Der Reichsbankschatz reloaded II
Sonderveranstaltung am 2. Oktober 2009 in Frankfurt/Main
ab 14:00 Uhr im Fleming’s Deluxe, Eschenheimer Tor 2

Firmen-Großlots
(Lose 2061-2169)

Stückzahlen:

Bei den Angaben hinter der Peus-Nr. (z.B. 240/75) gibt die erste Zahl die von Peus genante Stückzahl an, die zweite Zahl die von dem Veranstalter gezählte Menge. Die Angaben sind ohne Gewähr, Irrtum beim Zählen ausdrücklich vorbehalten.

Los 2061 Schätzwert 500 € (1 Posten, ca. 470 Stück)
A. Riebeck’sche Montanwerke AG, Halle (Saale)
Aktie 200 RM Aug. 1943 (Auflage 2760)
(ex Lot 118 BARoV 3, Peus 4683, 900/470, II/III)
Das von Kommerzienrat Riebeck begründete Unternehmen wurde 1883 im Zuge der Auseinandersetzung unter seinen Erben eine AG, 1888 übernahm ein Bankenkonsortium alle Aktien. Grundlage des Unternehmens waren Dutzende von Braunkohlengruben (teils Tiefbau, teils Tagebau) im Oberröblinger, Zeitz-Weissenfelser und im Halle’schen Bezirk. 1923 weitere Ausdehnung des Bergwerksbesitzes mit dem Erwerb der Gewerkschaft Messel bei Darmstadt (1954 als “Paraffin- und Mineralölwerk Messel” ausgegliedert, 1959 an die schwedische Ytong AB verkauft; der ehemalige Braunkohlentagebau Grube Messel gehört heute übrigens als überragender Fossilien-Fundort zum Weltkulturerbe). 1931 übernahmen die Rheinischen Stahlwerke ein großes Paket Riebeck-Aktien von der I. G. Farben und waren dann mit 87 % Mehrheitsaktionär. 1945 zu Gunsten des Landes Sachsen-Anhalt enteignet. Nach dem Krieg lagen neben geringfügigem Streubesitz die Riebeck-Aktien wieder bei I. G. Farben (rd. 50 %) und Rheinstahl (rd. 40 %). 1966 Sitzverlegung von Halle (Saale) nach Frankfurt (Main).


Los 2062 Schätzwert 500 € (1 Posten, ca. 250 Stück)
Afrika-Marmor-Kolonialgesellschaft, Hamburg
Anteilschein Lit. B 20 RM Juli 1929
(Lot 133 BARoV 3, Zuschlag 650 €, Peus 4710, 300/250, III)
Die 1910 gegr. Ges. gewann Marmor in Karibib (genau auf halber Strecke an der Eisenbahn Swakopmund-Windhuk gelegen) in Deutsch-Südwestafrika. Sie führte die Geschäfte der “Deutsch-Südwest-Afrikanische Marmor-Gesellschaft mbH” zu Swakopmund fort u. besaß eigene Feldbahn zum Abtransport der Marmorblöcke zur Hauptlinie Swakopmund-Windhuk. Verwaltungssitz war Hamburg, Spitalerstr. 12 (Semperhaus). Als Folge des I. WK gingen die Marmorbrüche in Deutsch-Südwestafrika 1914/18 durch Enteignung verloren. Fortan besaß die bis 1945 noch im Hamburger Freiverkehr börsennotierte Ges. kein operatives Geschäft mehr; als einziges Aktivum verblieb eine rd. 5 %ige Beteiligung an der Bibundi AG. Der Dämmerschlaf endete erst knapp 60 Jahre nach Verlust des operativen Geschäfts, indem die Gesellschaft 1975 wegen Vermögenslosigkeit im Handelsregister gelöscht wurde.

Los 2063 Schätzwert 750 € (2 Posten, ca. 110 Stück)
AG Breslauer Zoologischer Garten, Breslau
Aktie 100 RM Juli 1938 (Auflage 266)
(ex Lot 136 BARoV 3, Peus 4713, 220/70, II/III)
Aktie 1.000 RM Juli 1938 (Auflage 202)
(ex Lot 136 BARoV 3, Peus 4714, 145/40, II/III)
(Lot 136 BARoV 3, Zuschlag 2.000 €)
Gründung 1865. Bei der Sanierung im Jahr 1937 zeichneten die Stadt Breslau und die Provinz Schlesien den größten Teil einer Kapitalerhöhung. Die wenigen im Streubesitz verbliebenen Aktien notierten im Freiverkehr Breslau.

Los 2064 Schätzwert 600 € (2 Posten, ca. 400 Stück)
AG Ferd. Lipfert, Annaberg, Erzgeb.
Aktie 100 RM Mai 1926 (Auflage 2400).
(ex Lot 146 BARoV 2,Peus 2181, 550/350, II/III)
VZ-Aktie 100 RM Mai 1926 (Auflage 150)
(ex Lot 116 BARoV 3, Peus 4720, 140/50, II/III)
Gründung 1923. Ausführung von Bankgeschäften aller Art, insbesondere Übernahme von Haftungen und Garantien für Dritte. 1925 wurde mit der Girozentrale Sachsen -öffentliche Bankanstalt- Dresden (heute Landesbank Sachsen) der Ausbau zu einer Zweiganstalt der Girozentrale unter voller Wahrung der wirtschaftlichen und rechtlichen Selbständigkeit der Bank vereinbart.

Los 2065 Schätzwert 600 € (1 Posten, ca. 600 Stück)
AG für Bergbau und Industrieverkehr, Berlin
Aktie 2.000 Mark Aug. 1923 (Auflage 30000)
(ex Lot 102 BARoV 3,Peus 4722, 700/600, III)
Gründung 1919 als „AG für Internationalen Warenverkehr“ in Berlin-Neukölln. Beteiligungen bestanden an der „Westkohle“ Westerwalder Braunkohlenwerke AG in Hergenroth (mit Gewerkschaften Gustavshall und Wilhelmsfund) und an der Sanag-Sanitäts-AG in Berlin. Im April 1926 in Liquidation, am 7.11.1929 erloschen.

Los 2066 Schätzwert 1.500 € (1 Posten, ca. 4100 Stück)
AG für Glasfabrikation vorm. Gebrüder Hoffmann Bernsdorf O.-L.
Aktie 100 RM 17.7.1930 (Auflage 10500).
(ex Lot 3525 BARoV 1, Peus 40, 9000/4100, II/III)
Gegründet 1872 als Gebr. Hoffmann Glashüttenwerke, 1889 Umwandlung in eine AG. Mit rd. 1.000 Beschäftigten wurden auf dem über 330.000 qm großen Werksgelände in der Oberlausitz neben Flach- und Hohlglas seit 1913 auch Glasbausteine produziert. Bis 1931 in Dresden auch börsennotiert. 1941 Umfirmierung in Ankerglas Bernsdorf O./L. AG. Haupterzeugnisse waren zuletzt Konservengläser, Hafen und Geleegläser, Lampenzylinder und Sturmlaternengläser. In der DDR bestand die Glashütte unter gleichem Namen weiter, wurde nach der Wende wieder die Ankerglas Bernsdorf AG und produziert heute als Werk der “BSN glass pack” mit ca. 100 Mitarbeitern genausoviel wie früher mit der zehnfachen Mitarbeiterzahl (BSN ist der größte europäische Hohlglashersteller).

Los 2067 Schätzwert 1.500 € (4 Posten, ca. 880 Stück)
AG für Glasindustrie vorm. Friedr. Siemens Dresden
Aktie 1.000 Mark Febr. 1902 (Auflage 1000)
(ex Lot 139, BARoV 3, Peus 4725, 220/210, III/IV)
Aktie 1.000 Mark 13.5.1910 (Auflage 1000)
(ex Lot 139, BARoV 3, Peus 4726, 300/280, III/IV)
(Lot 139 BARoV 3, Zuschlag 1.000 €)
Gründung 1888 als AG für Glasindustrie vorm. Friedr. Siemens unter Übernahme der 1862 errichteten Flaschenfabrik von Friedr. Siemens in Dresden. Später Übernahme weiterer Fabriken in Döhlen, Neusattl, Kosten (1890), Schneidemühl (1900), Wirges, Osterwald, Gertraudenhütte (1902), Graz (1911) und Gleiwitz (1912). So entstand einer der größten Erzeuger von Flaschen und Weißhohlglas in ganz Europa. 1930 Verschmelzung mit der Stralauer Glasfabrik AG in Berlin. Ab 1943 Siemens-Glas AG, 1948/49 Sitzverlegung in das einzige im Westen gelegene Werk Wirges/Westerwald (Glasfabrik, Schamottefabrik, Porzellanfabrik, Wandler- und Transformatorenwerk).
AG für Glasfabrikation vorm. Gebrüder Hoffmann
VZ-Aktie 1.000 Mark 12.5.1922 (Auflage 500)
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 2193, 350/180, II/III)
VZ-Aktie 1.000 Mark 20.6.1923 (Auflage 500)
(ex Lot 146 BARoV 2,Peus 2194, 350/210, III)

Los 2068 Schätzwert 600 € (1 Posten, ca. 900 Stück)
AG für Haus- und Grundbesitz i. Abw., Leipzig
4 % Teilschuldv. 1.000 RM Sept. 1941 (Auflage 3000).
(ex Lot 3542 BARoV 1, Peus 47, 1100/900, II)
Die 1922 gegründete AG stand dem jüdischen Privatbankhaus Kroch nahe. Größtes Projekt war 1930 der Bau der (nach der Wende rückübertragenen) Wohnstadt Neu-Gohlis mit 1019 Wohnungen. Der Druck des Nazi-Regimes auf das Bankhaus Kroch wirkte auch auf diese im Freiverkehr Leipzig börsennotierte Gesellschaft: 1938 wurde die Liquidation beschlossen. 1965 Sitzverlegung von Leipzig nach Berlin, 1967 Aufhebung des Liquidationsbeschlusses. Die noch heute bestehende AG besaß zunächst sehr wertvollen Grundbesitz im Herzen Berlins, nach der Wende bekam sie auch ihren Leipziger Grundbesitz zurück.

Los 2069 Schätzwert 1.200 € (1 Posten, ca. 1900 Stück)
AG für Verkehrswesen, Berlin
Aktie Reihe H 1.000 RM April 1927 (Auflage 13500).
(ex Lot 3161 BARoV 1, Peus 63, 1600/1900, II/III)
Gründung 1901 durch die BHG unter Carl Fürstenberg (als BHF-Bank noch bis 1999 Großaktionär der AGIV) und die Privatbanken Rob. Warschauer & Co. (Berlin) sowie den A. Schaafhausen’schen Bankverein (Köln). Grundlegende Idee war, die im einzelnen eher unverkäuflichen Kleinbahnaktien in eine Holding einzubringen, für die man das anlagesuchende Publikum leichter interessieren konnte. Immerhin wurden ab 1892 bis zum 1. Weltkrieg ca. 300 Kleinbahnen gegründet. 1/3 davon baute die Lenz & Co. GmbH, deren Hausbank die BHG war. Nach Fusionen mit der Allg. Deutschen Eisenbahn-Ges. (1927), der Westdeutschen Eisenbahn-Ged. (1928) und der Deutschen Eisenbahn-Ges. AG (1929) gehörten 102 Bahnen mit 4.100 km Gesamtlänge über Betriebsführungsverträge zum Konzern, außerdem war die AGV Aktionärin dutzender weiterer Kleinbahnen. 1949 Sitzverlegung nach Hamburg, 1954 nach Frankfurt. 2003 Verschmelzung mit der HBAG Real Estate AG (ehemals Kühltransit AG) zur “neuen” AGIV, danach ausschließlich im Immobiliengeschäft tätig. Ende 2004 endet die einst glorreiche Firmengeschichte mit dem Insolvenzantrag. Schöner G&D-Druck, Flügelrad-Vignette.

Los 2070 Schätzwert 2.000 € (2 Posten, ca. 970 Stück)
AG Glashüttenwerke „Adlerhütten“
Penzig bei Görlitz
Aktie 1.000 Mark 2.12.1896 (Auflage 1000)
(ex Lot 177 BARoV 2, Peus 2214, 500/490, IV/V)
Aktie 1.000 Mark 1.7.1901 (Auflage 500)
(ex Lot 177 BARoV 2, Peus 2215, 450/480, IV)
(Lot 177 BARoV 2, Zuschlag 2.100 €)
Gründung 1896. Herstellung von Glaswaren für pharmazeutischen, chemischen, technischen und elektrotechnischen Bedarf, Hohlglas, Glasbausteinen, Oberlichtplatten und Prismen. Börsennotiz Berlin und Breslau. Beteiligt an der Deutschen Luxor Prismen Ges. mbH, Berlin-Weisensee und der Adler Glashüttenwerke Verkaufsgesellschaft in Oeflingen (Baden). 1949 Sitzverlegung nach Fürstenhagen bei Kassel. 1951 Umwandlung in GmbH. 1958 in der Fa. J. Weck u. Co. KG (bekannt durch die Einmachgläser) aufgegangen.

Los 2071 Schätzwert 200 € (2 Posten, ca. 140 Stück)
Aktien-Feilen-Fabrik Sangerhausen Sangerhausen
Aktie 1.000 Mark 12.12.1921 (Auflage 200)
(ex Lot 118 BARoV 3, Peus 4767, 100/40, III)
Aktie 1.000 Mark 8.1.1923 (Auflage 500)
(ex Lot 118 BARoV 3,Peus 4768, 215/100, III)
Gründung 1890. Die Fabrik mit ihrem sehr speziellen Produktionsprogramm existierte nach 1945 weiter bis ca. 1990.

Los 2072 Schätzwert 500 € (1 Posten, ca. 700 Stück)
Altenburger Land-Kraftwerke AG, Altenburg, Thür.
Aktie Lit. B 100 RM 21.4.1925 (Auflage 7000)
(ex Lot 3545 BARoV 1, Peus 125, 1100/700, II/III)
Die Gesellschaft übernahm 1912 bei ihrer Gründung das Kraftwerk Rositz der Rositzer Braunkohlenwerke AG und die Stromverteilungsanlagen der Elektrizitätsgenossenschaft Langenleuba-Altenburg, gleich darauf auch die Ortsnetze von Meuselwitz (mit dem Thalacker’schen Elektrizitätswerk) und Rositz sowie 1913 das Elektrizitätswerk Lucka. Das Versorgungsgebiet umfaßte damit den Ostkreis des ehemaligen Herzogtums Altenburg nach der Eisenbahn Leipzig-Hof zu mit 102 Städten und Gemeinden. 1931 Fusion mit der schon zuvor in Personalunion geführten Stromversorgung Altenburg AG (gegr. 1923 als Strassenbahn und Elektrizitätswerk Altenburg AG). 1939/40 Übernahme der Versorgung der Gemeinden Prößdorf, Bünaurode und Falkenhain von der Reichswerke AG „Hermann Göring“ Abt. Braunkohlenwerk Phönix. Großaktionär war die Thüringer Gasgesellschaft, Börsennotiz Leipzig.

