwecks Stromversorgung der Leipziger Außenbahn-AG und der benachbarten preußischen Ortschaften. Bald darauf wurden auch die (sächsischen) Amtshauptmannschaften Leipzig, Borna, Grimma und Rochlitz sowie die (preußischen) Kreise Delitzsch, Merseburg, Torgau, Querfort und Eckartsberga als Stromabnehmer gewonnen. Die im Kraftwerk Kulkwitz verstromte Braunkohle gewann die Ges. im eigenen Tagebau (Carolaschacht, König-Albert-Schacht). Börsennotiz Berlin und Leipzig, größter Einzelaktionär war die AG Sächsische Werke (30,5 %).
Los 2216 Schätzwert 250 € (1 Posten, ca. 600 Stück)
Landschaft der Provinz Westfalen, Münster i. W.
5 % Pfandbrief 50 Ztr. Roggen von 1924
(ex Lot 142 BARoV 2, Peus 3554, 800/600, III)
Die älteste aller deutschen Landesbanken, hervorgegangen 1890 aus der schon 1832 gegründeten Provinzial-Hilfskasse. 1969 Fusion mit der Rheinischen Girozentrale und Provinzialbank in Düsseldorf zur heutigen WEST/LB.
Los 2217 Schätzwert 4.500 € (4 Posten, ca. 8280 Stück)
Langbein-Pfanhauser Werke AG, Leipzig
Aktie 1.000 Mark 19.8.1907 (Auflage 2250)
(ex Lot 3344 BARoV 1, Peus 1169, 1500/1570, II/III)
Aktie 1.000 Mark 6.5.1922 (Auflage 1500)
(ex Lot 3344 BARoV 1, Peus 1170, 1000/980, III)
Aktie 1.000 Mark 10.1.1923 (Auflage 5700)
(ex Lot 3344 BARoV 1, Peus 1171, 4000/4570, II/III)
Aktie 1.000 RM Nov. 1942 (Auflage 1960)
(ex Lot 3344 BARoV 1, Peus 1173, 1200/1160, II)
(Lot 3344 BARoV 1, Zuschlag 4.600 €)
Gründung 1907 durch Fusion der Dr. G. Langbein & Co. in Leipzig (gegr. 1881) mit Filialen in Berlin, Solingen, Wien, Mailand und Brüssel mit der Firma Wilh. Pfanhauser in Wien (gegr. 1873). Fabriken für Galvanotechnik und Elektrochemie sowie Dynamo- und Maschinenbau in Leipzig und Oerlikon/Schweiz. Seinerzeit in Leipzig börsennotiert. 1948 in der DDR enteignet, daraufhin Sitzverlegungen nach Düsseldorf (1951), Neuss (1953) und zurück nach Düsseldorf (1999). 2001 aufnehmende Gesellschaft bei der Fusion mit der Vereinigte Deutsche Nickel AG, der Hindrichs-Auffermann AG und der DOAG AG, zugleich Umfirmierung in VDN Vereinigte Deutsche Nickel-Werke AG. 2005 Eröffnung des Insolvenzverfahrens.
Los 2218 Schätzwert 1.400 € (1 Posten, ca. 640 Stück)
Leipziger Bierbrauerei zu Reudnitz Riebeck & Co. AG, Leipzig-Reudnitz
VZ-Aktie 1.000 Mark Aug. 1913 (Auflage 3000)
(Lot 496 BARoV 2, Zuschlag 1.450 €, Peus 3580, 600/640, III)
Gründung 1862, seit 1887 AG. Die Brauerei in der Mühlstr. 13 wurde nun sehr expansiv geführt, bis zum Ausbruch des 1. Weltkrieges hatte sich der Absatz auf 400.000 Hektoliter jährlich mehr als verdoppelt. 1912 Errichtung eines Zweigbetriebes in Berlin durch Anpachtung der Germaniabrauerei in der Frankfurter Allee 53/55. 1938 Umfirmierung in Riebeck-Brauerei AG. Inzwischen mit in der Spitze 2 Mio. Hektoliter im Jahr Ausstoß der größte mitteldeutsche Brauerei-Konzern. Eigene Braustätten in Leipzig, Erfurt, Altenburg i.Th., Gera und Gräfenthal (Thür.) sowie Mehrheitsbeteiligungen an weiteren 19 Brauereien (die größte Beteiligung 1943 war die an der Actien-Brauerei Neustadt-Magdeburg). Börsennotiz Berlin und Leipzig. Die AG wurde erst jüngst reaktiviert, wobei sich auch die Familie Oetker engagierte. Großfrmatiges Papier, dekorativ gestaltet.
Los 2219 Schätzwert 500 € (1 Posten, ca. 210 Stück)
Leipziger Braunkohlenwerke AG, Albersdorf bei Leipzig
Aktie 1.000 Mark 3.8.1891 (Auflage 800)
(Lot 497 BARoV 2, Zuschlag 1.550 €, Peus 3581, 750/210, III)
Gegründet 1864 als Gewerkschaft Grube Mansfeld, seit 1891 AG. Braunkohlen-Tiefbau mit zwei Förderschächten in den Fluren Gärnitz, Kulkwitz, Quesitz, Markranstädt und Lausen (Kgr. Sachsen) und Thronitz, Schkeitbar und Schkölen (Kgr. Preußen). Der größte Teil der Kohle wurde in dem unmittelbar neben der Grube in Kulkwitz errichteten Landkraftwerk Leipzig verfeuert. Firmensitz bis 1899 in Albersdorf, danach in Kulkwitz bei Leipzig. 1937 Übergang des Gesellschaftsvermögens auf den alleinigen Aktionär, die Landkraftwerke Leipzig AG, 1938 erloschen. Sehr hübsche Ornament-Umrahmung.
Los 2220 Schätzwert 5.000 € (1 Posten, ca. 160 Stück)
Leipziger Luftschiffhafen- und Flugplatz-AG Leipzig
Aktie 1.000 Mark 25.3.1913 (Auflage 1200)
(Lot 498 BARoV 2, Zuschlag 25.000 €, Peus 3587, 700/160, III/IV)
Zur Errichtung eines Luftschiffhafens mit Luftschiffhalle wurde der Gesellschaft von der Stadt Leipzig ein großes Areal in Mockau überlassen. Die feierliche Eröffnung fand am 22.6.1913 mit einem Eröffnungsflug des Luftschiffs „Sachsen“ statt, bei dem auch der König von Sachsen an Bord war. Im 1. Weltkrieg wurde der Flugplatz vom Militär genutzt und erst 1919 wieder freigegeben. Der Leipziger Luftschiffhafen wurde zum größten der Welt. 1924 übernahm die Stadt Leipzig die Aktienmehrheit und reichte einen Teil der Beteiligung an den Freistaat Sachsen weiter. Die Anlage besteht noch heute als Flughafen Leipzig-Mockau. Hochdekorativ, große Abb. des Luftschiffes “Sachsen” im Unterdruck.
Los 2221 Schätzwert 15.000 € (1 Posten, ca. 2610 Stück)
Leipziger Malzfabrik in Schkeuditz, Leipzig
Actie 100 Thaler = 300 Mark 1.9.1873 (Auflage 3000)
(Lot 3346 BARoV 1, Zuschlag 15.000 €, Peus 1185, 2600/2610, III/IV)
Gründung 1872. Herstellung von Malz und den dabei entstehenden Nebenprodukten. Die Fa. lautete bis 1939 Leipziger Malzfabrik in Schkeuditz, danach Malzfabrik Schkeuditz AG. 1959 kam es zu einem Zusammenschluß der Malzfabrik Schkeuditz mit der Sternburg Brauerei Lützschenau und der Sternenbrauerei Schkeuditz zu dem VEB Brau- und Malzkombinat Sternburg. Großformatig.
Los 2222 Schätzwert 1.200 € (1 Posten, ca. 1500 Stück)
Leipziger Messamt, Leipzig
4,5 % Teilschuldv. 100 RM April 1937 (Auflage 5600)
(Lot 3347 BARoV 1, Zuschlag 1.200 €, Peus 1186, 1500/1500, II/III)
Gründung 1917 als Träger und Organisator der Leipziger Messe. Bereits 1165 bekam die Stadt Leipzig das Marktrecht, vom Meißner Markgraf Otto dem Reichen verliehen. Kaiser Maximilian I. verlieh 1497 der Stadt das Reichsmesseprivileg, 1501 vom Papst Leo X. bestätigt. G & D-Druck.