Los 2073 Schätzwert 750 € (2 Posten, ca. 570 Stück)
Altenburger Land-Kraftwerke AG, Altenburg, Thür.
Aktie 1.000 RM 21.4.1925 (Auflage 600)
(ex Lot 152 BARoV 2, Peus 2262, 300/160, II/III)
Aktie 1.000 RM Febr. 1942 (Auflage 1200)
(ex Lot 152 BARoV 2, Peus 2263, 700/410, II)
Die Gesellschaft übernahm 1912 bei ihrer Gründung das Kraftwerk Rositz der Rositzer Braunkohlenwerke AG und die Stromverteilungsanlagen der Elektrizitätsgenossenschaft Langenleuba-Altenburg, gleich darauf auch die Ortsnetze von Meuselwitz (mit dem Thalacker’schen Elektrizitätswerk) und Rositz sowie 1913 das Elektrizitätswerk Lucka. Das Versorgungsgebiet umfaßte damit den Ostkreis des ehemaligen Herzogtums Altenburg nach der Eisenbahn Leipzig-Hof zu mit 102 Städten und Gemeinden. 1931 Fusion mit der schon zuvor in Personalunion geführten Stromversorgung Altenburg AG (gegr. 1923 als Strassenbahn und Elektrizitätswerk Altenburg AG). 1939/40 Übernahme der Versorgung der Gemeinden Prößdorf, Bünaurode und Falkenhain von der Reichswerke AG "Hermann Göring" Abt. Braunkohlenwerk Phönix. Großaktionär war die Thüringer Gasgesellschaft, Börsennotiz Leipzig.

Los 2074 Schätzwert 600 € (1 Posten, ca. 500 Stück)
Amperwerke Elektricitäts-AG, München
Aktie 1.000 RM 16.8.1934 (Auflage 1750)
(ex Lot 202 BARoV 2, Peus 2274, 600/500, II)
Gründung 1908 unter Übernahme der “Industrielle Unternehmungen GmbH” und der “Süddeutsche Wasserwerke AG”. Zwei Wasserkaftwerke und ein Dampfkraftwerk versorgten damals 24 Ortschaften mit rd. 3.000 Stromkunden. 1909/10 Inbetriebnahme der Wasserkraftwerke Unterbruck und Kranzberg, 1923 Gründung der “Neue Amperkraftwerke AG, München” zum Bau des Wasserkraftwerks Haag. Diese AG ging 1932 ebenso wie die “Bayerische Überlandzentrale AG, München” durch Fusion in den Amperwerken auf, deren Großaktionär die Gesellschaft für elektrische Unternehmungen (Gesfürel) in Berlin war. 1955 Fusion mit der Isarwerke AG (gegr. 1921) zur Isar-Amperwerke AG. 1954-56 Ausbau der Dampfkraftwerke Höllriegelskreuth und Zolling-Anglberg. Ferner gingen in Betrieb das Dampfkraftwerk Irsching (1969), das Kernkraftwerk Essenbach bei Landshut (1977, mit Partner Bayernwerk) das Kernkraftwerk Isar I (1979) und das Kernkraftwerk Isar II (1988). Zunächst über 3/4, später noch knapp 50 % des Kapitals der Isar-Amperwerke hielten die Isarwerke GmbH (die wiederum zu 45 % dem Bankhaus Merck, Finck & Co. in München, zu 25 % dem RWE und zu 10 % der Allianz-Versicherung gehörten). Im Jahr 2000 fusionierten das Bayernwerk und die PreußenElektra zur E.ON Energie AG. Diese besaß nun direkt und indirekt eine Dreiviertelmehrheit der Isar-Amperwerke AG, die 2001 in E.ON Bayern AG umbenannt wurde. Gleichzeitig wurden die bisherigen großen Bayernwerk-Beteiligungen in die E.ON Bayern AG eingebracht.

Los 2075 Schätzwert 1.000 € (1 Posten, ca. 240 Stück)
Arno & Moritz Meister AG, Chemnitz
Aktie 1.000 Mark 2.1.1893 (Auflage 1000)
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 2297, 450/240, III)
Ursprünglich 1865 gegründete Spinnerei und Zwirnerei, Verbandwattefabrik. AG seit 1.10.1892. Spinnerei und Zwirnerei mit etwa 60.000 Spindeln einschl. 5.000 Zwirnspindeln (1943). Einzige jemals begebene Aktienemission dieser Gesellschaft.

Los 2076 Schätzwert 200 € (1 Posten, ca. 180 Stück)
Arnstädter Handschuhfabrik Julius Möller AG Arnstadt
Aktie 200 RM 5.2.1936 (Auflage 1200)
(ex Lot 120 BARoV 3,Peus 4824, 380/180, III)
Gründung 1918. Fabrikation und Vertrieb von Handschuhen jeglicher Art. Eine reine Familien-AG. Die Firma bestand noch 1954 als AG.

Los 2077 Schätzwert 250 € (1 Posten, ca. 100 Stück)
Arterner Electrizitätswerke AG, Artern
Aktie Lit. E 1.000 Mark 1.1.1921 (Auflage 400)
(ex Lot 120 BARoV 3, Peus 4825, 210/100, III/IV)
Gründung 1893. Betrieb einer elektrischen Beleuchtungs- und Kraftübertragungsanlage. 1941 umbenannt in Städtische Elektrizitätswerke Artern AG.

Los 2078 Schätzwert 500 € (1 Posten, ca. 800 Stück)
Bachmann & Co. AG, Chemnitz
Aktie 1.000 RM Mai 1941 (Auflage 1445)
(ex Lot 3542 BARoV 1, Peus 165, 1200/800, II)
Gründung 1894 als Bachmann & Ladewig KG (Teppichweberei, Druckerei und Färberei), AG seit 1912. Seit 1916 auch Fabrikation von Papiergarnen und Papiergeweben in der erst gepachteten, später angekauften Zwirnerei von Rösch & Müller in Zschopau. 1918 Erwerb der Holzbearbeitungsmaschinenfabrik Paul Maecke in Limbach (Sachs.). 1920 Erwerb der Kettendruckerei Paul Salomon in Oberschöneweide und Überführung der Anlage nach Chemnitz. 1938 Konzentration der Textilproduktion im Chemnitzer Hauptwerk (Straßburger Straße 32). Nach 1938 arisiert. Im Mai 1941 umbenannt in Bachmann & Co. AG. 1943 kriegsbedingte Einstellung der Produktion von Holzbearbeitungsmaschinen. Börsennotiz Berlin und Chemnitz/Leipzig. Nach 1945 bestand die Firma zunächst noch einige Jahre weiter.

Los 2079 Schätzwert 900 € (2 Posten, ca. 600 Stück)
Bank für Mittelsachsen AG, Mittweida
Aktie 100 RM 15.4.1929 (Auflage 1000).
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 2340, 800/480, III)
Aktie 1.000 RM 15.4.1929 (Auflage 300)
(ex Lot 116 BARoV 3, Peus 4876, 280/120, II/III)
Gründung 1879 als Spar- und Kredit-Bank Mittweida, umbenannt am 30.9.1920. Filialen in Chemnitz, Frankenberg und Waldheim. Zuletzt eng an die Sächsische Staatsbank angelehnt. Börsennotiz: Chemnitz, später Leipzig. 1945 auf Grund eines SMAD-Befehls geschlossen. Ihre Liquidation erfolgte durch die Sächsische Landesbank.

Los 2080 Schätzwert 1.200 € (6 Posten, ca. 1350 Stück)
Bankverein Artern, Spröngerts, Büchner & Co. KGaA, Artern
Aktie 100 RM 31.5.1925
(ex Lot 152 BARoV 2, Peus 2343, 900/460, II/III)
Aktie 1.000 RM 31.5.1925
(ex Lot 152 BARoV 2, Peus 2344, 350/180, II/III)
Aktie 20 RM 30.4.1927 Peus
(ex Lot 152 BARoV 2, 2345, 250/120, III)
Aktie 100 RM 30.4.1927
(ex Lot 152 BARoV 2, Peus 2346, 750/460, II/III)
Aktie 1.000 RM 30.4.1927
(ex Lot 120 BARoV 3, Peus 4881, 240/90, II/III)
Aktie 100 RM Juni 1940
(ex Lot 120 BARoV 3, Peus 4882, 125/40, II/III)
Gründung 1862 als Arterner Darlehns-Verein, ab 1895 Bankverein Artern, Spröngerts, Büchner & Co. KGaA. Abteilungen in Rossleben a.U., Rossla a.Harz, Nebra a.Unstrut, Allstedt i.Thür. und Sangerhausen. 1940 wurde die bisherige KGaA in eine reine AG umgewandelt. 1950-1986 treuhändische Verwaltung und Abwicklung des Westvermögens in Mülheim a.d.R.

Los 2081 Schätzwert 650 € (1 Posten, ca. 250 Stück)
Bau-AG am Neumarkt, Leipzig
Aktie 1.000 Mark 7.4.1913 (Auflage 785)
(Lot 216 BARoV 2, Zuschlag 1.350 €, Peus 2353, 500/250, II-IV)
Gründung am 27.9.1911 als Bau-AG am Neumarkt, 1927 umbenannt in Dresdner Hof-AG. Die Gesellschaft erwarb die Grundstücke Neumarkt/Kupfergasse/Magazingasse und errichtete dort das Geschäftshaus „Handelsstätte Dresdner Hof“. 1931 Erwerb der gesamten Einrichtung und Ausstattung des Messpalastes Dresdner Hof. Zu DDR-Zeiten lag die AG in Ohnmacht, wurde aber 1993 mit Feststellung der DM-Eröffnungsbilanz und Umstellung des Grundkapitals von RM auf DM wieder reaktiviert durch die Berliner Unternehmensgruppe Dr. Jürgen Hanne. Das ehemaligen Messehaus wurde zu einer Seniorenwohnanlage umgebaut. Im Mai 1999 Konkurs. Mitte 2000 übernahm die Maternus-Kliniken AG die Seniorenresidenz Dresdner Hof.

Los 2082 Schätzwert 1.000 € (1 Posten, ca. 470 Stück)
Bau-AG Brühl, Leipzig
Aktie 1.000 Mark 1.7.1912 (Auflage 1300)
(Lot 217 BARoV 2, Zuschlag 2.200 €, Peus 2354, 1000/470, III)
Gegr. am 31.3.1912 als „Bau-AG Brühl“, am 9.11.1916 umbenannt in “Park-Hotel AG”. Verwertung der Besitzungen Brühl 57 und 59 sowie Parkstraße 4 und 5 durch entsprechende Bebauung mit einem Hotel, Läden etc. Börsennotiz Freiverkehr Leipzig und Köln. Großaktionär war die Stadt Leipzig. Nach dem Krieg nicht verlagert, 1992 Fortsetzung und Abwicklung als Park-Hotel i.L.

Los 2083 Schätzwert 1.000 € (1 Posten, ca. 2.000 Stück)
Baumwollspinnerei Erlangen, Erlangen
Aktie 1.000 Mark Aug. 1921 (Auflage 8000)
(ex Lot 3528 BARoV 1, Peus 194, 5500/2000, II)
Gründung 1880 als „Spinnerei und Weberei Erlangen“. Herstellung von Garnen, Zwirnen und Geweben aus Baumwolle, Zellwolle und Kunstseide. 1927 Fusion mit der „Oberfränkisches Textilwerk AG“ und der „Mech. Baumwoll-Spinnerei und Weberei Bamberg AG“ zur Baumwollindustrie Erlangen-Bamberg AG. Spinnereien und Webereien in Erlangen, Wangen (mit Ausrüstungsbetrieb) und Bamberg, außerdem Webereien in Schwarzenbach (Saale) und Zeil (Main). Zuletzt als ERBA firmierend, vor wenigen Jahren in Konkurs gegangen.

Los 2084 Schätzwert 500 € (2 Posten, ca. 240 Stück)
Baumwollspinnerei Gückelsberg William Schulz AG, Flöha (Sa.)
Aktie 1.000 RM 6.9.1927 (Auflage 800)
(ex Lot 116 BARoV 3, Peus 4898, 185/60, II/III)
VZ-Aktie Ser. B 1.000 RM 21.11.1931 (Auflage 500)
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 2364, 350/180, II)
Die Baumwollspinnerei Flöha, gegründet bereits 1819 von G. F. Heymann, ist die älteste Spinnerei Sachsens gewesen. 1927 wandelte sie ihr Besitzer William Johannes Schulz in eine AG um. Nach der Enteignung bis 1990 als VEB VBSZ Baumwollspinnerei Flöha betrieben, danach gehörte sie als Treuhandbetrieb zur Sächsische Baumwollspinnerei und Zwirnerei AG. 1995 stillgelegt.

Los 2085 Schätzwert 1.000 € (2 Posten, ca. 750 Stück)
Baumwollspinnerei Lengenfeld i.V. AG Lengenfeld i.V.
Aktie 1.000 Mark 15.2.1920 (Auflage 800)
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 2366, 600/310, II/III)
Aktie 1.000 Mark 22.9.1921 (Auflage 1000)
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 2367, 800/440, III)
Gründung 1906. Betrieb einer Baum- u. Zellwoll-Spinnerei und Zwirnerei. 1942 Stilllegung der Spinnerei und Umstellung der Produktion auf andere Erzeugnisse. U.a. an der Sächs. Zellwolle AG in Plauen beteiligt.

Los 2086 Schätzwert 600 € (1 Posten, ca. 900 Stück)
Baumwollspinnerei Mittweida, Mittweida
Aktie 100 RM Jan. 1942 (Auflage 2500)
(ex Lot 3542 BARoV 1, Peus 190, 1100/900, II/III)
Gründung 1884. Zuletzt besaß die Gesellschaft 5 Spinnereien mit etwa 160.000 Spinn- und Zwirnspindeln, 3 Wasserkraftturbinen und Dampfanlagen sowie eine Mehrheitsbeteiligung an der Baumwollweberei Mittweida. Im 2. Weltkrieg wurde die Hälfte des Werkes demontiert, auf der freigewordenen Fläche wurde eine Kriegsproduktion der Lorenzwerke AG Berlin (Funkgeräte) eingerichtet. In Leipzig börsennotiert. Nach 1945 als VEB Baumwollspinnerei weitergeführt, angegliedert wurden 1951 Weißthaler Spinnerei als Werk 2 und 1964 die Baumwollspinnerei Riesa als Werk 3. Zur Wende waren etwa 1.000 Mitarbeiter beschäftigt. 1995 als Sächsische Baumwollspinnerei GmbH reprivatisiert, mit Werken in Mittweida, Venusberg und Hohenfichte einer der letzten heute noch produzierenden Textilbetriebe der Region.

Los 2087 Schätzwert 400 € (2 Posten, ca. 210 Stück)
Bautzner Industriewerk AG, Bautzen
Aktie 1.000 Mark 20.5.1914 (Auflage 750)
(ex Lot 115 BARoV 3, Peus 4903, 210/80, III)
Aktie 1.000 Mark 7.7.1920 (Auflage 1000
(ex Lot 115 BARoV 3, Peus 4904, 295/130, III)
Gründung 1896, seit 1914 AG. 1924/38 Umfirmierung in „Johne-Werk Grafische Maschinen-AG“. Herstellung von Schnellschneidemaschinen für Papier, Holz, Gummi, Metallfolien sowie Dreischneider für Bücher und Broschüren. Nach 1945 wurde das Werk enteignet, die AG verlegte ihren Sitz nach Oberalting/Seefeld am Pilsensee (Obb.) und wurde dort abgewickelt.

Los 2088 Schätzwert 500 € (1 Posten, ca. 600 Stück)
Bayerische Elektricitäts-Lieferungs-Gesellschaft AG, Bayreuth
Aktie 100 RM Juni 1927 (Auflage 46000)
(ex Lot 3528 BARoV 1, Peus 206, 2100/600, I/II)
Gründung 1900 als “Solinger Kleinbahn AG”, 1914 Sitzverlegung nach Bayreuth und Umfirmierung wie oben. 1983 Fusion mit dem Überlandwerk Oberfranken AG in Bamberg zur “Energieversorgung Oberfranken AG”. Stromerzeugung im Kraftwerk Arzberg und in 7 kleineren Laufwasserkraftwerken. Versorgungsgebiet: Oberfranken und Teile der nördlichen Oberpfalz. Großaktionär war das Bayernwerk (2000 mit der PreußenElektra zur E.ON Energie AG verschmolzen), 2001 in der E.ON Bayern AG aufgegangen.

Los 2089 Schätzwert 1.500 € (1 Posten, ca. 2900 Stück)
Berlin-Gubener Hutfabrik AG vormals A. Cohn, Guben
Aktie 1.000 RM Mai 1928 (Auflage 4250)
(ex Lot 3532 BARoV 1, Peus 278, 3000/2900, II)
Gründung 1888 unter Übernahme der von Apelius Cohn und Herm. Lewin in Berlin (1859) und Guben an der Neisse (1876) begründeten Hutfabrikationsgeschäftes. Seit Gründung an der Berliner Börse notiert. 1907 Ankauf der Berthold Lissner’schen Wollhut- und Haarhutfabriken in Guben. Auch nach Stillegung zweier Fabriken in der Weltwirtschaftkrise beschäftige die Ges. Anfang der 30er Jahre in ihren Werken noch über 3.500 Arbeiter. Großaktionäre waren zu der Zeit das Bankhaus Jarislowsky & Co., die Darmstädter und Nationalbank sowie die Deutsche Bank und Disconto-Gesellschaft. Nach 1945 enteignet. 1949 nach Kassel verlagert, 1959 nach Recklinghausen. 1965 umgewandelt in Hutfabrik Recklinghausen GmbH. Faksimile-Unterschrift des Deutsche-Bank-Vorstands Paul Millington-Herrmann als AR-Vorsitzender.

Los 2090 Schätzwert 2.500 € (3 Posten, ca. 150 Stück)
Bielefelder AG für Mechanische Weberei Bielefeld
Actie 200 Thaler 1.1.1865 (Auflage 1500)
(ex Lot 226 BARoV 3, Peus 4977, 250/65, III/IV)
Actie 200 Thaler 1.1.1870 (Auflage 1500)
(ex Lot 226 BARoV 3, Peus 4978, 175/35, III/IV)
Aktie 1.000 RM Aug. 1941 (Auflage 1300)
(ex Lot 226 BARoV 3, Peus 4979, 220/50, II/III)
Gründung 1864. Herstellung von rohen und gebleichten Leinen, Baumwollgeweben, Handtüchern. Werk in Bielefeld mit 650 Webstühlen, seit 1908 Zweigwerk in Spenge (Kreis Herford). 1961 Fusion mit der Mechanische Weberei Ravensberg in Bielefeld-Schildesche und Umfirmierung in Bielefelder Webereien AG. 1970 Ausgliederung des Werkes Schildesche, 1973 Ausgliederung des ganzen restlichen Textilbereiches in Tochtergesellschaften, die dann verkauft wurden. 1974 Umfirmierung in BIEWAG Investions-AG, später BIEWAG Finanzierungsgesellschaft AG mit Sitz in Königstein/Taunus. 1983 Konkurs.

Los 2091 Schätzwert 600 € (1 Posten, ca. 90 Stück)
Bitterfelder Actien-Bierbrauerei vormals A. Brömme, Bitterfeld
Aktie 1.000 Mark 10.12.1921 (Auflage 300)
(Lot 245 BARoV 2, Zuschlag 1.400 €, Peus 2435, 200/90, III)
Gründung 1880 durch den Brauereibesitzer Albert Brömme, seit 1891 AG. Die Brauerei lag an der Inn. Zörbiger Straße 25, auch eigene Mälzerei. 1920 Erwerb der Uhlemann’schen Dampfbierbrauerei in Delitzsch. Ab 1946 Aktienbrauerei, 1972 als Werk Brauerei Bitterfeld zum VEB Getränkekombinat Dessau gekommen. 1990 als Brauerei Bitterfeld reprivatisiert, aber ohne anhaltenden Erfolg: 1995 Einstellung der Produktion, wenig später wurde die Brauerei abgerissen.

Los 2092 Schätzwert 750 € (3 Posten, ca. 780 Stück)
Blödner & Vierschrodt Gummiwarenfabrik u. Hanfschlauchweberei AG, Gotha
Aktie 1.000 RM Dez. 1932 (Auflage 1300)
(ex Lot 152 BARoV 2, Peus 2440, 950/520, II/III)
Aktie 1.000 RM Dez. 1941 (Auflage 388)
(ex Lot 152 BARoV 2, Peus 2441, 275/170, II/III)
VZ-Aktie 1.000 RM Dez. 1932 (Auflage 200)
(ex Lot 120 BARoV 3, Peus 4993, 190/60, III)
Gegründet am 16.3.1878 als oHG, 1922 umgewandelt in eine AG. Betrieb einer Gummiwarenfabrik und Hanfschlauchweberei. Haupterzeugnisse Wasser-, Bier-, Weinschläuche, Maschinenschläuche, Konservenringe, sämtliche technische Gummiwaren in Natur- und Kunstkautschuk, außerdem Feuerwehrschläuche. Nach 1945 neben mehreren anderen Firmen in der VEB Gummiwerke (“Kowalit”) aufgegangen. Nach 1990 von der Phoenix AG übernommen.

Los 2093 Schätzwert 200 € (1 Posten, ca. 100 Stück)
Böhmisch-Brauhaus GmbH, Hartmannsdorf
Anteilschein 100 Mark 25.3.1925
(ex Lot 116 BARoV 3, Peus 4997, 250/100, III)
1878 gegründet als Brauerei C.A. Puschmann, 1887 Brauerei Jul. W. Puschmann, 1902 Böhmisch Brauhaus Hartmannsdorf, Julius Puschmann, 1905 Böhmisch Brauhaus Hartmannsdorf, Carl Puschmann, 1907 Böhmisch Brauhaus Hartmannsdorf GmbH, 1952 Brauerei Hartmannsdorf, Hoppe & Co. KG, 1972 VEB Brauerei Hartmannsdorf, 1974 VEB Braustolz, BT Hartmannsdorf im VEB Getränkekombinat Karl-Marx-Stadt, 1976 VEB Löwenbrauerei Mittweida, 1990 Mittweidaer Löwenbräu GmbH, BT Brauerei Hartmannsdorf. Jugendstilelemente in der Umrandung.

Los 2094 Schätzwert 1.000 € (1 Posten, ca. 2000 Stück)
Brandenburgische Elektricitäts-, Gas- und Wasserwerke AG, Berlin
Aktie 1.000 RM März 1929 (Auflage 3660)
(ex Lot 3532 BARoV 1, Peus 295, 2500/2000, II/III)
Gründung 1909 durch Fusion der Brandenburgischen Carbidwerk GmbH und der Ostdeutschen Wasserkraft-GmbH zur “Brandenburgische Carbid- und Elektricitätswerke AG”. 1929 Umfirmierung wie oben anläßlich der Fusion mit der “Continentale Wasser- und Gaswerke AG zu Berlin”. Betrieb von 7 E-Werken, 1 Gaswerk und 4 Wasserwerken. 1930 Verschmelzung mit der AG Körting’s Electricitäts-Werke. Börsennotiz Berlin, letzter Großaktionär war die Elektricitäts-Lieferungs-Gesellschaft, München (auf sie 1964 übergegangen).

Los 2095 Schätzwert 900 € (1 Posten, ca. 420 Stück)
Brauerei Krostitz AG, Krostitz
Aktie 1.000 RM Dez. 1941 (Auflage 1200)
(Lot 253 BARoV 2, Zuschlag 2.000 €, Peus 2470, 900/420, II)
Die früher zum Rittergut Kleincrostitz gehörige Braustätte erhielt 1534 Braurecht. 1907 Lostrennung vom Rittergut und Umwandlung in eine AG als Bierbrauerei Kleincrostitz F. Oberländer AG. Ab 1937 Name wie oben. Der Brauerei gehörten 10 Gaststätten in Leipzig, Gasthöfe in Krostitz, Kletzen, Sandersdorf, Greppin und Nietleben. Die Bierniederlage befand sich in der Wittenberger Str. 19 in Leipzig. 1949 Gründung der VEB Brauerei Krostitz, 1990 Krostitzer Brauerei GmbH (Radeberger Gruppe AG).

Los 2096 Schätzwert 1.000 € (1 Posten, ca. 1400 Stück)
Brauerei zum Felsenkeller, Dresden
Aktie 100 RM Febr. 1943 (Auflage 6500)
(ex Lot 3520 BARoV 1, Peus 304, 5000/1400, II)
Gründung 1857. Im Laufe der Jahre wurde die Brauerei auf dem 300.000 qm großen Grundstück in Dresden-Plauen vielfach erweitert und hatte schließlich mit 400.000 hl die 6-fache Kapazität wie bei der Gründung. 1905 Angliederung der Malzfabrik Pirna. Mehrheitsbeteiligungen bestanden an der Schloß-Brauerei Chemnitz AG, der Sächsische Union-Brauerei AG in Zwickau, der Feldschlößchen-Brauerei AG in Chemnitz-Kappel, der Actien-Bierbrauerei zu Reisewitz, der Brauerei zum Felsenkeller Pirna AG und der Brauerei “Glückauf” Richard Hübsch GmbH in Gersdorf. Börsennotiz Berlin und Dresden/Leipzig. 1952 als “VEB Dresdener Felsenkellerbrauerei” in Volkseigentum überführt, 1991 reprivatisiert (Sächsische Brau Union AG Felsenkellerbrauerei).

Los 2097 Schätzwert 450 € (1 Posten, ca. 200 Stück)
Braunkohlen- und Briketwerke Roddergrube AG Brühl b. Köln
Aktie 1.000 Mark April 1910 (Auflage 1000)
(Lot 259 BARoV 2, Zuschlag 550 €, Peus 2481, 250/200, III)
Hervorgegangen aus der uralten, bereits 1766 aufgeschlossenen “Roddergrube”, seit 1873 die AG Brühl-Godesberger Verein für Braunkohlenverwertung (welche die erste Brikettfabrik im rheinischen Revier errichtete), seit 1878 die Gewerkschaft Roddergrube. Diese übernahm 1908 sämtliche Kuxe der Gewerkschaft Vereinigte Ville und schloß sich dann mit der 1878 gegründeten Gewerkschaft des Braunkohlenbergwerks Brühl zur “Braunkohlen- und Briketwerke Roddergrube AG” zusammen. Gefördert wurde die bis zu 40 m mächtig anstehende Braunkohle aus vier verschiedenen Tagebauen. 1913 Abschluß eines Kohlenlieferungsvertrages mit dem RWE, das im Anschluß an die Grube Vereinigte Ville ein großes Kraftwerk errichtete (Goldenberg-Werk). 1920 Abschluß eines Interessengemeinschaftsvertrages mit dem RWE. 1933/35 Überkreuzbeteiligung mit der Rheinischen AG für Braunkohlenbergbau und Brikettfabrikation (Rheinbraun), wodurch beide Unternehmen endgültig in den RWE-Konzern eingebunden wurden. Börsennotiz Berlin, Düsseldorf, Essen, Köln. 1959 - in Betrieb sind die Tagebaue Brühl, Vereinigte Ville, Frimmersdorf (bei Grevenbroich) und Inden (zwischen Jülich und Eschweiler) sowie fünf Kraftwerke - mit der RWE-Tochter Rheinische Braunkohlenwerke AG verschmolzen.

Los 2098 Schätzwert 600 € (1 Posten, ca. 270 Stück)
Braunkohlenabbau-Verein zum Fortschritt Meuselwitz
Aktie 100 RM 30.11.1928 (Auflage 6395)
(Lot 260 BARoV 2, Zuschlag 1.100 €, Peus 2482, 250/270, III)
Gründung 1858. Betrieb von Braunkohlenbergbau im Heinrich- und Wilhelmschacht sowie im Germania-Bergwerk. Neben den Tief- und Tagebauen auch Betrieb von Brikettfabriken und Ziegeleien sowie einer Landwirtschaft. Ab 1899 in großem Stil Hinzuerwerb weiterer Kohlenfelder. Die Gesellschaft gehörte der Mitteldeutschen Braunkohlen-Syndikat GmbH in Leipzig sowie der Kohlenhandelsgesellschaft Riebeck-Meuselwitz an. Börsennotiz Leipzig, mit meist zweistelligen Dividenden hoch rentabel. 1947 Enteignung durch das Land Thüringen, weshalb der Firmensitz 1949 nach Rheine (Westf.) und 1958 nach Kassel (zur mit 95 % beteiligten Wintershall AG) verlegt wurde. Seit 1968 in Liquidation.

Los 2099 Schätzwert 250 € (2 Posten, ca. 140 Stück)
Braunkohlenbergwerk Luise AG, Altenweddingen
Aktie 1.000 Mark 28.10.1922 (Auflage 5800)
(ex Lot 118 BARoV 3, Peus 5036, 175/75, II/III)
Aktie 1.000 Mark 10.3.1923 (Auflage 20000
(ex Lot 118 BARoV 3, Peus 5037, 135/65, II/III)
Gegründet 1922. Das Bergwerk förderte Braunkohle im Tiefbau (unter dem 25 m mächtigen Deckgebirge) aus der fiskalischen Braunkohlengrube „Pachtfeld Altenweddingen“ ca. 10 km südwestlich von Magdeburg. Am 15.8.1925 Eröffnung des Konkursverfahrens. Mit einem großen Brikett im Unterdruck.

Los 2100 Schätzwert 1.000 € (1 Posten, ca. 1600 Stück)
Brennabor-Werke AG, Brandenburg (Havel)
Aktie 100 RM April 1935 (Auflage 2900)
(ex Lot 3524 BARoV 1, Peus 352, 1750/1600, II/III)
Gründung 1871 als „Gebrüder Reichstein Brennabor-Werke“, AG seit 1932. Automobilbau seit 1908, zunächst mit Fafnir-Motoren, später wurden für den Export nach England auch erfolgreiche Modelle mit Motoren von 904 ccm bis 3800 ccm produziert. Mit einer Tagesproduktion von 120 Fahrzeugen war Brennabor in den frühen 20er Jahren der größte deutsche Automobilhersteller, bevor Opel später die Spitze übernahm. Brennabor baute außerdem Rennwagen und unterhielt ein eigenes Werksfahrer-Team. Daneben Produktion von Fahrrädern, Motorrädern, Kinderwagen: Brennabor hielt sozusagen von der Wiege bis zur Bahre den passenden fahrbaren Untersatz bereit. 1945 wurde das Werk demontiert.