Los 2223 Schätzwert 1.300 € (1 Posten, ca. 1070 Stück)
Leipziger Stahlfederfabrik Herm. Müller AG Leipzig-Lindenau
Aktie 1.000 RM Okt. 1922 (Auflage 4500)
(Lot 500 BARoV 2, Zuschlag 1.300 €, Peus 3591, 900/1070, III)
Gegründet 1890, AG seit 27.9.1922. Herstellung und Vetrieb von Schreibfedern, Füllhalterfedern und Schreibutensilien aller Art.
Los 2224 Schätzwert 250 € (1 Posten, ca. 120 Stück)
Louisenwerk Thonindustrie-AG, Voigtstedt
Aktie 1.000 RM Nov. 1941 (Auflage 858)
(ex Lot 120 BARoV 3, Peus 6104, 270/120, II)
Gründung 1900. Herstellung von Ton- und Ziegelwaren, Handel mit Baumaterialien. Die Aktien befanden sich im Besitz der Gründerfamilien.
Los 2225 Schätzwert 3.500 € (1 Posten, ca. 370 Stück)
Magdeburger Lebensversicherungs-Gesellschaft Magdeburg
Namens-Actie 500 Thaler 10.3.1856 (Auflage 4000)
(Lot 474 BARoV 3, Zuschlag 10.000 €, Peus 6126, 1250/370, III/IV)
Eines der ältesten deutschen Lebensversicherungs-Unternehmen. Ab 1895 außerdem Unfall-Versicherung, seit 1906 Haftpflicht-Versicherung. Die seit 1923 bestehende Verbindung mit dem Gerling-Konzern ermöglichte 1930 die Einführung einer absoluten Neuigkeit: Haushalt-Feuer- und Einbruchdiebstahl-Versicherung mit einmaliger Prämienzahlung auf Lebenszeit. Im gleichen Jahr Aufnahme der Kraftfahrt-Kaskoversicherung. Nach dem Krieg dann Sitzverlegung nach Köln. 1955 Konzentration auf das Sachversicherungsgeschäft und Übertragung des Lebensversicherungsbestandes auf die Schwesterfirma Friedrich Wilhelm Lebensversicherungs-AG, zugleich Umfirmierung in Friedrich Wilhelm Magdeburger Versicherungs-AG “Alte Magdeburger”. 1962 erneut umbenannt in Gerling-Konzern Magdeburger Standard Versicherung AG, 1963/64 Übertragung des Versicherungsbestandes auf die Gerling-Konzern Allgemeine Versicherungs-AG. Letztere wurde gerade erst 2006 vom Talanx-Konzern (HDI Hannover) übernommen. Hochdekorative Aktie mit schöner Allegorie: Schicksalsgöttinnen spinnen die Lebensfäden.
Los 2226 Schätzwert 4.000 € (2 Posten, ca. 4030 Stück)
Magdeburger Strassen-Eisenbahn-Gesellschaft Magdeburg
Actie Ser. B 1.000 Mark 1.10.1898 (Auflage 3600)
(ex Lot 3351 BARoV 1, Peus 1202, 2000/2050, III)
Aktie Serie B 1.000 Mark 13.9.1920 (Auflage 3000)
(ex Lot 3351 BARoV 1, Peus 1203, 2000/1980, II/III)
(Lot 3351 BARoV 1, Zuschlag 4.200 €)
Gründung 1876 als Pferdebahn, seit 1886 Dampfbetrieb, ab 1899 elektrischer Betrieb. Streckenlänge zeitweise über 100 km. In den 20-er Jahren besaß die Fa. 172 Motorwagen und 152 Anhängewangen. 1936 besaß die Ges. bereits 15 Omnibusse. Börsennotiz Berlin und Magdeburg. 1951 als VEB Magdeburger Verkehrsbetriebe weitergeführt, 1991 in eine AG umgewandelt, 1999 in die Magdeburger Verkehrsbetriebe GmbG überführt. Großformatig. Stadtwappen im Unterdruck. Umrandung im Historismusstil.
Los 2227 Schätzwert 400 € (1 Posten, ca. 530 Stück)
Marschel Frank Sachs AG, Chemnitz
Aktie 1.000 RM 7.12.1927 (Auflage 7920)
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 3677, 1000/530, II/III)
Gründung 1921 als Holding für ein gutes Dutzend Produktionsbetriebe der Trikotagen-, Wirk- und Webwarenindustrie. Fabriken in Chemnitz, Zschopau, Magdeburg. 1938 Firma umbenannt in Mafrasa Textilwerke AG. 1995 Fortsetzung der Gesellschaft als Mafrasa Textilwerke AG, Chemnitz.
Los 2228 Schätzwert 250 € (3 Posten, ca. 130 Stück)
Maschinenfabrik AG vorm. Wagner & Co., Cöthen
Aktie 1.000 Mark 8.1.1923 (Auflage 14700)
(ex Lot 118 BARoV 3, Peuss 6165, 135/50, III)
Genußschein Lit. B 50 RM 31.7.1926
(ex Lot 118 BARoV 3, Peus 6166, 135/50, III)
Genußschein Lit. A 100 RM 31.7.1926
(ex Lot 118 BARoV 3,Peus 6167, 100/30, III)
Gründung 1890. Die Fabrik mit 5 massiven Hallen direkt am Bahnhof Köthen besaß eine Lokomotivreparaturwerkstatt und fabrizierte Maschinen und Apparate für Papier- und Zellulosefabriken sowie Dampfkessel. In großem Umfang wurde auch Rohguss an andere Fabriken geliefert, wobei Stücke bis zum Einzelgewicht von 40 t gegossen werden konnten. Großaktionär: Jakob-Michael-Konzern.
Los 2229 Schätzwert 700 € (2 Posten, ca. 370 Stück)
Maschinenfabrik vorm. Georg Dorst AG, Oberlind-Sonneberg
Aktie 1.000 Mark 23.5.1921 (Auflage 500)
(ex Lot 152 BARoV 2, Peus 3706, 250/120, III)
Aktie 1.000 Mark 30.5.1922 (Auflage 1000)
(ex Lot 152 BARoV 2, Peus 3707, 450/250, III)
Gegründet 1891 (Schmiede bereits 1867) durch die Familie des bekannten Dramatikers Tankred Dorst. Herstellung von Maschinen für die feinkeramische, chemische, Farben-, Bleistift und Glasindustrie. Ab 1948 VEB Thuringia Sonneberg.
Los 2230 Schätzwert 1.200 € (1 Posten, ca. 3000 Stück)
Mechanische Treibriemenweberei und Seilfabrik Gustav Kunz AG, Treuen i.Sa.
Aktie Lit. A 100 RM 15.8.1933 (Auflage 11310)
(ex Lot 3542 BARoV 1, Peus 1241, 6000/3000, II)
Gründung 1894 unter Übernahme der seit 1868 bestehenden Firma Gustav Kunz. Herstellung von gewebten Kamelhaartreibriemen, Baumwollriemen, Transportbändern, Seidenriemen, Filtertüchern und Segeltuchen sowie Seilen aus Draht und Hanf. Während des 2. WK Umstellung auf Rüstungsproduktion. In der DDR Betriebsfortsetzung als VEB Mechanische Triebriemenwebereien und Seilfabrik Treuen, später auf VEB Vowetex Plauen verschmolzen.