Los 2101 Schätzwert 300 € (2 Posten, ca. 290 Stück)
Bunt- und Luxuspapierfabrik Goldbach Goldbach
Aktie 100 RM 16.10.1928 (Auflage 693)
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 2541, 450/230, III)
Aktie 1.000 RM 16.10.1928 (Auflage 323)
ex Lot 116 BARoV 3, Peus 5069, 210/60, II/III)
Gründung 1857, AG seit 1891. Zweigniederlassung in Dresden, Neue Gasse 32.

Los 2102 Schätzwert 1.000 € (1 Posten, ca. 720 Stück)
C. F. Solbrig Soehne AG, Chemnitz
Aktie 1.000 Mark 22.3.1907 (Auflage 2000)
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 2561, 1000/720, II/III)
Gründung am 22.3.1907 nach Übernahme der seit 1863 bestehenden gleichnamigen KG. Herstellung von Kammgarn und Zwirn. Großaktionärin: Kammgarnspinnerei Stöhr & Co. AG, Leipzig (1943: mehr als 75%).

Los 2103 Schätzwert 2.000 € (1 Posten, ca. 6500 Stück)
C. G. Hoffmann AG, Neugersdorf i.Sa.
Aktie 1.000 Mark 21.9.1922 (Auflage 11000)
(ex Lot 3541 BARoV 1, Peus 381, 7500/6500, II)
Gründung bereits 1834 durch Carl Gottlieb Hoffmann als älteste Textilfabrik der Stadt. AG seit 1922. Betrieb einer mechanischen Weberei mit Färberei, Bleicherei, Zwirnerei, Appreturanstalt und Wirkerei. Heute Weberei der Neue Erba Lautex GmbH. Tolle Art Deko-Umrandung mit Zahnrad u. Leuchtturm in allen vier Ecken.

Los 2104 Schätzwert 500 € (1 Posten, ca. 570 Stück)
C. Graesers Wwe. & Sohn AG, Langensalza
Aktie 1.000 Mark 2.3.1922 (Auflage 5000)
(ex Lot 152 BARoV 2, Peus 2564, 1000/570, II/III)
Gegründet 1922 nach Übernahme der 1807 gegründeten mech. Baumwollweberei „C. Graesers Wwe. & Sohn“.

Los 2105 Schätzwert 500 € (1 Posten, ca. 630 Stück)
Carl Nottrott AG, Auerbach i. Vogtl.
Aktie 100 RM 12.5.1930 (Auflage 10200)
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 2589, 1000/630, II)
Gründung 1921 unter Übernahme der seit über 100 Jahren bestehenden Firma Carl Nottrott. Betrieb einer Bleicherei, Färberei und Ausrüstung von Baumwollwaren aller Art (Englische Tüllgardinen, Nottrott-Gardinen). Börsennotiz Berlin, 1930 wegen Sanierung eingestellt. 1954 Umwandlung in eine KG.

Los 2106 Schätzwert 750 € (1 Posten, ca. 490 Stück)
Chemnitzer Bank AG, Chemnitz
Na.-Aktie 1.000 GM 1.12.1924 (Auflage 2000)
(ex Lot 116 BARoV 3, Peus 5096, 850/490, II/III)
Gründung 1924. Arbeitsgemeinschaft mit der Chemnitzer Stadtbank und der Girozentrale Sachsen öffentl. Bankanstalt Zweiganstalt Chemnitz zum gemeinsamen Betrieb der Geschäfte unter der Firma Chemnitzer Girobank KG.

Los 2107 Schätzwert 1.000 € (1 Posten, ca. 2500 Stück)
Christian Dierig AG, Langenbielau
Aktie 1.000 RM Jan. 1936 (Auflage 3500)
(ex Lot 3541 BARoV 1, Peus 419, 2400/2500, II)
Eines der bedeutendsten Unternehmen der deutschen Textilindustrie. Keimzelle ist die schon 1805 von Christian Gottlob Dierig in Oberlangenbielau gegründete Einzelfirma. 1902 Umgründung in eine GmbH. 1928 Zusammenschluß mit Dierig-Schwesterfirmen in Augsburg-Pfersee, Bremerhaven, Berlin-Grünau und Frankenberg i.Sa. zur Christian Dierig AG. 1929 Übernahme der Baumwollspinnerei am Stadtbach in Augsburg. 1930 Interessengemeinschaft und 1935 Verschmelzung mit der Deutsche Baumwoll AG und der F. H. Hammersen AG (beide Osnabrück). Damit kamen zum Konzern auch die Augsburger Buntweberei Riedinger, die Haunstetter Spinnerei und Weberei, die Spinnerei und Weberei Kottern (bei Kempten) sowie die Textilausrüstung und Druckerei Prinz AG in Augsburg. Die Werke Langenbielau, Tannenberg und Gellenau (später polnische Staatsbetriebe) sowie Frankenberg und Riesa in Sachsen mit allein 7.000 Arbeitern gingen als Folge des 2. Weltkrieges verloren. 1946 Sitzverlegung nach Augsburg. Mit 4 Spinnereien und Webereien in Augsburg, 3 Betrieben der Werksgruppe Hammersen in Osnabrück, Rheine und Bocholt sowie den Tochterfirmen Haunstetten, Riedinger und Prinz in Augsburg und Kottern Textil in Kempten-St. Mang war Dierig Ende der 60er Jahre der größte Konzern der deutschen Textilindustrie. Noch heute als Dierig Holding AG aktiv, eine der letzten verbliebenen AG’s der Branche überhaupt. Druck von König & Ebhardt in Hannover.

Los 2108 Schätzwert 2.000 € (1 Posten, ca. 5000 Stück)
David Richter AG, Chemnitz
Aktie 100 RM 26.6.1933 (Auflage 10589)
(ex Lot 3542 BARoV 1, Peus 447, 6000/5000, II/III)
Gründung 1882 als Einzelfirma, 1907 Umwandlung in eine AG. Interessanterweise war die Ges. sowohl in der Herstellung von Textilmaschinen wie auch in der Textilproduktion selbst tätig: Das Werk Annaberger und Sedanstraße in Chemnitz besaß zu einen eine Maschinenfabrik, wo Strumpfmaschinen System “Cotton”, Fersen-, Spitzen- und Tüllmaschinen hergestellt wurden. Zum anderen wurden in einer Tüllfabrik Baumwoll- und Seidentülle hergestellt. 1939 wurde auch der schon früher betriebene Bau von Werkzeugmaschinen wieder aufgenommen.

Los 2109 Schätzwert 1.250 € (2 Posten, ca. 270 Stück)
Dessau-Wörlitzer Eisenbahn-Gesellschaft Dessau
Aktie Lit. B 1.000 Mark 1.2.1894 (Auflage 820)
(ex Lot 272 BARoV 3, Peus 5129, 650/160, II/III)
Aktie Lit. B 700 RM 1.5.1927 (Auflage 466)
(ex Lot 272 BARoV 3, Peus 5130, 450/110, II/III)
(Lot 272 BARoV 3, Zuschlag 5.250 €)
Gründung 1893, eröffnet 1894. 18,7 km lange Strecke Dessau-Oranienbaum-Wörlitz, außerdem Betrieb von Anschlussbahnen zu den Dessauer Industriebetrieben (vor allem zur Waggonfabrik). Hauptzweck war aber die Beförderung von Besuchern zum berühmten Wörlitzer Park. Nach 1945 fiel die Strecke an die Sächsische Provinzbahnen GmbH, 1949 an die Deutsche Reichsbahn. 1968-1982 wurde der Personenverkehr eingestellt, ab 1982 wieder Saisonverkehr für die Besucher des Wörlitzer Parks. Heute bemüht sich der 1993 gegründete „Förderverein Dessau-Wörlitzer Museumsbahn“ um die Rekonstruktion von Bahnanlagen und Fahrzeugen. Mit Mitteln der BfA und des Landes Sachsen-Anhalt machten sich 153 ABM-Kräfte am 12.10.1998 an die Arbeit. Dabei stellten sich, anders als in einer Studie vorhergesagt, die Brücken als nicht mehr reparierbar heraus: Statt geplanter 11,5 Mio. DM kostete die Sanierung am Ende fast das Doppelte. Seit 2001 ist die Strecke wieder befahrbar.

Los 2110 Schätzwert 3.000 € (1 Posten, ca. 1080 Stück)
Dessauer Strassenbahn-Gesellschaft, Dessau
Actie 1.000 Mark 22.6.1900 (Auflage 1300)
(Lot 3216 BARoV 1, Zuschlag 3.400 €, Peus 451, 1100/1080, II)
Gründung 1894. Auf den 12,8 km langen normalspurigen Strecken beförderten 20 Triebwagen und knapp 40 Beiwagen bis zu 3 Mio. Fahrgäste im Jahr. Offenbar als Referenz an den Großaktionär (Deutsche Continental-Gas-Gesellschaft) bis 1901 mit Gasmotorbetrieb, erst danach elektrifiziert. Originalunterschriften.

Los 2111 Schätzwert 1.600 € (1 Posten, ca. 1550 Stück)
Dessauer Waggonfabrik AG, Dessau
Aktie 1.000 Mark 21.5.1921 (Auflage 7000)
(Lot 3217 BARoV 1, Zuschlag 1.650 €, Peus 452, 1500/1550, II)
Gründung 1895 als Deutsche Gasbahngesellschaft mbH, AG seit 1905. Hergestellt wurden Personen- und Güterwagen, Triebwagen und Spezialwagen jeglicher Art. Letzter Großaktionär: Maschinenbau und Bahnbedarf AG vorm. Orenstein & Koppel. 1949 verlagert nach Dortmund, ab 1951 GmbH. Indirektes Nachfolgeunternehmen: 1996 Fahrzeugtechnik Dessau GmbH, 1999 FTD Fahrzeugtechnik Dessau AG Großformatig. Dekorative Umrandung im Jugendstil.

Los 2112 Schätzwert 1.500 € (1 Posten, ca. 980 Stück)
Deutsche Grammophon-AG, Leipzig-Wahren
Aktie 100 RM 20.3.1935 (Auflage 9000)
(Lot 310 BARoV 2, Zuschlag 1.500 €, Peus 2667, 1000/980, II/III)
Gründung 1895 als Polyphon-Musikwerke AG. 1928 zusammen mit Siemens und der AEG Gründung der Klangfilm GmbH. 1904-08 außerdem Automobilbau (Polymobil). 1937 Umfirmierung in „Grundstücksgesellschaft Markgrafenstraße AG“. 1945 Geschäftsleitung in Berlin, 1949 Deutsche Grammophon GmbH verlagert von Berlin nach Hannover, 1957 nach Hamburg (Muttergesellschaft Universal Music International).

Los 2113 Schätzwert 2.500 € (4 Posten, ca. 14860 Stück)
Deutsche Hypothekenbank, Meiningen
Aktie 100 RM 21.4.1925
(ex Lot 3223 BARoV 1, Peus 529, 12000/11380, II/III)
Aktie 1.000 RM 15.3.1927
(ex Lot 3223 BARoV 1, Peus 531, 7000/2160, II/III)
Aktie 1.000 RM 12.11.1930
(ex Lot 3223 BARoV 1, Peus 532, 1100/1120, II/III)
(Lot 3223 BARoV 1, Zuschlag 2.700 €)
Aktie 100 RM 12.11.1930
(ex Lot 152 BARoV 2, Peus 2669, 350/200, II)
Gründung 1862 in Meiningen als zweitälteste reine Hypothekenbank Deutschlands. Sitzverlegungen 1938 nach Weimar, 1948 nach Bremen, 1989 nach Frankfurt a.M. 1972 Aufnahme der Sächsischen Bodencreditanstalt. Auf Betreiben des letzten Großaktionärs (Dresdner Bank) 1990 mit der „Pfälzischen Hypothekenbank“ verschmolzen, 2001 bei der Fusion der Hypothekenbank-Töchter der Frankfurter Großbanken schließlich in der Euro-Hypo aufgegangen.

Los 2114 Schätzwert 8.500 € (5 Posten, ca. 17000 Stück)
Deutsche Spiegelglas-AG, Berlin
Actie 200 Thaler 1.7.1872 (Auflage 3000)
(ex Lot 3231 BARoV 1, Peus 597, 2100/2100, III/IV)
Actie 200 Thaler 16.12.1872 (Auflage 2000)
(ex Lot 3231 BARoV 1, Peus 598, 1500/1510, III-V)
Actie 1.200 Mark Mai 1920 (Auflage 2500)
(ex Lot 3231 BARoV 1, Peus 599, 1500/1860, III)
Actie 1.200 Mark März 1922 (Auflage 5000)
(ex Lot 3231 BARoV 1, Peus 600, 3000/3430, II/III)
Actie 1.200 Mark Mai 1922 (Auflage 10000)
(ex Lot 3231 BARoV 1, Peus 601, 7500/8300, II/III)
(Lot 3231 BARoV 1, Zuschlag 8.750 €)
Gegründet am 5.9.1871 in Berlin zwecks Übernahme der Gebr. Koch’schen Glasfabrik in Grünenplan (bei Braunschweig), später Sitzverlegung nach Kl. Freden (Provinz Hannover), zuletzt 1972 nach Grünenplan über Alfeld (Leine). Über die Gründung entrüstet sich Glagau: “Von dem Actiencapital mit 1 Mio. Thalern wurden zunächst 600.000 Thaler in 50procentigen Interimsscheinen ausgegeben, die Hugo Prinsheim an der Berliner Börse mit 118, also zu einem Course von 136 einführte und welche man bis ca. 145 trieb, was einem Course von 190 entspricht!” Dennoch überlebte die Gesellschaft den Gründerkrach. Neben den Glashütten in Kl. Freden und Grünenplan bestand ein Zweigbetrieb in Neuhaus im Solling, wo Uhrenglas und optisches Glas hergestellt wurden. Eine Spezialität wurden später auch Brillengläser. 1930 wurde von der “Tafel-, Salin- und Spiegelfabriken AG” in Fürth deren Werk Mitterteich erworben. 1975 Umfirmierung in „Deutsche Spezialglas AG“. Mehrheitsaktionär war die Schott Glaswerke in Mainz. Börsennotiz früher in Berlin und Hannover, 2003 wurden die letzten freien Aktionäre ausgesqueezt. Großformatig, feine Zierumrandung. Mit Originalunterschrift des Firmengründers Dr. Koch.