Los 2231 Schätzwert 500 € (2 Posten, ca. 330 Stück)
Meßhaus Union AG, Leipzig
Aktie 100 RM 16.4.1932 (Auflage 700)
(ex Lot 523 BARoV 2, Peus 3764, 300/140, II/III)
Aktie 100 RM 1.2.1938 (Auflage 600)
ex Lot 523 BARoV 2, Peus 3765, 400/190, II/III)
(Lot 523 BARoV 2, Zuschlag 1.100 €)
Leipzig, dessen Messeprivileg inzwischen ein halbes Jahrtausend alt ist, versteht sich als die “Mutter aller Messen”. Mit der Erfindung der Mustermesse Ende des 19. Jh. verfünfzehnfachte sich binnen weniger Jahre die Zahl der ausstellenden Firmen - ein großer Teil der barocken Innenstadt mußte modernen Messepalästen weichen. Die Meßhaus Union AG wurde 1921 gegründet zum Bau eines Messhauses für 800-1000 Aussteller auf dem Baublock Hallische Str. 1-5 und Richard-Wagner-Str. 11 im Zuge der Reichsstraße. Nachdem die Initiatoren schwach wurden, bauten die Mieter und Gesellschafter der Uniom-Meßhaus GmbH das Haus fertig (die GmbH pachtete es dann) und übernahmen auch etwa 75 % der Aktien. Den Nichtmieter-Aktionären kaufte die Union-Meßhaus GmbH 1925-36 die Dividendenscheine gegen Barzahlung von 8% des Nennwertes p.a. ab, den Mieter-Aktionären (deren Aktien unveräußerbar waren) wurden sie gegen die Herbstmeßmiete verrechnet. Als Aussteller vertreten waren allererste Firmen der Spielwaren-, Christbaumschmuck- und Scherzartikel-Industrie, außerdem die Branchen Metallwaren, Haus- und Küchengeräte, Kinderwagen, Korbwaren und künstliche Blumen. 1936 beschlossen die Aktionäre die Fusion der Union Meßhaus GmbH mit der AG und legten fest, daß ca. 190.000 RM Aktien der Mietergruppe bis 1953 keine Dividende erhalten sollten. Diese Aktien wurden als “Serie B” abgestempelt. Zu DDR-Zeiten verfielen die Messehäuser, nach der Wende wurden die meisten von ihnen von einer stadteigenen Gesellschaft verkauft und von privaten Investoren in altem Glanz wieder hergerichtet. Auch die Messehaus Union AG schlug deshalb Anfang der 90er Jahre im Handelsregister noch einmal kurz die Augen auf.
Los 2232 Schätzwert 500 € (1 Posten, ca. 900 Stück)
Metallwarenfabrik Wissner AG, Zella-Mehlis
Aktie 1.000 RM Dez. 1943
(ex Lot 3545 BARoV 1, Peus 1275, 2000/900, II)
Gründung 1898 unter Übernahme der seit 1892 bestehenden Firma H. Wissner. Herstellung von Metallwaren, Glocken, Fahrradteilen, Zahnkränzen, Achsen, Kurbeln, Motorradzubehörteilen und Getrieben. Börsennotiz Berlin. 1914 verlor die Gesellschaft infolge des Kriegsausbruchs ihre Betriebsanlagen in Nancy, Frankreich. 1932 Fusion mit der Ver. Thüringer Metallwarenfabriken AG, Zella-Mehlis im Wege der Übernahme. 1948 aufgegangen im VEB Meteor-Werk Zella-Mehlis, ab 1992 Meteor-Umformtechnik-GmbH Zella-Mehlis.
Los 2233 Schätzwert 1.000 € (1 Posten, ca. 2300 Stück)
Mimosa AG, Dresden
Aktie 100 RM 30.6.1943 (Auflage 4250)
(ex Lot 3522 BARoV 1, Peus 1280, 3250/2300, II/III)
Gründung 1901 in Köln als „Rheinische Emulsions-Papier-Fabrik AG“. 1904 Sitzverlegung nach Dresden. Herstellung photographischer, lichtempfindlicher Papiere und Zelluloidfilme. 1920 Übernahme der „Neue Photographische Gesellschaft AG“ in Berlin-Steglitz. 1951 verlagert nach Hannover. 1964 ist das Vermögen auf die Farbwerke Bayer AG in Leverkusen übergegangen, die mit der AGFA schon eine bedeutende Photo-Sparte hatte.
Los 2234 Schätzwert 500 € (1 Posten, ca. 300 Stück)
Mittelland Gummiwerke AG, Hannover-Linden
Aktie 1.000 Mark 15.3.1923 (Auflage 37000)
(ex Lot 110 BARoV 3, Peus 6221, 300/300, III)
Gründung 1887 als Hannoversche Actien-Gummiwaaren-Fabrik unter Übernahme des Fabriketablissements der Neue Hannoversche Gummiwaaren- und Patent-Packung-Fabrik Lennartz & Co. in Hannover-Linden (Stärkestr. 14-15). 1920 umbenannt wie oben. Hergestellt wurden mit in der Spitze fast 1.000 Mitarbeitern technische und chirurgische Artikel aus Gummi und gummierte Stoffe. Börsennotiz Hannover; im AR saß u.a. der Bankier L. Rothschild. In der Weltwirtschaftskrise 1929 in Liquidation gegangen.
Los 2235 Schätzwert 400 € (3 Posten, ca. 180 Stück)
Moll-Werke AG, Chemnitz
Aktie 1.000 Mark März 1922 (Auflage 13000)
(ex Lot 115 BARoV 3, Peus 6223, 200/80, III)
Aktie 1.000 Mark Sept. 1923 (Auflage 73000
(ex Lot 115 BARoV 3, Peus 6224, 125/60, III)
VZ-Aktie 100 RM März 1925 (Auflage 15000)
(ex Lot 115 BARoV 3,Peus 6225, 120/40, III)
Gründung 1916 in Wolkenstein. Hergestellt wurden Automobile 6/30 PS und “Mollmobile” 4 PS, ferner eiserne Transportfässer und Transportgeräte, schmiedeeiserne Radiatoren, Sauerstoff, Metallknöpfe aller Art. Die Gesellschaft besaß Werke in Scharfenstein i.Sa. (mit eigenen grösseren Anlagen für Sauerstoff-Erzeugung und Acetylen-Bereitung), Tannenberg i.Erzgeb., Oberlichtenau bei Chemnitz. Der Betrieb Annaberg wurde 1923 abgetrennt und zusammen mit der Firma “Ras-Werke GmbH” in eine GmbH umgewandelt. Über das Vermögen der Gesellschaft wurde 1925 das Konkursverfahren eröffnet.
Los 2236 Schätzwert 500 € (1 Posten, ca. 500 Stück)
Moritz Prescher Nachfolger AG, Leipzig-Leutzsch
Aktie 100 RM 29.7.1926 (Auflage 6000)
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 3793, 950/500, II/III)
Gründung 1898 als „Kunstdruckerei und Cigarrenkistenfabrik AG vorm. Moritz Prescher Nachf.“, 1902 umbenannt wie oben. Die Produktion wandelte sich später in Richtung graphischer und chemischer Erzeugnissen. Zuletzt wurden in der Fanrik in Leipzig W 35 (Am Ritterschlößchen 20) Azetatfolien hergestellt. Börsennotiz Leipzig und Dresden, Großaktionär war die Emil Pinkau & Co. AG. Mitte der 1950er Jahre in eine Kommanditgesellschaft mit staatlicher Beteiligung umgewandelt. Die Firma stellte dann unter der Marke “Prenaphan” selbstklebendes Prenaband aus Zellglas her, die frühe DDR-Variante von Tesafilm (in Originalverpackung heute auf ebay ein Renner bei DDR-Nostalgikern).
Los 2237 Schätzwert 250 € (2 Posten, ca. 220 Stück)
Muldentalwerke AG, Freiberg
Aktie 1.000 Mark 20.5.1922 (Auflage 60000)
(ex Lots 115 BARoV 3, Peus 6236, 210/80, IV)
Aktie 1.000 Mark 30.12.1922 (Auflage 220000)
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 3796, 250/140, IV/V)
Gründung Nov. 1920 zum Erwerb der Anlagen der Pappenindustriewerke Muldental GmbH. Herstellung von tägl. 18.000 kg Hart- und Feinpappe sowie Papier. Ende 1920er nicht mehr in den Handbüchern verzeichnet.
Los 2238 Schätzwert 1.500 € (1 Posten, ca. 4000 Stück)
Nähmaschinen-Teile AG, Dresden
Aktie 100 RM Okt. 1941 (Auflage 6750)
(ex Lot 3542 BARoV 1, Peus 1304, 5000/4000, II)
Gründung 1912 als Würker & Knirsch AG. In der Fabrik in Dresden, Barbarastr. 43 wurden vor allem Nähmaschinen-Schiffchen hergestellt. 1918 Hinzuerwerb der Fabrik für Nähmaschinenteile von G. Schmidt mit Sonderabt. L. Wetzell Nähmaschinenspulenfabrik in Kötzschenbroda, aus diesem Anlass Umfirmierung in “Nähmaschinen-Teile AG”. 1953 Sitzverlegung nach Aachen, 1955 Namensänderung in Nämatag Nähmaschinenteile GmbH, Aachen.
Los 2239 Schätzwert 750 € (3 Posten, ca. 240 Stück)
Nähmaschinenfabrik Adolf Knoch AG, Saalfeld
Aktie 1.000 RM 1.7.1928 (Auflage 525)
(ex Lot 152 BARoV 2, Peus 3805, 250/40, II)
Aktie 1.000 RM 1.1.1942 (Auflage 940)
(ex Lot 152 BARoV 2, Peus 3806, 200/90, II)
Aktie 100 RM 1.7.1928 Auflage (1150)
(ex Lot 120 BARoV 3, Peus 6248, 140/110, II)
Gründung 1860, AG seit 1908. 1931 Übernahme der Marken und Vertriebsrechte der Nähmaschinen- und Fahrräderfabrik Bernhard Stoewer AG in Stettin. 1949 verlagert nach Frankfurt/Main, 1969 nach Abwicklung gelöscht. Fabrikabbildung im Unterdruck.
Los 2240 Schätzwert 1.000 € (1 Posten, ca. 2300 Stück)
Natronzellstoff- und Papierfabriken AG, Berlin
Aktie 1.000 RM Okt. 1942
(ex Lot 3522 BARoV 1, Peus 1308, 2200/2300, II)
Gründung 1918. Herstellung von Natronzellstoff, Natronkraftpapier, Sackpapier und Bitumenpapier in den Werken Altdamm (Pommern), Krappitz (Oberschlesien), Goslar-Oker und Priebus. 1938 erwarb die Zellstofffabrik Waldhof (später PWA, heute Svenska Cellulosa) die Aktienmehrheit. 1945 verlagert nach Mannheim-Waldhof, ab 1976 GmbH. G & D-Druck.
Los 2241 Schätzwert 1.500 € (1 Posten, ca. 3100 Stück)
Neu-Westend AG für Grundstücksverwertung, Charlottenburg
Aktie 1.000 Mark 4.2.1904 (Auflage 8000)
(Lot 3380 BARoV 1, Zuschlag 1.250 €, Peus 1328 2750/3100, III/IV)
Gründung 1904 durch die Deutsche Bank. Die Gesellschaft erschloss die Gegend zwischen Kaiserdamm, Kantstraße und Königsweg. Den U-Bahn-Anschluss ließ sie auf eigene Kosten ausführen, um die Attraktivität der Wohnlage zu erhöhen. Börsennotiz Berlin. Ab 1918 in Liquidation, bei der Abwicklung konnte immerhin das Doppelte des Nennwertes ausgeschüttet werden. Mit Faksimileunterschrift vom Bankier Max Steinthal für den Aufsichtsrat. Dekorativer G & D-Druck. Umrandung mit Elementen des Jugendstils.
Los 2242 Schätzwert 2.000 € (2 Posten, ca. 3080 Stück)
Neue Deutsch-Böhmische Elbeschiffahrt AG, Dresden
Aktie 1.000 Mark 30.9.1907 (Auflage 3000)
(ex Lot 3378 BARoV 1, Peus 1323, 2000/2170, II)
Aktie 1.000 Mark 4.10.1921 (Auflage 5300)
(ex Lot 3378 BARoV 1, Peus 1324, 1000/910, II/III)
(Lot 3378 BARoV 1, Zuschlag 2.000 €)
Gründung 1907. Die seit 1918 bestehende Betriebsgemeinschaft mit der Deutsch-Oesterreichischen Damfschiffahrt AG in Magdeburg führte 1921 zur Vollfusion. Ferner 1923 Aufnahme der Sächsisch-Böhmische Dampfschiffahrts-Gesellschaft in Dresden durch Fusion. 1920 Bau eines Speichers im Dresdner Alberthafen, 1927 Erwerb eines großen Umschlagplatzes am Hamburger Hafenbecken “Haken”. 1936 Übernahme der Schiffswerft und Maschinenfabrik Dresden-Laubegast GmbH. Ab 1937 Betriebsgemeinschaft mit der Neue Norddeutsche und Vereinigte Elbeschiffahrt AG in Hamburg. Letzte Großaktionäre waren die AG für Binnenschiffahrt (1941 als Reichswerke AG für Binnenschiffahrt “Hermann Göring” gegründet) mit 50,2 % und der Freistaat Sachsen mit 47,82 %). 1951 Sitzverlegung von Dresden nach Hamburg. 1958 im Zuge einer Interessengemeinschaft Verpachtung der verbliebenen 2 Kähne und 5 Motorschiffe und der Umschlaganlagen an die Schlesische Dampfer-Compagnie - Berliner Lloyd AG in Hamburg. 1967 in eine GmbH umgewandelt. Feine Eichenlaubumrandung mit Elementen des Jugendstils. In den vier Ecken sind die Häfen Tetschen, Dresden, Magdeburg und Hamburg aufgeführt.
Los 2243 Schätzwert 350 € (2 Posten, ca. 170 Stück)
Niederlausitzer Bank AG, Cottbus
Aktie 1.000 RM März 1927 (Auflage 700)
(ex Lot 116 BARoV 3, Peus 6275, 180/70, II/III)
Aktie 1.000 RM April 1928 (Auflage 728)
(ex Lot 116 BARoV 3, Peus 6276, 270/100, II/III)
Gründung 1901 als „Niederlausitzer Kredit- und Sparbank AG“. Filialen in Crossen, Forst, Frankfurt (Oder), Guben, Küstrin, Lübben, Sagan, Sommerfeld, Sorau und Weißwasser. Börsennotiz Berlin. Großaktionär war die Deutsche Bank.
Los 2244 Schätzwert 2.500 € (1 Posten, ca. 4400 Stück)
Niederlausitzer Kohlenwerke AG, Berlin
Aktie 1.000 Mark 21.5.1910 (Auflage 6000)
(ex Lot 3384 BARoV 1, Peus 1336, 4000/4400, III)
Gründung 1882 mit Sitz in Fürstenberg a.O., zur vorteilhafteren Gestaltung des Brikettvertriebs. 1902 Sitzverlegung nach Berlin (Potsdamerstr. 127/128). Die Ges. besaß 8 Braunkohlen-Tagebaue im Senftenberger Revier, 2 Tiefbaue im Spremberger Revier und 3 Tage- bzw. Tiefbaue im Borna-Leipziger Revier, dazu 16 Brikettfabriken und 4 Ziegeleien, beschäftigt waren bis zu 6.000 Menschen. 1919 Beitritt zum ostelbischen sowie zum mitteldeutschen Braunkohlensyndikat, die für die angeschlossenen Werke den kompletten Verkauf übernahmen und Produktionsquoten vergaben. Die in Berlin börsennotierte AG erwirtschaftete regelmäßig zweistellige Dividenden, Großaktionär war der Petschek-Konzern in Aussig (der in der Weltwirtschaftskrise dann in derbe Schwierigkeiten kam). Seit 1939 in Liquidation. Dekorativ, mit Hermes-Vignette in allen vier Ecken.
Los 2245 Schätzwert 500 € (1 Posten, ca. 500 Stück)
Niederrheinische Papier- und Pappenfabrik AG Neuß a. Rhein
Aktie 1.000 RM 19.3.1937 (Auflage 2080)
(ex Lot 143 BARoV 2, Peus 3849, 1000/500, II)
Gründung 1910. Herstellung und Vertrieb von Natronkraftpapieren und -sackpapieren. Beteiligt an den Zellwolle & Zellulose AG, Küstrin und Papier-Harzgesellschaft mbH, Charlottenburg.
Los 2246 Schätzwert 600 € (1 Posten, ca. 190 Stück)
Nordhäuser Aktien-Brauerei, Nordhausen
Aktie 500 RM 1.5.1928 (Auflage 1250)
(ex Lot 152 BARoV 2, Peus 3869, 400/190, III)
Gründung 1889 durch Zusammengehen des Städt. Gosebrauhaus (gegr. 1729), des Brauverein auf Aktien (gegr. 1845) und der Brauerei Spangenberg (gegr. 1849). Die Brauerei war, mit eigener Mälzerei, Vor dem Hagentor 1 ansässig. Bierniederlagen in Ellrich, Bad Lauterberg, Herzberg, Osterode, Großbodungen, Sondershausen, Stolberg, Roßla und Benneckenstein. Nach 1945 enteignet.