Los 2115 Schätzwert 800 € (1 Posten, ca. 1600 Stück)
Deutsche Tafelglas AG (Detag), Fürth (Bayern)
Aktie 1.000 RM Okt. 1942 (Auflage 4300)
(ex Lot 3232 BARoV 1, Peus 605, 3500/1600, II)
Gründung 1899 unter Übernahme der Glasfabrik Weiden AG vorm. Ed. Kupfer, noch im gleichen Jahr Umfirmierung in “Tafel-, Salin- und Spiegelglasfabriken AG”, Fürth (Bay.), 1932 Umfirmierung wie oben. 1927 im Werk Weiden Errichtung einer modernen Ziehanlage System “Fourcault” für Fensterglas. 1929 erlangte der Verein Deutscher Spiegelglasfabriken in Köln die Aktienmehrheit, scheinbar dadurch beeinflußt 1929/30 Verkauf der Glasfabrik Mitterteich an die Deutsche Spiegelglas AG, Grünenplan/Hann. 1932 Ankauf der Glasfabrik Crengeldanz AG in Witten (Ruhr) von der Gelsenkirchener Bergwerks-AG, welche 1932 ebenso wie die Gewerkschaft Kunzendorfer Werke (Niederlausitz) auf die Deutsche Tafelglas AG verschmolzen wurde. Im gleichen Jahr auch Übernahme der Vopelius’schen und Wentzel’schen Glashütten GmbH, Sulzbach (Saar). 1949 kam zu den drei Werken Fürth, Weiden und Witten aus dem Besitz der SIGLA GmbH, Wernberg (Opf.) eine Fabrik für Sicherheitsglas hinzu. Peu á peu erwarb die ehemalige Bergwerksgesellschaft Dahlbusch in Gelsenkirchen (heute Dahlbusch Verwaltungs-AG) die Aktienmehrheit, an Dahlbusch seinerseits erwarb die britische Pilkington Brothers Ltd. die Majorität. 1970 Übernahme der Deutsche Libbey-Owens-Gesellschaft für maschinelle Glasherstellung AG (DELOG) in Gelsenkirchen und Umfirmierung in “Flachglas AG DELOG-DETAG”. Die Pilkington-Flachglas-Gruppe war nun mit über 40.000 Beschäftigten der Welt größter Glasproduzent. 2000 Umfirmierung in “Pilkington Deutschland AG” und Sitzverlegung nach Gelsenkirchen. Das Spruchstellenverfahren zur Abfindung der wenigen verbliebenen freien Aktionäre zieht sich inzwischen fast 20 Jahre hin. Firmensignet “DETAG” in der Umrandung.

Los 2116 Schätzwert 300 € (1 Posten, ca. 380 Stück)
Deutsche Werkstätten AG, Rähnitz-Hellerau
Aktie 100 RM 20.7.1931 (Auflage 1400)
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 2753, 700/380, II)
Gründung 1913 zur Weiterführung der 1898 von Karl Schmidt gegründeten und von großen Namen der deutschen Architektur geformten „Deutsche Werkstätten für Handwerkskunst“ in Hellerau und München mit Niederlassungen in Köln, Hamburg und Berlin. Hergestellt wurden vollständige Wohnungseinrichtungen, auch Bau von Holzhäusern. Eingerichtet wurden Herrschaftshäuser, Villen, Sanatorien, Hotels sowie Passagierdampfer. In der Weltwirtschaftskrise kam der Betrieb 1930 wegen finanzieller Schwierigkeiten zum Erliegen, bei der anschließenden Sanierung wurde 1931 die Sächsische Bank Großaktionär der in Berlin, München und Dresden/Leipzig börsennotierten AG. Nach dem Krieg wurde die Firma geteilt: In Dresden-Hellerau existierte fortan der VEB Deutsche Werkstätten Hellerau und produzierte vor allem Wohn- und Schlafraummöbel (1992 als Deutsche Werkstätten Hellerau GmbH privatisiert), in München setzte die Deutsche Werkstätten München GmbH die eher gehoben-künstlerische Tradition fort. 1998 wurden beide Unternehmen wieder vereint.

Los 2117 Schätzwert 1.500 € (1 Posten, ca. 3400 Stück)
Deutsche Werkstätten AG, Rähnitz-Hellerau
Aktie 100 RM 29.12.1933 (Auflage 4350)
(ex Lot 3542 BARoV 1, Peus 623, 4000/3400, I/II)
Gründung 1913 zur Weiterführung der 1898 von Karl Schmidt gegründeten und von großen Namen der deutschen Architektur geformten „Deutsche Werkstätten für Handwerkskunst“ in Hellerau und München mit Niederlassungen in Köln, Hamburg und Berlin. Hergestellt wurden vollständige Wohnungseinrichtungen, auch Bau von Holzhäusern. Eingerichtet wurden Herrschaftshäuser, Sanatorien, Hotels sowie Passagierdampfer. In der Weltwirtschaftskrise kam der Betrieb 1930 wegen finanzieller Schwierigkeiten zum Erliegen, bei der anschließenden Sanierung wurde 1931 die Sächsische Bank Großaktionär der in Berlin, München und Dresden/Leipzig börsennotierten AG. Nach dem Krieg wurde die Firma geteilt: In Dresden-Hellerau existierte fortan der VEB Deutsche Werkstätten Hellerau u. produzierte vor allem Wohn- und Schlafraummöbel (1992 als Deutsche Werkstätten Hellerau GmbH privatisiert), in München setzte die Deutsche Werkstätten München GmbH die eher gehoben-künstlerische Tradition fort. 1998 wurden beide Unternehmen wieder vereint.

Los 2118 Schätzwert 2.000 € (1 Posten, ca. 5300 Stück)
Dittersdorfer Filz- und Kratzentuchfabrik Dittersdorf bei Chemnitz
Aktie 100 RM Okt. 1941 (Auflage 7600)
(ex Lot 3542 BARoV 1, Peus 641, 6000/5300, II)
Gründung 1881 zur Übernahme der Firma Arthur Gehlert, die Filz- und andere Textilwaren erzeugte. Das über 100.000 qm große Fabrikareal war auf dem Gelände des 1694 von Curt Heinrich von Einsiedel gegründeten Eisenhammerwerkes. Die Firma besaß auch ausgedehnte Wasserflächen. Außerdem mit 96 % an der Filz-Fabrik GmbH im tschechischen Saaz beteiligt gewesen. Die Börsennotiz ist ein Abbild der Konzentration der damaligen deutschen Börsenlandschaft: Börsennotiert erst in Chemnitz, dann auch Dresden, schließlich nach der Schließung der Dresdner Börse ab 1934 in Leipzig. 1974 Sitzverlegung zwecks Liquidation nach Frankfurt/M, 1982 zunächst erloschen, aber seit 1990 wieder in Nachtragsabwicklung. 1992 wurde die Dittersdorfer Filzfabrik Schunke & Co. KG den Aktionären zurückübertragen.

Los 2119 Schätzwert 1.500 € (1 Posten, ca. 650 Stück)
Dortmunder Ritterbrauerei AG, Dortmund
Aktie 1.000 RM 11.2.1927 (Auflage 1000)
(ex Lot 337 BARoV 2, Peus 2778, 600/650, II/III)
Gründung 1889 als „Dortmunder Brauerei-Gesellschaft vorm. Gebr. Meininghaus und Bömcke AG“ durch Verschmelzung dieser beiden seit 1870 bestehenden Privatbrauereien. Die Brauerei selbst gehörte der “Dortmund Breweries Company Ltd.” in London, die zugleich Alleinaktionärin der Ritterbrauerei war und den gesamten Betrieb an diese verpachtet hatte. 1917 wurde deren Anteil als Feindvermögen liquidiert. Später Fusion mit der Brauhaus Essen AG (1919), der Dortmunder Bürgerbräu AG (1920) und der Brauerei Westfalia GmbH in Lütgendortmund (1921). Mit einer Kapazität von 600.000 hl nun eine der großen deutschen Brauereien. Ab 1928 Interessengemeinschaft mit der Glückauf-Brauerei AG in Gelsenkirchen. 1952 Erwerb der Brauerei Westfalia Gebr. Hagedorn & Co. in Münster. 1963 Überschreiten der 1-Mio.-hl-Grenze beim Ausstoß, deshalb ab 1964 Bau einer komplett neuen zweiten Brauerei in Lütgendortmund. Nach dem Krieg war lange Zeit die Dresdner Bank Mehrheitsaktionär. Diesen Anteil übernahm dann die Dortmunder Union-Schultheiss Brauerei AG (heute Brau und Brunnen AG) und gliederte sich die Ritterbrauerei 1994 ein.

Los 2120 Schätzwert 400 € (1 Posten, ca. 550 Stück)
Draht- & Kratzenstoffwerke AG, Mittweida
Aktie 200 RM 27.10.1928 (Auflage 2400)
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 2786, 1000/550, II/III)
Gründung 1916. Als Zulieferer der Textilindustrie stellte die Firma Kratzendrähte, Webelitzendrähte, Sägezahn- und Profildrähte, Bürstendrähte und Metallkämme her.

Los 2121 Schätzwert 500 € (1 Posten, ca. 1000 Stück)
Dresdner Chromo- & Kunstdruck-Papierfabrik Krause & Baumann AG, Heidenau Bez. Dresden
Aktie 1.000 Mark Juli 1923 (Auflage 50000)
(Lot 3248 BARoV 1, Zuschlag 575 €, Peus 658, 1100/1000, II/III)
Gründung 1912. Herstellung von Chromo- u. Kunstdruckpapieren, Kartonpapieren. 1937 durch die Feldmühle AG übernommen. Nach 1949 mit den Heidenauer Papierfabriken AG aufgegangen in den VEB Vereinigten Papierfabriken.

Los 2122 Schätzwert 650 € (1 Posten, ca. 1700 Stück)
Duncan’s Leinen-Industrie AG, Grossschweidnitz i.Sa.
Aktie 300 RM 17.7.1929 (Auflage 2000)
(ex Lot 3541 BARoV 1, Peus 669, 1800/1700, II/III)
Gründung 1856 als Zweigbetrieb der “Sir William Duncan Anglo Bleach Works”, weshalb die Leinenzwirnerei mit Bleicherei und Färberei in Großschweidnitz (bei Löbau) in der Bevölkerung auch noch viel später einfach nur “englische Fabrik” genannt wurde. 1905 Umwandlung in eine AG deutschen Rechts. In der Weltwirtschaftskrise wurde 1930 die Leinenzwirnerei stillgelegt und in’s schlesische Neusalz zum Großaktionär Gruschwitz Textilwerke AG verlegt, Bleicherei und Färberei blieben in Betrieb. Nach 1945 verstaatlicht und dem Kombinat “Hirschfelder Leinen- u. Textilindustrie” angegliedert. Die Wende brachte für das Werk, wie für die meisten Textilbetriebe der ehemaligen DDR, das endgültige Aus: 1990 wurde die Fabrik geschlossen.

Los 2123 Schätzwert 800 € (1 Posten, ca. 2000 Stück)
Eisen- und Hüttenwerke AG, Köln
Aktie 1.000 RM Juni 1940 (Auflage 17500)
(ex Lot 3539 BARoV 1, Peus 687, 4000/2000, II/III)
Gründung 1918 in Harburg als „Securitas-Werke AG für Schiffs- und Maschinenbau und Sprengstofffabrikation“. 1919 Sitzverlegung nach Bochum, 1921 Umfirmierung wie oben, 1940 Sitzverlegung nach Köln. 1940 Angliederung der Eisenhüttenwerk Thale AG (die nach der Wende 1989 der frühere niedersächsische Ministerpräsident Ernst Albrecht auf Vordermann brachte) und der Rasselsteiner Eisenwerksgesellschaft. Größte Beteiligungen sind heute die Rasselstein GmbH in Neuwied (Erzeugung von Weiß- und Feinblech) und die Stahlwerke Bochum AG. Gehörte lange zum Otto-Wolff-Konzern, später kam Thyssen als Aktionär dazu, heute besitzt die Thyssen Krupp Steel AG 88 % der Aktien der noch immer börsennotierten AG. Mit Firmensignet.

Los 2124 Schätzwert 1.000 € (1 Posten, ca. 2500 Stück)
Electricitäts-Werke Liegnitz, Liegnitz
Aktie 300 RM 19.11.1927 (Auflage 2566)
(ex Lot 3260 BARoV 1, Peus 720, 2400/2500, II/III)
Bei der Gründung 1898 übernahm die Ges. eine der Elektrizitäts-Ges. Felix Singer & Co., Berlin verliehene Konzession für den Betrieb einer Straßenbahn sowie einer Licht- und Kraftstation im schlesischen Liegnitz. Die 13 km lange Straßenbahn mit 20 Motor- und 5 Anhängewagen hatte drei Linien (Ringlinie, Linie nach dem Kirchhof und Linie nach der Jauerstraße bis Dornbusch). 1913 wurde aus Kapazitätsgründen ein neues größeres Kraftwerk am Frauenhaag gebaut, anschließend wurden auch die Kreise Lüben und Guhrau mit Strom versorgt. Börsennotiz Berlin, Großaktionär war die Elektrowerke AG.

Los 2125 Schätzwert 800 € (1 Posten, ca. 430 Stück)
Elite-Diamantwerke AG, Siegmar-Schönau
Aktie 1.000 RM 14.3.1942 (Auflage 1000)
(Lot 362 BARoV 2, Zuschlag 1.600 €, Peus 2890, 850/430, II)
Die 1884 gegründete Firma Gebr. Nevoigt in Reichenbrand wurde 1905 in eine AG umgewandelt und 1912 in Diamantwerke Gebr. Nevoigt AG umfirmiert (Sitz Siegmar bei Chemnitz). 1917 Fusion mit der 1913 gegr. Elite-Motorenwerke AG in Brand-Erbisdorf. Hergestellt wurden Fahrräder, Motorräder, Automobile und Flachstrickmaschinen. Spitzenmodell im seit 1920 betriebenen Automobilbau war ein luxuriöser Tourenwagen mit 4600-ccm-6-Zylinder-Maschine. Bald wurde OPEL auf diesen in Berlin, Leipzig, Dresden und Chemnitz börsennotierten Konkurrenten aufmerksam und kaufte die Aktienmehrheit auf. Danach wurde der Automobilbau eingestellt und die Elite-Diamantwerke konzentrierten sich auf den Motorradbau. Seit 1932 wurden die Motorräder unter der Marke EO Elite-Opel verkauft.

Los 2126 Schätzwert 7.500 € (4 Posten, ca. 1870 Stück)
Emil Pinkau & Co. AG, Leipzig
Aktie 1.000 Mark 24.12.1903 (Auflage 650)
(ex Lot 364 BARoV 2, Peus 2895, 300/300, III/IV)
Aktie 1.000 Mark 12.5.1921
(ex Lot 364 BARoV 2, Peus 2896, 200/230, III)
Aktie 1.000 Mark 10.6.1922
(ex Lot 364 BARoV 2, Peus 2897, 600/120, III)
Aktie 1.000 Mark 24.5.1923
(ex Lot 364 BARoV 2, Peus 2898, 1400/1220, III)
(Lot 364 BARoV 2, Zuschlag 8.000 €)
Gründung 1873, AG seit 1903. Mit ca. 400 Arbeitern wurden in der Fabrik in der Wittenbergerstr. 15 graphische Erzeugnisse, photographische Papiere und Filme hergestellt. Börsennotiz Leipzig. Sehr dekorativ, mit Fabrikansicht und Abbildung einer alten Kamera.