Los 2247 Schätzwert 900 € (2 Posten, ca. 440 Stück)
Nordhäuser Tabakfabriken AG, Nordhausen
Aktie 1.000 Mark Dez. 1921 (Auflage 15000)
(ex Lot 152 BARoV 2, Peus 3870, 600/340, III)
Aktie 1.000 Mark Juli 1920 (Auflage 10000)
(ex Lot 120 BARoV 3, Peus 6294, 250/100, III)
Schon im 19. Jh. war Nordhausen am Südrand des Harzgebirges ein Zentrum der Kau- und Rauchtabakproduktion. Die AG entstand 1919 durch Zusammenschluß von 10 Nordhäuser Firmen dieser Branche (u.a. Fa. Hanewacker, Kneiff). Im Juli 1946 wurden die Betriebe vom Land Thüringen enteignet, womit sich ihr Schicksal von dem der AG löste: Die NORTAK entwickelte sich zu DDR-Zeiten zu einem großen Zigarettenhersteller. 1990 übernahm die Reemtsma-Gruppe diesen per Wiedervereinigung hinzugekommenen Wettbewerber, 2002 wurden die NORTAK-Betriebe stillgelegt. Die alte AG dagegen verlegte 1950 ihren Sitz nach Düsseldorf. Die geplante Wiederaufnahme einer Produktion im Westen konnte nie realisiert werden, doch blieb der AG-Mantel die ganze Zeit im Düsseldorfer Freiverkehr notiert. Seine bedeutende Fotokunstsammlung brachte 2003/04 der Großaktionär Clemens Vedder in die AG ein, die bei der Gelegenheit in “Camera Work AG” umfirmierte. Der Sitz wurde nach Hamburg verlegt, in einer ehemals von Jil Sander bewohnten Villa eröffnete man neue Ausstellungsräume. Nach Bill Gates und Getty Images verfügt Camerawork heute über den weltweit drittgrößten Bestand an Photorechten und veranstaltet bedeutende Ausstellungen.
Los 2248 Schätzwert 2.000 € (2 Posten, ca. 6150 Stück)
Nordhausen-Wernigeroder Eisenbahn-Gesellschaft, Wernigerode
Aktie 100 RM Jan. 1925 (Auflage 8250)
(ex Lot 3390 BARoV 1, Peus 1365, 3750/2800, II/III)
Aktie 500 RM Jan. 1925 (Auflage 8250)
(ex Lot 3390 BARoV 1, Peus 1366, 3000/3350, II/III)
(Lot 3390 BARoV 1, Zuschlag 2.300 €)
Gründung 1896. Die berühmte „Harzquerbahn“. 1000-mm-Schmalspurbahn Nordhausen-Eisfelder Talmühle-Sorge-Drei Annen-Hohne-Wernigerode (62 km) mit Abzweig von Drei Annen-Hohne auf den Brocken (19 km). 1949 Übernahme durch die Deutsche Reichsbahn. Heute Betrieb von der „Harzer Schmalspurbahn GmbH“. Auch wenn eine Fahrt recht teuer ist, lohnt sich selbige immer wieder. Eisenbahnabb. im Trockenprägesiegel.
Los 2249 Schätzwert 300 € (1 Posten, ca. 200 Stück)
Nossener Bank AG, Nossen
Namensaktie 100 Goldmark 2.8.1924 (Auflage 600)
(ex Lot 116 BARoV 3, Peus 6300, 350/200, III)
Gründung 1889 als Spar- und Darlehns-Verein zu Nossen. Hervorgegangen aus dem 1860 gegründeten Vorschussverein Nossen eGmbH, Umbenennung 1922 in Nossener Bank AG. Durchführung von Bankgeschäften aller Art.
Los 2250 Schätzwert 300 € (2 Posten, ca. 110 Stück)
Ostsachsen-Bank AG, Neugersdorf, Sa.
Namensaktie 500 Goldmark 21.8.1924 (Auflage 350)
(ex Lot 116 BARoV 3, Peus 6329, 180/70, III)
Aktie 1.000 RM 16.7.1925 (Auflage 250)
(ex Lot 116 BARoV 3, Peus 6330, 130/40, II/III)
Das 1924 gegründete Institut mit Verwaltungssitz in Neugersdorf führte Bankgeschäften aller Art aus, insbesondere die Übernahme von Haftungen und Garantien für Dritte. Die Gesellschaft stand in Arbeitsgemeinschaft mit der Girozentrale Sachsen. Die Bank wurde vermutlich 1945 geschlossen.
Los 2251 Schätzwert 750 € (1 Posten, ca. 780 Stück)
Otto & Albrecht Dix AG, Weida i.Thür.
Aktie 1.000 RM 28.2.1927 (Auflage 2500)
(ex Lot 152 BARoV 2, Peus 3906, 1000/780, II)
Gründung 1922 zur Weiterführung der bereits seit 1866 bestehenden Fabrik zur Bearbeitung und zum Vertrieb von Fellen und Häuten. 1951 Sitzverlegung nach Eschwege, 1959 GmbH & Co.
Los 2252 Schätzwert 750 € (1 Posten, ca. 1000 Stück)
Papierfabrik Limmritz-Steina AG, Steina-Saalbach
Aktie 100 RM 22.4.1927 (Auflage 2720)
(ex Lot 3522 BARoV 1, Peus 1410, 2000/1000, II/III)
Gründung 1872 als “Holzstoff- und Holzpappenfabrik Limmritz-Steina” mit Sitz in Döbeln. 1880 Sitzverlegung nach Steina-Saalbach, 1927 Umfirmierung wie oben. 1909 Ankauf der Papier- und Pappenfabrik Herm. Ehlert in Technitz. 200-300 Mitarbeiter hatten die drei Werke Steina-Saalbach (Wasser- und Dampfkraftanlage mit Holzschleiferei und Papierfabrik sowie einer Gastwirtschaft), Limmritz (Wasserkraftanlage mit Holzschleiferei) und Technitz (Wasser- und Dampfkraftanlage mit Papierfabrik. Börsennotiz Chemnitz und Leipzig. Nach 1945 enteignet. 1963 beschloß eine a.o. HV Sitzverlegung nach Würzburg und die Auflösung der Gesellschaft. Die Liquidation dauert bis heute an.
Los 2253 Schätzwert 300 € (1 Posten, ca. 300 Stück)
Papierwarenfabrik H. Weißing AG, Grimma i.Sa.
Aktie 1.000 RM 1.9.1927 (Auflage 1000)
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 3914, 600/300, II)
Gegründet am 24.3.1921 unter Übernahme der Firma Papierwarenfabrik H. Weißing in Grimma mit einer Niederlassung in Zwenkau. Betrieb als VEB weitergeführt, im Volksmund als Pappnasenfabrik genannt.
Los 2254 Schätzwert 2.600 € (3 Posten, ca. 6210 Stück)
Park-Hotel AG, Leipzig
Aktie 1.000 Mark 10.10.1922 (Auflage 2000)
(ex Lot 3402 BARoV 1, Peus 1412, 1750/1800, II/III)
Aktie 1.000 Mark 15.5.1923 (Auflage 3000)
(ex Lot 3402 BARoV 1, Peus 1413, 2200/2820, II/III)
Aktie 200 RM 14.2.1925 (Auflage 10000)
(ex Lot 3402 BARoV 1, Peus 1414, 1100/1590, II/III)
(Lot 3402 BARoV 1, Zuschlag 2.600 €)
Gründung am 31.3.1912 als „Bau-AG Brühl“, am 9.11.1916 umbenannt in “Park-Hotel AG”. Verwertung der Besitzungen Brühl 57 und 59 sowie Parkstraße 4 und 5 durch entsprechende Bebauung mit einem Hotel, Läden etc. Börsennotiz Freiverkehr Leipzig und Köln. Großaktionär war die Stadt Leipzig. Nach dem Krieg nicht verlagert, 1992 Fortsetzung und Abwicklung als Park-Hotel i.L. Großformatig. Phantasievolle Zierumrandung.