Los 2127 Schätzwert 4.000 € (3 Posten, ca. 3450 Stück)
Erzgebirgischer Steinkohlen-Actien-Verein Schedewitz bei Zwickau
Aktie 1.000 Mark 1.6.1885 (Auflage 2400)
(ex Lot 3269 BARoV 1, Peus 758, 2000/1930, III/IV)
Aktie 1.000 Mark 12.7.1913
(ex Lot 3269 BARo 1, Peus 759, 1000/990, II/III)
(Lot 3269 BARoV 1, Zuschlag 4.750 €)
Aktie 1.000 RM 17.9.1932
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 2921, 950/530, II)
Gründung bereits 1840. Zu den eigenen Tiefbauschächten kamen 1913 die Altgemeinde-Schächte in Bockwa und 1921 die Werke und Grubenfelder der Zwickauer Bürgergewerkschaft und des Zwickauer Steinkohlenbauvereins. Neben Steinkohle wurde auch Benzol, Teer, Sand, Kies und Ton gefördert bzw. hergestellt. Letzter Großaktionär war die Stadt Zwickau. Zwischen 1945 und 1946 bestand die Firmenleitung aus sowjetischen Offizieren. 1975 letzte Förderung aus den Zwickauer Gruben. Gleiche, hochdekorative Gestaltung wie die Gründeraktie. Originalsignaturen.

Los 2128 Schätzwert 150 € (1 Posten, ca. 350 Stück)
Essener Bergwerks-Verein König Wilhelm Essen-Borbeck
5 % Teilschuldv. 100 RM Sept. 1935 (Auflage 2400)
(ex Lot 143 BARoV 2, Peus 2926, 1000/350, II/III)
Das Unternehmen geht weit in die Frühzeit der Geschichte des Ruhrbergbaus zurück: 1847 begann die AG Kölner Bergwerks-Verein mit dem Abteufen des Schachtes “Neu-Cöln” an der eben erst fertiggestellten Köln-Mindener Eisenbahn im Norden von Essen. 1852 nahm der Schacht die Förderung auf, ersoff aber schon 1859. Ein Jahr darauf wurde auch der zweite Schacht “Christian Levin” verlassen. 1870 schloß der Kölner Bergwerks-Verein einen Vertrag mit Friedrich Grillo, wonach beide Schächte für 1,875 Mio. Mark der neu gegründeten Gewerkschaft König Wilhelm überlassen wurden (an der Grillo 65 % hielt, der Kölner Bergwerks-Verein den Rest), zugleich erfolgte eine Realteilung des Grubenfeldes in die Felder “König Wilhelm” und “Kölner Bergwerks-Verein” (welches letztlich zu Hoesch kam). 1892 übernahm der GBAG-Schöpfer Carl Funke bis zu seinem Tod 1913 den AR-Vorsitz. 1921

Los 2129 Schätzwert 1.000 € (1 Posten, ca. 400 Stück)
Excelsior Lebensversicherungs-AG, Berlin
Namensaktie 1.000 RM 1.1.1927 (Auflage 1500)
(ex Lot 321 BARoV 3, Peus 5320, 350/400, III)
Gründung 1926, eingetragen 1927. Betrieb der Lebensversicherung in allen ihren Arten. 1933 Fusion mit der Eos Deutscher Bestattungs- und Lebensversicherungs-Verein AG und Umbenennung in Eos und Excelsior Deutsche Volks- und Lebensversicherungs-AG mit Sitz in Düsseldorf. 1938 Übernahme der Lebensversicherungsgesellschaft Schwaben V.V. aG Stuttgart. Zweigniederlassungen in Essen und Wuppertal. 1970 Sitzverlegung nach München. Ab 1974 kam sie zur Vereinigten Versicherungsgruppe, die heute zum Allianz-Konzern gehört.

Los 2130 Schätzwert 750 € (1 Posten, ca. 1300 Stück)
Excelsior-Fahrrad-Werke Gebr. Conrad & Patz AG, Brandenburg a.H.
Aktie 1.000 Mark 15.10.1923 (Auflage 22000)
(ex Lot 3524 BARoV 1, Peus 768, 1500/1300, II)
Gründung 1906. Die Fabrik in der Brandenburger Neustadt (Wilhelmsdorfer Landstr. 43) war damals einer der größten Fahrrad-Hersteller Deutschlands, auch Ersatzteile für die Automobilindustrie wurden produziert. Beschäftigt wurden über 1400 Arbeiter und Beamte. Nach andauernden Verlusten wurde die Fabrikation 1932 eingestellt, danach wurde die in Berlin börsennotierte Gesellschaft abgewickelt. Großformatig. Dekorativer Druck von König & Ebhardt.

Los 2131 Schätzwert 500 € (1 Posten, ca. 1300 Stück)
F. E. Weidenmüller AG, Dreiwerden über Mittweida
Aktie 1.000 RM Juli 1942 (Auflage 4320)
(ex Lot 3522 BARoV 1, Peus 769, 2300/1300, II)
Gründung 1923 unter Übernahme der seit 1867 bestehenden oHG F.E. Weidenmüller in Antonsthal und Dreiwerden mit Fabrikgebäuden, 124 Wohnhäusern, Gastwirtschafts- und Bauerngutsgrundstücken sowie 4 ausgebauten Wasserkräften in der Zschopau und im Schwarzwasser. Herstellung von Papieren und Kartons. Das Unternehmen war eine reine Familien-AG. Die AG wurde 1976 zur Liquidierung des Restvermögens verlagert nach West-Berlin, 1979 erloschen. Die Papierfabrik in Werden wurde 1946 enteignet. Ein geschichtlich besonders interessantes Detail: 1948 wurde dort das neue DDR-Geld gedruckt.

Los 2132 Schätzwert 500 € (2 Posten, ca. 480 Stück)
F. W. Strobel AG, Grießbach-Wilischthal
Aktie 100 RM 1.1.1929 (Auflage 2000)
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 2943, 600/310, II)
Aktie 1.000 RM 1.1.1929 (Auflage 1000)
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 2944, 350/170, II)
Gründung 1848, AG seit 1907, Sitz bis 1923 in Chemnitz, danach in Grießbach, Ortsteil Wilischthal. Herstellung von Holzstoff und Papier. 1938 Firma erloschen.

Los 2133 Schätzwert 500 € (1 Posten, ca. 620 Stück)
Färberei Glauchau AG, Glauchau
Aktie 100 RM 25.5.1932 (Auflage 7000)
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 2951, 1000/620, III)
Gegründet 1889 als “Färberei Glauchau vorm. Otto Seyfert”. Betriebe in Glauchau und Baiersdorf bei Erlangen (Färberei und Herstellung von Handstrickgarn). Börsennotiz Leipzig, Großaktionär war die Garn-AG Nachf. W. Lüttgen KG, Bad Kissingen. 1944 verlagert nach Bad Kissingen, 1952 umbenannt in Garn-AG, Bad Kissingen, seit 1963 GmbH.

Los 2134 Schätzwert 1.000 € (4 Posten, ca. 760 Stück)
Falkensteiner Gardinen-Weberei und Bleicherei Falkenstein i.V.
Aktie 1.000 Mark 30.5.1910 (Auflage 800)
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 2946, 550/340, IV)
VZ-Aktie 1.000 Mark 1.4.1920 (Auflage 300)
(ex Lot 115 BARoV 3, Peus 5331, 280/130, II/III)
VZ-Aktie 1.000 Mark 8.4.1922 (Auflage 300)
(ex Lot 115 BARoV 3, Peus 5332, 290/120, II/III)
VZ-Aktie 1.000 Mark 27.11.1922 (Auflage 400)
(ex Lot 115 BARoV 3, Peus 5333, 370/170, II/III)
Gründung 1889 mit einem Aktienkapital von 1 Mio M. Hersteller von Tüllgardinen, Stores, Decken, Borden, Spannstoffen, Bettdecken. 1948 Sitzverlegung nach Neuss/Rhein, 1953 nach Mering bei Augsburg. 1974 Umwandlung in eine GmbH. 1994 Insolvenzverfahren, 1995 Stilllegung. Dekorative Bordüre, schöne Farben: grün-hellrot.

Los 2135 Schätzwert 750 € (1 Posten, ca. 100 Stück)
Flugplatz-Verkehr AG, Gera
Aktie 100 RM 1.6.1928 (Auflage 600)
(ex Lot 332 BARoV 3, Peus 5356, 180/100, III)
Gründung 1926. 1938 Umfirmierung in „Flughafen Gera AG“. Die von örtlichen Unternehmern und Politikern gegründete Gesellschaft bezweckte die Eingliederung Ostthüringens in den deutschen und internationalen Flugverkehr. 1934 wurde der alte, auf der Aktie abgebildete Flugplatz, von der neugebauten Reichsautobahn durchschnitten und durfte nicht mehr angeflogen werden. Die Flugzeughalle wurde deshalb verkauft, die Empfangshalle vermietet. Die Schaffung einer neuen Anlage fiel den Kriegsereignissen zum Opfer. 1954 Bau des Flugplatzes Gera-Leumnitz, der ausschließlich als Segelflugplatz genutzt wurde. 1991 Gründung der FGG - Flugbetriebsgesellschaft Gera mbH, 1999 eingegliedert in die Holding der Stadtwerke Gera AG. Sehr interessanter deutscher Luftfahrt-Wert. Große fotografische Abb. des Flughafens.

Los 2136 Schätzwert 800 € (2 Posten, ca. 920 Stück)
Fr. Chr. Fikentscher Keramische Werke AG Zwickau
Aktie Lit. B 100 RM 12.5.1932
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 2967, 1000/670, II)
Aktie Lit. B 1.000 RM 12.5.1932
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 2968, 450/250, II/III)
Gegründet 1923 zwecks Fortführung der gleichnamigen GmbH. Herstellung und Vertrieb von keramischen Erzeugnissen jeder Art. Die Gesellschaft (Fabrik in der Reichenbacher Str. 67) bestand bis nach 1945. Herlicher Unterdruck mit Drachentöter.

Los 2137 Schätzwert 600 € (2 Posten, ca. 1310 Stück)
Frankonia AG vorm. Albert Frank, Beierfeld i.Sa.
Aktie 100 RM 20.1.1925 (Auflage 14000)
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 2983, 1000/740, II/III)
Aktie 100 RM Juni 1927 (Auflage 15040)
(ex Lot 146 BARoV 2,Peus 2984, 950/570, II)
Gründung 1914. Hauptsächlich stellte die Firma elektrische Automobilbeleuchtung her. Börsennotiz Berlin. Vignette mit Nachtwächter.

Los 2138 Schätzwert 350 € (2 Posten, ca. 140 Stück)
Freitaler Kredit-Bank AG, Freital
Namensaktie 1.000 GM Juli 1924 (Auflage 300)
(ex Lot 116 BARoV 3, Peus 5378, 250/100, III)
Namensaktie 500 RM Juli 1927 (Auflage 140)
(ex Lot 116 BARoV 3, Peus 5379, 115/40, II/III)
Gründung 1924. Ausführung von Bankgeschäften aller Art zum Zwecke der Förderung der erwerbstätigen Bevölkerung des Plauenschen Grundes, insbesondere die Übernahme von Haftungen und Garantien für Dritte. Die Bank stand in Arbeitsgemeinschaft mit der Girozentrale Sachsen - öffentliche Bankanstalt - Zweigstelle Freital.

Los 2139 Schätzwert 400 € (2 Posten, ca. 360 Stück)
Friedrich Töpel AG, Oberpöllnitz bei Triptis
Aktie 100 RM 30.6.1930 (Auflage 970)
(ex Lot 152 BARoV 2, Peus 3005, 350/200, II/III)
VZ-Namensaktie 1.000 Mark 14.8.1923 (Auflage 600)
(ex Lot 120 BARoV 3, Peus 5384, 250/160, II/III)
Gründung 1877, AG seit 1911. Die ca. 75 Beschäftigten stellten Handharmonikas und Akkordeons her.

Los 2140 Schätzwert 1.750 € (3 Posten, ca. 1630 Stück)
Fritz Schulz jun. AG, Leipzig
Aktie 1.000 Mark von 1900 (Auflage 5100)
(ex Lot 387 BARoV 2, Peus 3006, 400/390, IV)
Aktie 1.000 Mark 26.4.1920 (Auflage 5275)
(ex Lot 387 BARoV 2, Peus 3007, 400/420, IV)
Aktie 1.000 Mark 14.12.1922 (Auflage 11000)
(ex Lot 387 BARoV 2,Peus 3008, 600/820, III)
(Lot 387 BARoV 2, Zuschlag 1.750 €)
Gründung 1878 als oHG, AG seit 1900. Chemische Fabrik, Herstellung von Putzmitteln, Waschpulver, Autopolitur, Blechemballagen und Kisten, außerdem Kreidebergwerk in Neuburg (Donau). Börsennotiz Berlin und Leipzig. Interessante graphische Gestaltung. Unten mittig kreisrunde Vignette mit Schlange des Äskulap, dem Wappentier der Mediziner und Apotheker.

Los 2141 Schätzwert 600 € (1 Posten, ca. 210 Stück)
Gaswerk Erbisdorf AG, Bremen
Aktie 1.000 Mark 16.12.1922 (Auflage 500)
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 3023, 350/210, II)
Gegründet am 5.8.1908, 1938 umbenannt in Gaswerk Brand-Erbisdorf. Gasversorger. Sitz der Gesellschaft bis 17.1.1939 in Bremen, danach in Brand-Erbisdorf (Sachsen). Großaktionäre (1943): Stadt Brand-Erbisdorf (51 %), Energie AG Leipzig (Enag), Markkleeberg (38 %).

Los 2142 Schätzwert 400 € (2 Posten, ca. 160 Stück)
Gebauer-Schwetschke Druckerei und Verlag AG Halle a. S.
Aktie 100 RM Nov. 1925 (Auflage 208)
(ex 118 Lot BARoV 3, Peus 5410, 115/35, II/III)
Aktie 1.000 RM Nov. 1925 (Auflage 330)
(ex 118 Lot BARoV 3, Peus 5411, 270/125, II/III)
Die Gebauer-Schwetschke Druckerei und Verlag mbH hatte 1923 das von ihrer Firma seit 1733 betriebene Geschäft in die AG eingebracht. Tätigkeit: Vertragsdruckerei der Deutschen Reichsbahn, Fahrplandrucksachen, Schulbücher, Kataloge u.ä. 1936 umbenannt in Gebauer-Schwetschke Buchdruckerei AG.

Los 2143 Schätzwert 400 € (1 Posten, ca. 150 Stück)
Gebhardt & Koenig - Deutsche Schachtbau AG Nordhausen/Harz
Aktie 1.000 RM Juni 1939 (Auflage 1800)
(ex Lot 152 BARoV 2, Peus 3025, 300/150, II/III)
Gründung 1900 als „Celle-Wietze AG für Erdölgewinnung“ mit Sitz in Hannover. 1911 Verkauf aller Anlagen und Gerechtsamen, Umfirmierung in Deutsche Schachtbau AG und Sitzverlegung nach Nordhausen, wo die Deutsche Schachtbau GmbH sowie die Nordhäuser Maschinenfabrik der Deutsche Erdöl AG erworben wurden. Firmenzweck nunmehr: Ausführung aller bergmännischer Arbeiten, insbesondere von Bohrungen und Schachtabteufungen nach dem Gefrierverfahren. 1939 Verschmelzung mit der Tiefbau- und Kälteindustrie-AG vorm. Gebhardt & Koenig und Änderung der Firma in Gebhardt & Koenig - Deutsche Schachtbau AG. Großaktionär mit über 75 % war die Deutsche Erdöl-AG (DEA), Börsennotiz in Berlin und Hannover. Nach der Enteignung 1947 trennten sich die Wege: Der Firmenmantel wurde 1949 verlagert nach Wietze bei Celle, umfirmiert in Tiefbau- und Kälteindustrie AG, 1957 auf die Tiefbau-AG Unterweser in Abbehausen übergegangen. Der 1947 enteignete Nordhäuser Betrieb firmierte danach als „Schachtbau und Bohrbetriebe Nordhausen, VEB der Kohleindustrie“. 1990 aus dem Mansfeld-Kombinat herausgelöst und als Schachtbau Nordhausen GmbH 1992 reprivatisiert.

Los 2144 Schätzwert 2.000 € (3 Posten, ca. 1750 Stück)
Gebr. Hörmann AG, Dresden
Aktie 1.000 Mark 30.10.1911 (Auflage 1000)
(ex Lot 393 BARoV 2, Peus 3031, 750/870, III)
Aktie 1.000 Mark 21.8.1913 (Auflage 400)
(ex Lot 393 BARoV 2, Peus 3032, 300/320, III)
Aktie 1.000 RM 15.11.1941 (Auflage 1200)
(ex Lot 393 BARoV 2, Peus 3033, 500/560, II)
(Lot 393 BARoV 2, Zuschlag 2.100 €)
Zuvor Einzelfirma, 1911 in eine AG umgewandelt. In dem Werk in Dresden-Mickten wurden Back-, Teig- und Zuckerwaren, Honigkuchen, Schokolade und Kakao hergestellt. Börsennotiz: Freiverkehr Dresden. 1945 zu Reparationszwecken demontiert. 1972 aufgegangen in VEB RuBro, 1974 eingegliedert in VEB Elite Dauerbackwaren Dresden, 1991 Dr. Quendt Backwaren GmbH. Großformatiges Papier, dekorativ gestaltet.

Los 2145 Schätzwert 750 € (2 Posten, ca. 1090 Stück)
Gebr. Jentzsch AG, Naundorf bei Großenhain
Aktie 100 RM Jan. 1928 (Auflage 1600)
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 3034, 900/590, II/III)
Aktie 500 RM Jan. 1928 (Aufalge 1400)
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 3035, 800/500, II/III)
Gründung 1843 in Halle a.S., AG seit 1916. Betrieb einer Stoffdruckerei und Färberei. Bis 1932 in Halle börsennotiert. Nach 1949 verlegt nach Hannover, 1969 gelöscht. 1993 Fortsetzung der Gesellschaft (Amtsgericht Dresden), 1997 nach Abwicklung wegen Vermögenslosigkeit gelöscht.

Los 2146 Schätzwert 1.000 € (1 Posten, ca. 2200 Stück)
Gebrüder Heine Tuchhandels-AG, Leipzig
Aktie 1.000 RM 13.7.1938 (Auflage 5000)
(ex Lot 3542 BARoV 1, Peus 839, 2750/2200, II)
Gegründet 1938 (u.a. durch die ADCA und die Sächsische Bank, Filiale Leipzig), bereits 1939 umfirmiert in “TUAG” Tuchhandels-AG. Handel mit Stoffen aller Art, Großversand von Tuchen, Futterstoffen u. Schneiderbedarfsartikeln. Neben der großen Zentrale in Leipzig wurden in 14 weiteren deutschen Großstädten Geschäftsstellen unterhalten. Vignette mit Ansicht des 5-stöckigen Firmengebäudes Tauchaer Str. 23/27 aus der Vogelperspektive.

Los 2147 Schätzwert 1.500 € (1 Posten, ca. 5800 Stück)
Gebrüder Unger AG, Chemnitz
Aktie 100 RM Juli 1928 (Auflage 8800)
(ex Lot 3541 BARoV 1, Peus 849, 6500/5800, II/III)
Gründung 1904 unter Übernahme der seit 1881 bestehenden oHG gleichen Namens. Aufbauend auf einer von Arthur und Karl Unger genial konstruierten patentierten Würfelschneidemaschine wurde schließlich die ganze Palette von Spezialmaschinen für Fleischereibetriebe, Wurst- und Konservenfabriken hergstellt. Börsennotiz: Berlin, Dresden, Chemnitz, später Leipzig. Nach der Wende wurde die AG zwecks Durchführung des Restitutionsverfahrens wieder aktiviert.

Los 2148 Schätzwert 800 € (1 Posten, ca. 1700 Stück)
Gechter & Kühne AG, Heidenau
Aktie 1.000 Mark 16.12.1921 (Auflage 4000)
(ex Lot 3541 BARoV 1, Peus 850, 1750/1700, II)
Gründung 1897. Bis 1922 AG für Metall- u. Maschinenindustrie in Sangerhausen danach wie oben. Herstellung von Maschinen und Formen für Konditoreien, Bäckereien, Hotels, Großküchen usw., Spezialmaschinen für die Schokoladen-Industrie, die Herstellung von Mayonnaise sowie die pharmazeutische und kosmetische Industrie. Elektroautomatische Speiseeisherstellungsanlagen. Großformatig. Attraktive Zierumrandung.

Los 2149 Schätzwert 500 € (2 Posten, ca. 270 Stück)
Gemeinde Ilmenau
6 % Schuldv. Lit. A 2 Ztr. Koks Juni 1923
(ex Lot 152 BARoV 2, Peus 3314, 350/160, III)
6 % Schuldv. Lit. B 5 Ztr. Koks Juni 1923
(ex Lot 152 BARoV 2, Peus 3315, 200/110, III)

Los 2150 Schätzwert 250 € (1 Posten, ca. 210 Stück)
Gemeinnütziger Bauverein für Reuß j.L., Gera
Namensaktie 100 RM 1.10.1938 (Auflage 1000)
(ex Lot 120 BARoV 3, Peus 5446, 625/210, III)
Gründung 1911, größere Kleinwohnungsbauprojekte waren 194 Häuser in der Siedlung Heinrichsgrün, 116 Häuser in der Siedlung Tinz und 110 Häuser in der Siedlung Lusan. 1940 umfirmiert in „Gemeinnütziger Bauverein Gera AG“.

Los 2151 Schätzwert 2.000 € (1 Posten, ca. 6800 Stück)
Georg Liebermann Nachf. AG, Falkenau (Sachsen)
Aktie 300 RM 2.1.1929 (Auflage 14250)
(ex Lot 3541 BARoV 1, Peus 857, 7000/6800, II/III)
Seit 1879 betrieb der Kaufmann Georg Liebermann aus Berlin auf dem über 550.000 qm großen Areal in Falkenau eine Baumwollspinnerei. 1911 Umwandlung in eine KG, seit 1913 AG. Herstellung von kardierten und gekämmten Garnen für die Strumpf-, Trikotagen-, Handschuh- und Nähfadenindustrie sowie von Zwirnen für die Web- und Gardinenindustrie. Außerdem wurde ein Wasserkraftwerk betrieben. 1941 umfirmiert in “Baumwollspinnerei Falkenau AG” . Eine sog. “Arisierung”? Im gleichen Jahr verlor der Fabrikbesitzer Georg Liebermann seine Villa in Berlin, die dann Sitz des Hauptamtes II (Euthanasie) der Führerkanzlei wurde. Börsennotiz Leipzig, früher auch Berlin. Nach 1945 enteignet. Der AG-Sitz wurde zwecks Liquidierung des Westvermögens in den 80er Jahren nach Köln verlegt. Dekorative Umrandung mit lauter Garnspulen und Selfaktoren.

Los 2152 Schätzwert 350 € (1 Posten, ca. 300 Stück)
Gera-Greizer Kammgarnspinnerei, Gera
Aktie 100 RM 8.7.1942 (Auflage 1000)
(ex Lot 152 BARoV 2, Peus 3060, 600/300, II)
Gründung 1890. Betrieb einer Kammgarnspinnerei in Gera-Zwötzen. Neben reinwollenen Garnen wurden später auch reine Zellwoll- und Zellwollmischgarne produziert. Börsennotiz: Freiverkehr Leipzig. 1959 Sitzverlegung von Gera nach Hamburg, Ende 1962 wurde die AG aufgelöst.

Los 2153 Schätzwert 3.000 € (1 Posten, ca. 1500 Stück)
Gera-Meuselwitz-Wuitzer Eisenbahn-AG, Berlin
Aktie 1.000 Mark 31.12.1901 (Auflage 2253)
(Lot 3293 BARoV 1, Zuschlag 3.000 €, Peus 861, 1600/1500, I/II)
Gründung 1900. Die Schmalspurbahn von Gera über Wuitz nach Mumsdorf (31,2 km) diente vor allem dem Abtransport der Braunkohle aus dem Meuselwitzer Revier. Ständig am Rande des Ruins überlebte die Bahn doch bis lange nach dem Weltkrieg. Wegen des vorrückenden Braunkohle-Tagebaus fuhr die Bahn nur noch durch entvölkerte Landschaften, weshalb sie später den Beinamen „Geisterbahn“ erhielt. Der drohenden Stillegung 1970 kam sie selbst zuvor: Während eines verheerenden Unwetters versanken die Bahnanlagen im Schlamm. Dekorative Ornamentbordüre u.a mit Rollwerk u. Rocailles.

Los 2154 Schätzwert 400 € (2 Posten, ca. 270 Stück)
Getreidebank Anhalt AG, Cöthen-Anhalt
Aktie Ser. A 10.000 Mark 1.6.1923
(ex Lot 118 BARoV 3, Peus 5467, 330/150, II)
Aktie Serie B 100.000 Mark 1.6.1923
(ex Lot 118 BARoV 3,Peus 5468, 310/120, II)
Gründung durch eine Reihe anhaltinischer Landhandelsfirmen zur Förderung und Finanzierung von Geschäften in landwirtschaftlichen Erzeugnissen und Übernahme von Treuhandgeschäften für den Getreidehandel. Die Folgen der Hyper-Inflation trafen die Bank mit voller Wucht: Von dem Kapital von 1,515 Mrd. Papiermark blieben nach der Umstellung Anfang 1924 gerade noch 5.000 Goldmark. Eine neue Geschäftsgrundlage ergab sich daraus nicht: Ab 1924 in Liquidation, 1926 gelöscht. Sehr dekorativ, zwei kleine Vignetten mit Götterboten Hermes, dritte Vignette mit Getreideähre.

Los 2155 Schätzwert 600 € (1 Posten, ca. 300 Stück)
Gewerkschaft des Erz- und Kali-Bergwerks Justenberg, Herne
Kuxschein 1/1000 20.7.1896 (handschriftl. geändert in 12. August)
(ex Lot 366 BARoV 3, Peus 5484, 850/300, III)
Der Gewerkschaft war das Recht zur Gewinnung von Kupfererzen in der Gemarkung Hagen bei Allendorf verliehen. Zuletzt lagen 98,9 % der Kuxe bei der Kali-Gewerkschaft Deutschland in Hannover. Sehr dekorativ mit floralen Verzierungen und kleiner Landschaftsvignette. Mehrere Originalsignaturen.

Los 2156 Schätzwert 500 € (1 Posten, ca. 300 Stück)
Gewerkschaft Mechernicher Werke Mechernich
Kuxschein 25.8.1922 (Auflage 5000)
(ex Lot 366 BARoV 3, Peus 5513, 800/300, II/III)
1794 besetzten die französischen Revolutionstruppen das linke Rheinufer. Der Mechernicher Bleiberg entwickelte sich unter franz. Herrschaft in kurzer Zeit zum ergiebigsten Bleierzbergbau des neuen Kaiserreichs. 1861 wurde der Mechernicher Bergwerks-Actien-Verein gegründet mit Haupterzeugnissen Blei und Silber, gewonnen in den Gruben des Meinerzhagener Bleibergs und auf den Feldern in den Kreisen Euskirchen und Schleiden. 1908 wurde die Ges. aufgelöst, 1911 übernahm die eigens dafür gegründete Gewerkschaft Mechernicher Werke (GMV) als Auffanggesellschaft das Unternehmen. 1937 übernahm auf Betreiben der Nationalsozialisten die PREUSSAG den Betrieb.

Los 2157 Schätzwert 400 € (1 Posten, ca. 350 Stück)
Gladbacher Wollindustrie AG vorm. L. Josten M.-Gladbach
Aktie 100 RM 30.11.1941 (Auflage 1350)
(ex Lot 143 BARoV 2, Peus 3078, 950/350, II)
Gründung 1895 unter Übernahme der seit 1882 bestehenden Fa. L. Josten in M.Gladbach, Rudolfstraße (Werk I). Hergestellt wurden von wollene und halbwollene Stoffe für Herren-, Damen- und Knabenkleidung, Uniformtuche und Wolldecken. 1925/26 Übernahme der Gladbacher Textilwerke AG vorm. Schneider & Irmen zu M.Gladbach, deren Betrieb in der Burkgrafenstraße als Werk II weitergeführt wurde. Nach dem Krieg wurde die Produktion schließlich im Werk I konzentriert und immer stärker auf textile Bodenbeläge ausgerichtet. Börsennotiz in Berlin und Düsseldorf, Großaktionäre waren Dr. Hugo Henkel, Düsseldorf (40%) und später auch das Kölner Bankhaus Sal. Oppenheim jr. & Cie. (25 %). Den Aufsichtsratsvorsitz führte jahrzehntelang der später als “Bankier Adenauers” bekannt gewordene Kölner Bankier Dr. Robert Pferdmenges. 1970 in eine GmbH umgewandelt. Faksimile-Unterschrift Rob. Pferdmenges als AR-Vorsitzender.