Los 2255 Schätzwert 1.600 € (4 Posten, ca. 780 Stück)
Pausaer Tüllfabrik AG, Pausa i.V.
Aktie 1.000 Mark 10.8.1911 (Auflage 600)
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 3923, 275/130, III)
Aktie 1.000 Mark 17.5.1920 (Aufage 400)
(ex Lot 115 BARoV 3, Peus 6349, 240/110, III)
Aktie 1.000 Mark 14.12.1920 (Auflage 400)
(ex Lot 115 BARoV 3, Peus 6350, 290/130, III)
Aktie 1.000 Mark 14.1.1922 (Auflage 500)
(ex Lot 115 BARoV 3, Peus 6351, 370/410, III)
Gründung 1910. Herstellung von Tüll und gummielastischen Waren (Strümpfe, Leibbinden für die Korsettfabrikation, Bandagen). Nach dem Krieg nicht verlagert.
Los 2256 Schätzwert 300 € (1 Posten, ca. 320 Stück)
Peniger Maschinenfabrik und Eisengießerei AG Penig i.Sa.
Aktie 200 RM 7.12.1928 (Auflage 1000)
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 3924, 600/320, II/III)
Gründung 1890 in Berlin. Noch im gleichen Jahr Sitzverlegung nach Penig i.Sa. 1899 Ankauf der Maschinen-Fabrik von Unruh & Liebig in Leipzig-Plagwitz. Herstellung von Aufzügen, Kranen, Transportanlagen, Zahnrädern, Präzisionsgetrieben. Am 6.12.1937 umbenannt in Peniger Maschinenfabrik und Unruh & Liebig AG mit Sitz in Leipzig. 1954 VEB Schwermaschinenbau SM Kirow (TAKRAF), nach der Wiedervereinigung 1990 entflochten, 1994 privatisiert. Heute als KIROW Leipzig AG Weltmarktführer beim Bau von Eisenbahnkränen.
Los 2257 Schätzwert 1.000 € (1 Posten, ca. 2400 Stück)
Pittler Werkzeugmaschinenfabrik AG, Leipzig
Aktie 100 RM Mai 1928 (Auflage 5000)
(ex Lot 3541 BARoV 1, Peus 1432, 2500/2400, II/III)
Gründung 1889, AG seit 1895 in Leipzig-Wahren als “Leipziger Werkzeugmaschinenfabrik vorm. W. von Pittler AG”. 1928 Erwerb der Aktienmehrheit der Magdeburger Werkzeugmaschinenfabrik AG. 1945 völlige Demontage der Betriebe in Leipzig und Übergabe der Werksanlagen durch die Amerikaner an Fremdarbeiter. Im Nov. 1945 wurde bei der Nassovia Maschinenfabrik Hanns Fickert in Langen für Reparaturen an Pittler-Drehmaschinen der “Nassovia-Pittler-Dienst eingerichtet, nachdem wesentliche Know-How-Träger nach Westdeutschland gegangen waren. 1948 Sitzverlegung von Leipzig nach Langen und Beschluß, hier ein neues Werk zu bauen (Fertigungsbeginn 1950). Ab 1982 Kooperation mit der Gildemeister AG in Bielefeld. Der Erwerb der traditionsreichen Maschinenfabrik Werner & Kolb GmbH in Berlin im Jahr 1990 und 1991 noch der Leipziger Drehmaschinen GmbH in Leipzig war der Anfang vom Ende: Weil sich die Neuerwerbungen als schlußendlich nicht sanierungsfähig erwiesen, ging Pittler 1997 selbst in Konkurs.
Los 2258 Schätzwert 1.500 € (1 Posten, ca. 2800 Stück)
Planeta Druckmaschinenwerk AG, Radebeul
Aktie 100 RM Aug. 1942 (Auflage 4000)
(ex Lot 3522 BARoV 1, Peus 1434, 3000/2800, II)
Gründung 1898 als „Dresdner Schnellpressen-Fabrik Hauss, Sparbert u. Dr. Michaelis“ in Brockwitz, 1910 umgewandelt in eine AG unter der Firma “Dresdner Schnellpressen-Fabrik AG”. 1924 umbenannt in “Dresden-Leipziger Schnellpressen-Fabrik AG”, 1938 geändert in “Planeta Druckmaschinenwerk AG”. Herstellung von Schnellpressen, Offsetpressen und Tiefdruckmaschinen. Börsennotiz Berlin, Frankfurt und Dresden/Leipzig. Überlebte als VEB auch die DDR-Zeit, war sogar ein Renommierbetrieb mit einigem Export und wurde nach der Wende von der Koenig & Bauer AG in Würzburg übernommen. Heute mit dem Bereich Bogenoffsetmaschinen sogar der erfolgreichere Teil des Konzerns.
Los 2259 Schätzwert 800 € (2 Posten, ca. 450 Stück)
Plauener Bank AG, Plauen i.V.
Aktie 100 RM 12.4.1927 (Auflage 5000)
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 3963, 750/370, III)
Aktie 1.000 RM 12.4.1927 (Auflage 1000)
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 6391, 220/80, III)
Gründer der Bank waren 1901 vornehmlich Fabrikbesitzer aus dem Vogtland. Filialen in Auerbach, Falkenstein, Markneukirchen, Reichenbach und Treuen. Börsennotiz Berlin. 1952-79 treuhänderische Verwaltung und Abwicklung des westvermögens, Aktien seit 1994 kraftlos.
Los 2260 Schätzwert 250 € (1 Posten, ca. 220 Stück)
Plauener Spitzenfabrik AG, Plauen i.V.
Aktie 100 RM 23.3.1929
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 3964, 450/220, II/III)
Gründung am 29.11.1897. Spitzen- und Stickereifabrikation, Plauener Spitze auch heute noch bekannt und beliebt. Werke in Plauen und Pausa. 1911 Ankauf der Stickerei Seydler & Bäckermann in Plauen. 1931 insolvent.
Los 2261 Schätzwert 1.000 € (1 Posten, ca. 1500 Stück)
Portland Cementfabrik Hemmoor, Hemmoor a.d. Oste
Aktie 1.000 RM April 1928 (Auflage 1600)
(ex Lot 3537 BARoV 1, Peus 1442, 1500/1500, II/III)
Gründung als Kalkfabrik 1862, AG seit 1882. Seit 1936 auch an der Portlandcementfabrik Germania in Hannover beteiligt. Börsennotiz Berlin, Hamburg, Hannover. 1968 Umfirmierung in Hemmoor Zement AG. 1972 Abschluß eines Beherrschungsvertrages mit dem Großaktionär Alsen-Breitenburger Zement- und Kalkwerke. 1983 wurde der Betrieb stillgelegt.
Los 2262 Schätzwert 2.000 € (1 Posten, ca. 4800 Stück)
Portland-Cementfabrik Germania AG, Hannover
Aktie 100 RM April 1928 (Auflage 9000)
(ex Lot 3537 BARoV 1, Peus 1446, 4500/4800, II)
Gründung 1882 als Portland-Cementfabrik „Germania“ H. Manske & Co. in Lehrte, 1886/88 Errichtung des Werkes Misburg/Anderten, AG seit 1899. Im Jahr 1902 Erwerb der Portland-Cementwerk Rhenania AG in Enningerloh durch Fusion. Börsennotiz Berlin und Hannover. Mehrheitsaktionär war die Hemmoor Zement, die ihre Beteiligung 1961 an ein Konsortium der westdeutschen Zementindustrie vertauschte.
Los 2263 Schätzwert 800 € (1 Posten, ca. 210 Stück)
Porzellan-Industrie-AG Berghaus, Auma
Aktie 1.000 Mark 1.7.1912 (Auflage 600)
(ex Lot 152 BARoV 2, Peus 4004, 400/210, II/III)
Gegründet am 29.4.1912, eingetragen am 29.9.1912. Hergestellt wurden elektrotechnische Porzellane für Hoch- und Niederspannung, Porzellanleuchten. Der Betrieb bestand bis nach 1945. Sehr dekorativ, Abb. Strom-Masten, mit Golddruck umkränzter Isolator.