Los 2158 Schätzwert 1.000 € (2 Posten, ca. 1390 Stück)
Glasfabrik AG, Brockwitz, Bez. Dresden
Aktie 100 RM 9.2.1933 (Auflage 1500)
(ex Lot 402 BARoV 2, Peus 3081, 1000/1120, II/III)
Aktie 1.000 RM 9.2.1933 (Auflage 800)
(ex Lot 402 BARoV 2, Peus 3082, 250/270, III)
(Lot 402 BARoV 2, Zuschlag 1.000 €)
Gründung 1903. Herstellung von Preßglas, Hohlglas und Schleifglasartikel. 1922 Erwerb der Abt. Glas der Steingutfabrik Ag Sörnewitz, 1923 Inbetriebnahme des Werkes Ottendorf-Okrilla (1929 bereits wieder stillgelegt). 1932 ein spätes Opfer der Weltwirtschaftskrise: Der Betrieb wurde zahlungsunfähig und lag fast ein Jahr lang still, anschließend Kapitalzusammenlegung 16:1. Bei der anschließenden erfolgreichen Sanierung wandelten die Gläubiger (u.a. ADCA und Commerzbank) ihre Forderungen in Aktien um, die General Mortgage & Credits Corp. Inc. aus New York, die der AG 1929 einen Dollar-Kredit verschafft hatte, wurde Großaktionär der in Berlin und (bis 1933) Dresden börsennotierten AG. Im 2. Weltkrieg Rüstungsproduktion, 1945 demontiert. Nach langjährigem Aufbau Neuformierung 1957 als Institut für Glastechnik Coswig, später aufgeteilt in VEB Glaswerk Coswig und VEB Glasmaschinen Coswig. Nach der Wende dieGlamaco Maschinenbau GmbH, jetzt zu 100% in Schweizer Besitz.

Los 2159 Schätzwert 750 € (3 Posten, ca. 220 Stück)
Gontard & Henny AG, Leipzig
Aktie 1.000 Mark 12.10.1915 (Auflage 200)
(ex Lot 115 BARoV 2, Peus 5550, 130/50, II/III)
Aktie 1.000 Mark 21.10.1918 (Auflage 300)
(ex Lot 115 BARoV 2, Peus 5551, 285/120, II/III)
Aktie 1.000 Mark 30.1.1922 (Auflage 750)
(ex Lot 115 BARoV 2,Peus 5552, 130/50, II/III)
Gründung 1915. Herstellung und Vertrieb von Seife und anderen chemischen und technischen Erzeugnissen, insbesondere die Übernahme und Fortführung der bisher unter der Firma Gontard & Henny in Leipzig-Plagwitz betriebenen Seifenfabrik.

Los 2160 Schätzwert 1.500 € (1 Posten, ca. 3400 Stück)
Gottfried Lindner AG, Ammendorf b. Halle a.S.
Aktie 100 RM Juni 1930 (Auflage 40000)
(ex Lot 3524 BARoV 1, Peus 879, 5490/3400, II)
Gründung 1823, AG seit 1905. Erzeugnisse: Waggons, Straßenbahnwagen, Omnibusaufbauten, Lastanhänger, Flachsraufmaschinen. Werke in Ammendorf, Berlin, Dresden, Gaggenau, Köln, Königsberg, Hamburg und Nürnberg. Der Karosseriebau wurde 1928 an die Ambi-Budd-Presswerke in Berlin verkauft. 1949 teilte sich die Geschichte: In Nürnberg wurde der zweite Hauptsitz angemeldet, die Werke Nürnberg, Gaggenau (Baden), Berlin-Tempelhof und Köln gingen wieder in Betrieb. 1952 Abschluß eines Pacht- und Lizenzvertrages mit der Waggonfabrik AG in Rastatt, dessen Kündigung 1956 wegen nicht ausreichender Rentabiliät der Anfang vom Ende war: 1965 kam im Westen der Konkurs. Das Werk Ammendorf wurde 1949 entschädigungslos von einer sowjetischen Aktiengesellschaft in Besitz genommen. Nach der Wende gehörte es zuletzt zur Daimler-Tochter Adtranz, die dann von Bombardier übernommen wurde. 2004 kam trotz erbitterter Gegenwehr von Belegschaft und Landesregierung das Aus auch für das traditionsreiche Ammendorfer Werk.

Los 2161 Schätzwert 500 € (1 Posten, ca. 380 Stück)
Griebel’sche Brauerei AG, Eisfeld
Aktie 100 RM Jan. 1929 (Auflage 4800)
(ex Lot 152 BARoV 2, Peus 3097, 700/380, III)
Gründung 1899 unter Übernahme der Exportbrauerei Gebrüder Griebel in Eisfeld mit Bierniederlage in Ilmenau. 1921 Übernahme der Brauerei zum Bergschlößchen. Großaktionär war lange Zeit die Leipziger Riebeck-Brauerei, seit Ende der 30er Jahre dann das Bankhaus Bernard Randebrock in Naumburg. Betrieb ab 1955 als VEB Eichberg Brauerei Eisfeld weitergeführt. Seit 1990 Eichberg Brauerei GmbH (1996 geschlossen).

Los 2162 Schätzwert 350 € (1 Posten, ca. 320 Stück)
Großenhainer Webstuhl- und Maschinen-Fabrik AG, Großenhain
Aktie 1.000 RM März 1928 (Auflage 1200)
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 3100, 600/320, II/III)
Gründung 1852 durch Anton Zschille, seit 1872 AG. Herstellung und Vertrieb von Textilmaschinen, insbes. Webstühlen. 1888 Übernahme des Konkurrenzbetriebes May & Kühling in Chemnitz, welcher 1899 stillgelegt wurde. Die Firma wurde nach dem Krieg nicht verlagert.

Los 2163 Schätzwert 350 € (1 Posten, ca. 180 Stück)
Gustav Wäntig AG, Olbersdorf in Sachsen
Aktie 1.000 Mark 20.5.1917 (Auflage 1200)
(ex Lot 115 BARoV 3, Peus 5596, 200/180, III)
Gründung 1917. Zweck war die Verarbeitung von Jute und anderen Textilfasern, sowie von Papier und aus Papier hergestellten Stoffen und Verkauf der hergestellten Fabrikate.

Los 2164 Schätzwert 2.000 € (1 Posten, ca. 5000 Stück)
H. Berthold Messinglinienfabrik und Schriftgiesserei AG, Berlin
Aktie 100 RM 23.6.1932 (Auflage 10670)
(ex Lot 3522 BARoV 1, Peus 912, 8000/5000, II)
Gründung 1858, AG seit 1896. Erzeugnisse: Schriften und Messinglinien für Buchdruckzwecke, Bedarfsartikel für das graphische Gewerbe. Berthold expandierte rasch: Übernommen wurde 1897 die Schriftgießerei Bauer & Co. in Stuttgart und Düsseldorf, 1899 Errichtung einer Fabrik in St. Petersburg, ferner übernommen 1905 J. H. Rust & Co. in Wien, 1917 Emil Gursch in Berlin, 1918 die Schriftgießereien Gottgried Böttger, F. A. Brockhaus, C. F. Rühl in Leipzig und A. Kahle Söhne in Weimar, 1920 Julius Klinkhardt in Leipzig, 1922 C. Kloberg in Leipzig und 1928 die Schriftgießerei der A.-G. für Schriftgießerei und Maschinenbau in Offenbach/Main. In Riga bestand bei der H. Berthold Schriftgießerei H. Leunig & Co. eine 100 %ige Beteiligung, außerdem mit je 50 % bei der Erste ungarische Schriftgießerei AG in Budapest und der Haas’sche Schriftgießerei AG in Münchenstein bei Basel beteiligt. Mit dem Niedergang des Buchdrucks mußte das Produktionsprogramm ab Ende der 60er Jahre völlig umgestellt werden: Berthold wurde zum größten Hersteller von Fotosetzmaschinen in Europa. 1971 umfirmiert in H. Berthold AG, 1979 Umzug in die vormalige Fabrik der Loewe Opta GmbH in Berlin-Steglitz. Die immensen Entwicklungskosten der völlig neuen Fotosatz-Technologie (bei der auch schon Lasertechnik zum Eisantz kam) wurden aber nie wieder eingespielt: 1993 ging die Traditionsfirma in Konkurs.

Los 2165 Schätzwert 1.000 € (4 Posten, ca. 1060 Stück)
H. Th. Böhme AG, Chemnitz
Aktie 1.000 Mark 29.1.1921 (Auflage 2000)
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 3134, 900/380, II/IV)
Aktie 1.000 Mark 15.3.1922 (Auflage 2500)
(ex Lot 146 BARoV 2, Peus 3135, 900/450, II/IV)
Aktie 1.000 Mark 1.5.1909 (Auflage 1500)
(ex Lot 115 BARoV 3, Peus 5606, 180/70, III)
Aktie 1.000 Mark 29.6.1920 (Auflage 1200)
(ex Lot 115 BARoV 3, Peus 5607, 400/160, III, davon 22 unentwertet)
Gründung 1881, AG seit 1909. Grosshandel mit Drogen, Farben, Chemikalien, Vegetabilien sowie Kräuterschneiderei. Außerdem Herstellung von Spezialseifen (hier wurde mit “Fewa” das erste synthetische Waschmittel der Welt entwickelt und produziert) und -ölen für die Textil- und Lederindustrie. Mit meist zweistelligen Dividenden ein hochrentables Unternehmen. Zweigniederlassung in Hamburg. 1950 Sitzverlegung nach Hamburg (Neuer Wall 19-23), anschließend in eine GmbH umgewandelt. Großformatig und dekorativ, zwei Vignetten mit Ansichten der Fabriken in Chemnitz und Oberlichtenau.

Los 2166 Schätzwert 1.000 € (1 Posten, ca. 2400 Stück)
Hackethal-Draht- und Kabel-Werke AG Hannover-Brink
Aktie 1.000 RM Sept. 1928 (Auflage 5000)
(ex Lot 3537 BARoV 1, Peus 917, 1750/2400, II/III)
Gründung 1900 als GmbH zur Ausnutzung der Erfindung des Telegraphendirektors a.D. Louis Hackethal, der eine überaus wetter- und säurebeständige Isolation für elektrische Leitungen entwickelt hatte. 1907 Umwandlung in eine AG. Dem Kabelwerk wurde außerdem ein Metallwerk für Stangen und nahtlose Rohre aus Kupfer, Messing, Aluminium und Bronze angegliedert. Bald beschäftigte die Fabrik auf ihrem 200.000 qm großen Areal in den Gemeinden Brink, Langenforth und Vahrenwald über 1.500 Leute. 1922 Übernahme der Kabel- und Metallwerke Neumeywer AG in Nürnberg, die ebenfalls gegen 1.000 Leute beschäftigten. 1930 Neubau eines Schwachstromkabelwerkes für Fernsprech- und Telegraphenkabel. Die Kupferbaisse in der Weltwirtschaftskrise zehrte 1930 alle stillen Reserven auf und erzwang 1932 eine Sanierung mit Kapitalherabsetzung. 1959 Erwerb des Zweigwerkes Kuppenheim (Baden). Börsennotiert in Berlin und Hannover, Großaktionär war zuletzt die Gutehoffnungshütte (Haniel-Gruppe). 1966 Fusion mit der ebenfalls zu GHH gehörenden Osnabrücker Kupfer- und Drahtwerk zur “Kabel- und Metallwerke Gutehoffnungshütte AG”. 1984 Sitzverlegung nach Osnabrück. Umbenannt 1989 in KM-Kabelmetall AG und 1995 in KM Europa Metal AG, nachdem die italienische SMI die Aktienmehrheit übernommen hatte.

Los 2167 Schätzwert 6.000 € (4 Posten, ca. 9320 Stück)
Halberstadt-Blankenburger Eisenbahn-Gesellschaft Braunschweig
St.-Prior.-Actie 200 Thaler 1.5.1870 (Auflage 2000)
(ex Lot 3303 BARoV 1, Peus 921, 1700/1560, IV)
Actie 200 Thaler 1.5.1870 (Auflage 2000)
(ex Lot 3303 BARoV 1, Peus 922, 1700/1560, IV/V)
Stamm-Aktie Lit. C 1.000 Mark 24.1.1906 (Auflage 1700)
(ex Lot 3303 BARoV 1, Peus 923, 1000/1080, III/IV)
Aktie Lit. E 1.000 Mark Jan. 1922 (Auflage 8549)
(ex Lot 3303 BARoV 1, Peus 924, 6000/5120, III)
(Lot 3303 BARoV 1, Zuschlag 7.800 €)
Die Konzession für die Bahn erteilte die braunschweigische Regierung am 16.4.1870 und die preußische Regierung am 8.7.1870. Die wichtigsten Strecken waren: Halberstadt-Blankenburg (18,8 km, eröffnet 1873), Blankenburg-Tanne (kombinierte Adhäsions- und Zahnradbahn mit 26,6 km, sukzessive eröffnet bis 1886) sowie Blankenburg-Quedlinburg mit Abzweig nach Thale (20,5 km, eröffnet 1907). Die wegen ihrer Steigungen sehr anspruchsvollen Gebirgsstrecken wurden von namhaften Lokomotivfabriken (u.a. Borsig) besonders gern für Versuchsfahrten genutzt. Anschlüsse bestanden in Tanne an die Südharz-Eisenbahn und in Drei-Annen-Hohne an die Harzquerbahn. Für die ständigen Erweiterungen der Bahnanlagen hatte die Gesellschaft zwischen 1874 und 1920 insgesamt 10 Anleihen aufgelegt. Großaktionär der HBE war zuletzt die „Allgemeine Lokalbahn- und Kraftwerke-AG“ (heute AGIV). Nachdem die HBE in der Ostzone 1946 entschädigungslos enteignet worden war, wurde zur Rettung des Westvermögens 1949 der Sitz wieder nach Braunschweig verlegt, wo er bei der Gründung schon einmal war. 1975 Umwandlung in eine GmbH und Sitzverlegung nach Frankfurt/Main. Heute werden die Strecken von der Connex Regiobahn GmbH betrieben.

Los 2168 Schätzwert 400 € (1 Posten, ca. 150 Stück)
Halle-Hettstedter Eisenbahn-Gesellschaft Halle (S.)
Genußrechtsurkunde Lit. A 50 RM 6.5.1926 (gewinnberechtigt bis 3,5 %)
(Lot 416 BARoV 2, Zuschlag 900 €, Peus 3152, 300/150, davon 70 blanko, II)
Gründung 1895. Strecken Halle-Hettstedt (50 km) und Gerbstedt-Friedeburg (10 km). 1896 Erwerb der Halleschen Hafenbahn, ferner Betrieb des Saalehafens Friedeburg und eines Lokomotiv- und Wagenausbesserungswerkes. Die Hafenbahn umfaßte anfangs sieben Fabrikanschlüsse. 1950 wurde selbige von der DR übernommen.

Los 2169 Schätzwert 350 € (2 Posten, ca. 260 Stück)
Hallenbau Land und Stadt AG, Magdeburg
Aktie 100 RM März 1932 (Auflage 700)
(ex Lot 118 BARoV 3, Peus 5619, 500/180, II/III)
Aktie Reihe A 100 RM 15.5.1939 (Auflage 350)
(ex Lot 118 BARoV 3, Peus 5620, 190/80, II/III)
Gründung 1922 zum Bau und Betrieb einer Halle um Ausstellungen und Versteigerungen von Vieh, landwirtschaftlichen Maschinen, Geräten und Produkten zu veranstalten. Die Halle wurde in einer Stahlbetonskelettkonstruktion errichtet. Großaktionär war zuletzt die Stadt Magdeburg. In den 50er Jahren als Sporthalle benutzt. Das Gebäude steht heute unter Denkmalschutz.