Los 2264 Schätzwert 400 € (1 Posten, ca. 110 Stück)
Porzellanfabrik Günthersfeld AG, Gehren
Aktie 1.000 Mark 4.8.1902 (Auflage 650)
(ex Lot 120 BARoV 3, Peus 6397, 280/110, III)
Hervorgegangen aus der 1884 gegründeten Porzellanfabrik Th. Degenring. Seit 1902 AG und Exportfirma für Gebrauchsporzellan. 1929 Umstellung auf Spezial-Hartsteingut (vor allem Salbendosen). 1936 Zahlungseinstellung und Vergleichsverfahren infolge erhelblicher Verluste von ausländischen Außenständen und Währungsverlusten.
Los 2265 Schätzwert 600 € (1 Posten, ca. 1200 Stück)
Porzellanfabrik Kahla, Kahla i.Thür.
Aktie 100 RM Sept. 1935 (Auflage 7442)
(ex Lot 3525 BARoV 1, Peus 1451, 3600/1200, II/III)
Im Jahr 1844 begann der Kaufmann Christian Jacob Eckard in Kahla mit der Herstellung von Tassen, Pfeifen und Puppenköpfen aus Porzellan. 1888 Umwandlung in eine AG. 1890 Erwerb der Zwickauer Porzellanfabrik, 1906 Errichtung eines Zweigwerkes in Freiberg/Sa. 1927 Aufnahme der H. Schomburg & Söhne AG in Margarethenhütte und Roßlau, der Porzellanfabrik Schönwald (Ofr.) und der Porzellanfabrik Arzberg (Ofr.) durch Fusion. Mehrheitsbeteiligungen an der Tonwarenfabrik Schwandorf i. Bayern, der Porzellanfabrik zu Kloster Veilsdorf (Werra) und der Porzellanfabrik Königszelt (Schles.) Nach der Enteignung 1945 (der russischen Besatzungsmacht als “Sowjetische elektrotechnische AG, keramisches Werk Hescho-Kahla” zugeschlagen) erlebte die Firma eine “Zellteilung: Die AG verlegte ihren Sitz in’s oberfränkische Schönwald und führte in den Werken Schönwald und Arzberg die Produktion von Tafel-, Kaffee- und Teegeschirr fort. Die Aktien blieben in München und Berlin amtlich notiert, Großaktionär war die Deutsche Bank, 1972 dann Verschmelzung auf die Hutschenreuter AG in Selb. Die Werke in der Ostzone, die 80 % der Produktionskapazität ausmachten, überlebten die ganze DDR als VEB und wurden nach der Wende 1990 zur Kahla/Thüringen Porzellan GmbH. Die Firma konnte seitdem ihren Umsatz wieder verzehnfachen und ist heute der größte Porzellanhersteller in Thüringen.
Los 2266 Schätzwert 750 € (1 Posten, ca. 1500 Stück)
Porzellanfabrik Königszelt, Königszelt i. Schles.
Aktie 100 RM Mai 1935 (Auflage 6375)
(ex Lot 3525 BARoV 1, Peus 1454, 5000/1500, II)
Gründung 1860 durch August Rappsilber, AG seit 1887. Die Firma beschäftigte ca. 1.000 Mitarbeiter und verfügte über 14 Porzellanbrennöfen und eine Tunnelofenanlage; hergestellt wurde Haushalts- und Zierporzellan. 1905 Erwerb der Aktienmehrheit der Porzellanfabrik Lorenz Hutschenreuther in Selb. Börsennotiz Berlin.
Los 2267 Schätzwert 2.000 € (3 Posten, ca. 1650 Stück)
Pressspanfabrik Untersachsenfeld AG vorm. M. Hellinger, Untersachsenfeld
Actie 1.000 Mark 6.12.1888 (Auflage 1000)
(ex Lot 575 BARoV 2, Peus 4010, 500/500, IV)
Actie 1.000 Mark 2.7.1921 (Auflage 900)
(ex Lot 575 BARoV 2, Peus 4011, 450/500, III)
Aktie 1.000 Mark 3.5.1922 (Auflage 1200)
(ex Lot 575 BARoV 2, Peus 4012, 500/650, III/IV)
(Lot 575 BARoV 2, Zuschlag 2.000 €)
Gegründet 1861, AG seit 1888. Fabrikation von hochglänzenden Pappen, sog. Pressspan, zur Appretur von Stoffen, für Platten mechanischer Musikwerke etc. sowie Papier und Pappen aller Art. 1896 Ankauf der Fabrikanlage Brethaus bei Lauter. Börsennotiz Berlin. Die AG existierte bis 1956, anschließend Umwandlung in eine KG mit staatlicher Beteiligung (bis 1972). Danach VEB und als Werkteil der Pressspan- und Spezialpappenwerke Zwönitz bis 1992 fortgeführt, danach Pressspanfabrik Untersachsenfeld GmbH. Originalunterschriften.
Los 2268 Schätzwert 8.000 € (2 Posten, ca. 380 Stück)
Preußische National Versicherungs Gesellschaft, Stettin
Namens-Actie 400 Thaler 1.1.1846 (Auflage 5000)
(ex Lot 531 BARoV 3, Peus 6406, 600/260, III/IV)
Stettiner Kaufleute gründeten das Unternehmen als älteste privatwirtschaftliche Versicherung Pommerns. 1919 Umfirmierung in „National“ Allgemeine Versicherungs-AG. Als Tochtergesellschaften wurden 1879 die Stettiner Rückversicherungs-AG und 1924 die „National“ Lebensversicherungs-AG gegründet. Seit 1930 Interessengemeinschaft mit der Colonia-Versicherung mit Überkreuzbeteiligung. Bemerkenswerterweise kam die Gesellschaft seit ihrer Gründung ohne jede Kapitalerhöhung aus und überstand auch die Inflationszeit völlig unbeschadet. Nach dem Krieg Sitzverlegung zunächst nach Lübeck, dann Verschmelzung mit der Colonia-Versicherung. Mit Originalunterschriften, äußerst dekorativ mit prächtigem Adler und vier runden Vignetten in den Ecken.
Preussische Lebens-Versicherungs-AG
Namens-Actie 500 Thaler 15.9.1865 (Auflage 2000)
(Lot 530 BARoV 3, Zuschlag 4.200 €, Peus 6405, 400/120, IV)
Gründung 1865. Geschäftsgebiet: Deutschland und die Vereinigten Staaten von Nordamerika. 1923 Fusion mit der Berlinischen Lebensversicherung.
Los 2269 Schätzwert 1.500 € (1 Posten, ca. 2400 Stück)
Rabbethge & Giesecke AG, Kleinwanzleben
Aktie 1.000 RM Nov. 1942
(ex Lot 3527 BARoV 1, Peus 1527, 2200/2400, II)
Gründung bereits 1838, AG seit 1885 als „Zuckerfabrik Klein-Wanzleben“. Schon immer war der wichtigste Geschäftszweig aber die Zuckerrübensamenzucht. Bereits 1902 kaufte die Ges. die Zuckerfabrik Seehausen. 1920/21 wurde der Großteil der Anteile der Zuckerfabrik Wrede & Sohn in Oschersleben übernommen. 1938 umbenannt in “Rabbethge & Giesecke AG”, bei dieser Gelegenheit kompletter Neudruck der Aktien. Nach 1945 fädelte die sehr strategisch denkende englische Besatzungsmacht schleunigst die Sitzverlegung nach Einbeck ein, dort bis heute (ab 1968 als KWS Kleinwanzlebener Saatzucht AG firmierend) ein viel beachteter Regionalwert an der Börse Hannover.
Los 2270 Schätzwert 500 € (2 Posten, ca. 230 Stück)
Radeberger Bank AG, Radeberg
Aktie 100 Goldmark 15.7.1924 (Auflage 750)
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 4048, 300/160, III)
Namensaktie 100 Goldmark 15.7.1924 (Auflage 670)
(ex Lot 116 BARoV 3, Peus 6428, 190/70, III)
Gegründet 1859 als Genossenschaft, AG seit 29.6.1922. Betrieb von Bankgeschäften aller Art, namentlich für die Kreise des Mittelstandes.
Los 2271 Schätzwert 400 € (2 Posten, ca. 210 Stück)
Radeberger Parivit- und Glasraffinerie-AG Radeberg
Aktie 20 RM 20.1.1925 (Auflage 1400)
(ex Lot 116 BARoV 3, Peus 6429, 180/70, II/III)
Aktie 20 RM 18.8.1927 (Auflage 2500)
(ex Lot 116 BARoV 3, Peus 6430, 300/140, II/III)
Gründung 1923. Herstellung von Parivitgläsern, Bearbeitung von Hohl- und Preßgläsern mittels Malerei und Ätzerei. 1927 wurde das Kapital noch einmal kräftig erhöht, doch die Weltwirtschaftskrise machte der Firma den Garaus: 1932 in Liquidation getreten.
Los 2272 Schätzwert 750 € (1 Posten, ca. 1200 Stück)
Rassbach & Kralle AG, Magdeburg
Aktie 100 RM 1.3.1925 (Auflage 4000)
(ex Lot 3521 BARoV 1, Peus 1530, 1250/1200, II)
Gründung 1923. Herstellung von Öl-, Spiritus & Nitrolacken, Lackfarben und Kunstharzen. Heute befindet sich auf dem Gelände des stillgelegten Betriebes das privatwirtschaftliche Forschungsinstitut “Institut für Lacke und Farben e.V.”.
Los 2273 Schätzwert 500 € (3 Posten, ca. 210 Stück)
Rauchwaren-Lagerhaus-AG, Leipzig
Aktie 1.000 RM 28.12.1926 (Auflage 280)
ex Lot 538 BARoV 3, Peus 6441, 260/90, II/III)
Aktie 100 RM 5.6.1928 (Auflage 200)
(ex Lot 538 BARoV 3, Peus 6442, 180/60, II/III)
Aktie 1.000 RM 5.6.1928 (Auflage 180)
(ex Lot 538 BARoV 3, Peus 6443, 165/60, II/III)
(Lot 538 BARoV 3, Zuschlag 1.200 €)
Gründung 1926 nach Übernahme der Firma Rauchwarenlagerhaus GmbH. Die AG führte u.a. die Rauchwarenversteigerungen für die Sowjetrepublik durch.
Los 2274 Schätzwert 600 € (1 Posten, ca. 250 Stück)
Ravené Stahl AG, Berlin
Aktie 1.000 RM 26.4.1929 (Auflage 1000)
(ex Lot 580 BARoV 2, Peus 4055, 250/250, II)
Gegründet 1921 als Ravené Stahlvertrieb AG, 1927 umbenannt wie oben. Handel mit Stahlerzeugnissen aller Art. 1984 umfirmiert in Ravené-Possehl Stahl AG, 2004 Ravené Schäfer GmbH (Arcelor Gruppe). Abart: abw. Design.
Los 2275 Schätzwert 1.000 € (3 Posten, ca. 580 Stück)
Reichenbacher Bank AG, Reichenbach i.V.
Aktie Lit. A 100 RM 3.11.1924 (Auflage 3350)
(ex Lot 3416 BARoV 1, Peus 1536, 2500/170, II/III)
VZ-Aktie Lit. A 100.000 Mark 14.4.1923 (Auflage 5000)
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 4061, 400/250, II/III)
Aktie Lit. A 20 RM 3.11.1924 (Auflage 2000)
(ex Lot 146 BARoV 2,Peus 4062, 300/160, II/III)
Gründung 1923 durch ortsansässige Textilunternehmer und Kaufleute (Hauptgeschäft in der Bahnhofstr. 105). Die Bank stand von Anfang an in enger Verbindung zur Girozentrale Sachsen und damit zum Sparkassenlager. Bei Gründung waren die Aktien 5-fach überzeichnet. Nach 1945 enteignet. 2006 entstand die “Reichenbacher Bank” auf ungewöhnliche Weise neu: Heute ist es eine 170 m lange Bank aus Lärchenholzbohlen am Rosensee auf der 4. Sächsischen Landesgartenschau in Oschatz, mit der sich traditionsgemäß die Stadt Reichenbach i.V. als Ausrichter der nächsten Landesgartenschau 2009 präsentiert. Traumhafte Gestaltung im Art déco.
Los 2276 Schätzwert 2.000 € (2 Posten, ca. 600 Stück)
Reichsbank, Berlin
Namens-Anteilschein 100 RM 1.1.1925
(ex Lot 542 BARoV 3, Peus 6450, 1800/550, II/III)
Anteilschein 1.000 RM 1.1.1925
(ex Lot 542 BARoV 3, Peus 6451, 145/50, III)
Die Deutsche Reichsbank, geschaffen durch das Bankgesetz vom 14.3.1875, ging aus der Preußischen Bank hervor, die ursprünglich unter dem Namen Königliche Giro- und Lehnbank in Berlin im Jahre 1765 von Friedrich dem Großen gegründet worden war. Zunächst war die Reichsbank keine Staatsanstalt und ausschließlich im Besitz von Privatkapital. Dennoch war sie keine gewöhnliche Aktiengesellschaft: nicht im Handelsregister eingetragen, sondern durch Gesetz gegründet, die Befugnisse der Generalversammlung waren eingeschränkt. Die Anteilseigner wählten einen Zentralausschuss, der wiederum drei Deputierte bestimmte, die eine fortlaufende Kontrolle über die Verwaltung der Bank zu führen hatten. Leitung und Aufsicht der Bank übte das Reich aus. Diese Funktion beschränkte das Gesetz über die Autonomie der Reichsbank vom 26.5.1922 auf das reine Aufsichtsrecht. Die Leitung stand von da an ausschließlich dem Reichsbankdirektorium zu, dessen Präsident auf Vorschlag des Reichsrats vom Reichspräsidenten auf Lebenszeit ernannt wurde. Diese Autonomie hörte de facto schon vorher, de jure am 30.1.1937 auf, als sich Hitler das Reichsbankdirektorium direkt unterstellte. Bis zuletzt hatte die Bank aber private Anteilseigner, nach 1945 wurden die Reichsbank-Anteilscheine in Bundesbank-Genussscheine umgetauscht.
Los 2277 Schätzwert 1.500 € (1 Posten, ca. 2600 Stück)
Reis- und Handels-AG, Bremen
Aktie 100 RM Juli 1929 (Auflage 5000)
(ex Lot 3418 BARoV 1, Peus 1539, 2500/2600, II/III)
Gründung 1901. In der Ges. schlossen sich zusammen: 1. Rickmers Reismühlen, Reederei und Schiffbau AG in Bremen; 2. Norddeutsche Reismühle GmbH in Hamburg; 3. Gebr. Nielsen Stärkefabrik und Reismühle GmbH in Bremen; 4. Bremer Reismühlen vorm. Anton Nielsen & Co. AG; 5. Reismühle Reiherstieg in Hamburg; 6. Hammerbrooker Reiswerke in Hamburg; 7. Hansa Reismühle in Hamburg; 8. Flensburger Reismühle; 9. Osterholzer Reiswerke in Osterholz-Scharmbeck. Um die Isolierung der deutschen Reismühlenindustrie nach dem 1. Weltkrieg zu beseitigen, gründete man 1921 in Holland die N.V. Mercantiele en Industrieele Compagnie “Mico”, die eine Reismühle in Zaandam erwarb. Außerdem wurden Tochterfirmen in Thailand, Portugal, Italien und Rumänien gegründet. 1927 Verkauf der Flensburger Reismühle an die Stadt Flensburg. 1935/38 Errichtung von 253 Kleinwohnungen auf dem Gelände der früheren Hammerbrooker Reiswerke. 1941-44 wurden fast alle Betriebe durch Fliegerangriffe zerstört; nur in der unbeschädigt gebliebenen Fabrik Osterholz-Scharmbeck lief die Produktion insbesondere von Haferflocken und Teigwaren durch. 1951 waren alle Kriegsschäden beseitigt, 1956 Neubau einer Reismühle in Weil am Rhein. An der von Anfang an in Bremen und Hamburg börsennotierten Gesellschaft erwarb in den 60er Jahren Kellogg die Aktienmehrheit. 1965 Umwandlung in eine GmbH. Hätten Sie beim Frühstück je daran gedacht, daß aus den Werken der ehemaligen Reis- und Handels-AG kommt, wo heute Kelloggs draufsteht?
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